08.09.2011, 15:11 Uhr
Zahnspange - unbeliebt bei den Kids, aber wertvoll für die Kieferregulierung. (Quelle: imago)
Es trifft fast jedes Kind: Mit etwa zwölf Jahren tritt man in das Zahnspangen-Alter ein. Doch weitgehend unterschätzt wird immer noch die Frühdiagnostik. Denn wird nicht früh genug eingegriffen und korrigiert, können sich massive, bleibende Zahnfehlstellungen entwickeln.
"Eindrucksvoller als mit dem Motto des Tages der Zahngesundheit 2011 "je früher, desto besser" kann man nicht deutlich machen, wie notwendig rechtzeitige Diagnostik und gegebenenfalls Frühbehandlung von Kieferfehlstellungen sind!" Was Dr. Gundi Mindermann, Sprecherin der gemeinnützigen Initiative Kiefergesundheit, Eltern und Kinderärzten ans Herz legen möchte, wird von aktuellen Daten der Universität Rostock untermauert. Laut Studien von Professor Franka Stahl de Castrillon hatten 84Prozent der von ihr untersuchten Kindergarten- und Schulkinder Zahnfehlstellungen. Im Schnitt wurden zusätzlich zwei Funktionsstörungen festgestellt, am häufigsten die falsche Zungenlage beim Schlucken und die offene Mundhaltung.
Leider lässt sich nicht gelassen sagen, "das verwächst sich schon". Professor Stahl de Castrillon: "Von einer Selbstausheilung kann nicht ausgegangen werden - weder bei Gebissanomalien noch bei Fehlfunktionen." Wird nicht früh genug eingegriffen, nehmen Häufigkeit und Schwere der Zahnfehlstellungen sogar noch zu. Rund 75 Prozent aller Zahnfehlstellungen sind durch Angewohnheiten mitbedingt, also nicht nur angeboren, und daher im Rahmen der Frühbehandlung gut zu beeinflussen.
Zu den Angewohnheiten, die fast immer zu nachhaltigen Veränderungen im Gesicht und in der Kaufunktion führen, gehört beispielsweise der "offene Mund". Die Zunge, die am Gaumen ruhen sollte, liegt dabei im Mundboden und wirkt ungünstig auf die Entwicklung des Unterkiefers. Durch ein Doppelkinn ist dies vor allem bei Kindern gut äußerlich sichtbar, wie Stahl de Castrillon berichtet. "Ein offener Mund ist keineswegs normal", bestätigt Mindermann, "er ist meist eine ungesunde Angewohnheit und führt zu vielen ungünstigen Folgen von Karies bis zu gehäuften Atemwegsinfekten."
Eltern unterschätzten sowohl die Folgen solcher Angewohnheiten wie auch die Notwendigkeit, beginnende Fehlfunktionen frühzeitig erkennen und beheben zu lassen. "Ist die Situation chronisch geworden, ist die Wiederherstellung der Gesundheit mit viel Aufwand und leider oft auch mit deutlichen Kosten verbunden - das ließe sich vermeiden, wenn die Kinder auch kieferorthopädisch 'je früher, desto besser' untersucht würden."
Quelle: ots
Hossa schrieb:
am 30. Oktober 2011 um 07:30:39
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Klammern im Kindergarten
Wer in Deutschland nicht schwer krank ist, ist nur noch nicht ausreichend untersucht. Nun findet sich schon bei
Kindergartenkindern kieferorthopädischer Behandlungsbedarf in grosser Menge. Wie haben vorige Generationen das nur überlebt?
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