03.08.2011, 15:45 Uhr
Für viele Kinder sind Kino oder Sportverein zu teuer. (Foto: imago)
Kein Geld für einen Urlaub, ein neues Fahrrad oder einen Kinobesuch - wenn Eltern wenig Einkommen haben, sollten sie das ihren Kindern gegenüber nicht schönreden. "Eltern sollten erklären, warum es knapp mit dem Geld ist oder sie arbeitslos sind. Dabei können sie ruhig zugeben 'Ich finde es auch schade, dass wir nicht ins Kino gehen können'", sagte Michael Kruse vom Deutschen Kinderhilfswerk. Kinder könnten es besser verstehen, wenn die Eltern zu ihrer finanziellen Situation stehen und sich nicht dafür schämen. "Und die Eltern entlastet solch ein Gespräch auch."
Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut bedroht, heißt es in dem Bericht "Wie leben Kinder in Deutschland?", den das Statistische Bundesamt am 3. August veröffentlicht hat. Das bedeutet, dass das Netto-Einkommen in Elternhaus unter dem Schwellwert von 11.151 Euro pro Jahr liegt. Die meisten armutsgefährdeten Kinder leben in Haushalten von Alleinerziehenden. Mehr als jedes dritte Kind, das nur von Mutter oder Vater betreut wird, gilt als armutsgefährdet.
Am schlimmsten sei für Kinder die sogenannte geistige Armut: "Das bedeutet: keine Zuneigung, die Eltern stehen morgens nicht auf, um Frühstück zu machen und kümmern sich nicht", erklärt Kruse. Die materielle Armut - kein Auto oder ein großer Fernseher - werde seiner Erfahrung nach von Kindern besser verkraftet.
Trotzdem fühlten sich viele Mädchen und Jungen ausgegrenzt, wenn sie in der Schule beispielsweise keine Markenklamotten tragen können. "Das ist ein ganz wunder Punkt." Die Erklärung der Eltern, dass man sich die teure Jeans für 150 Euro nicht leisten könne, helfe da oft wenig. Besser sei es, wenn Eltern das Gespräch mit dem Lehrer suchen: "Schildern Sie ihm Ihre Situation und fragen Sie, ob er das Thema in der Klasse des Kindes besprechen kann", empfiehlt Kruse. Dadurch werde es aus der Tabuzone geholt, was Hänseleien stoppen könne.
Schwierig wird es für Eltern bei den Hobbys. Denn egal ob Eis essen, ins Kino oder schwimmen gehen: "Hobbys von Kindern sind oft mit Geld verbunden." Oft bleibe Müttern und Vätern nur die Möglichkeit, kostenlose Angebote in Jugendzentren ausfindig zu machen. "Am besten sucht man etwas im eigenen Stadtteil, denn sonst fehlt das Geld für die Fahrkarte." Eltern könnten auch selbst günstige Alternativen anbieten, etwa eine Fahrradtour machen, spazieren gehen oder gemeinsam kochen. "Wichtig ist nur, dass es gemeinsam mit den Kindern gemacht wird."
Quelle: dpa-tmn
Muddi schrieb:
am 23. Oktober 2011 um 21:07:31
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Mit Kindern reden
Ich habe seid meinen Kinder 8 und11 sind darübergeredet, dass wir mit dem Geld rechnen müssen. Jetzt sind sie 12 u.15 und
beide können mit ihrem 2mageren" Taschengeld haushalten und fragen nicht nach ständig den Neuesten errungenschaften in der Industrie. Sie wissen, dass das Geld nicht einfach aus dem automaten kommt, wenn das portmonee leer ist und dass ich dafür hard arbeiten muss, dass wir Schuldenfrei beliben. Und auf Urlaub müssen wir eben sparen und ist nicht jedes Jahr drin.
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Milli schrieb:
am 3. August 2011 um 17:56:32
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Kinderarmut
Das man mit Kindern über alles reden muss,halte ich nicht für angebracht.Und in anbetracht der Tatsache,das ich von einem Fall
gelesen habe,wo sich das Kind mit hilfe eines Jobs das Instrument selber zusammengespart hat und das Jobcenter das Geld der Mutter als Einkommen angerechnet wurde,hat das selstständige Zusammensparen für das Kind bzw.die Familie nur Nachteile gebracht!
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