02.01.2012, 09:24 Uhr
Auch mit kleinem Budget können Kids Spaß in der Freizeit haben. (Bild: imago) (Quelle: imago)
"Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig": Viele Familien müssen genau rechnen, um mit ihrem Budget hinzukommen. Neues Spielzeug oder Musikunterricht sind oft nicht drin. Mit ein wenig Kreativität können Eltern ihre Kinder aber auch ohne Geld fördern.
Lernspielzeuge, Eltern-Kind-Kurse, Bücher, Musikunterricht, Ausflüge und Kinobesuche: Mit einer gut gefüllten Familienkasse kann der Nachwuchs vielseitig beschäftigt werden. Doch davon können viele Kinder nur träumen. Nach Angaben des Deutschen Kinderhilfswerks sind rund drei Millionen Kinder in Deutschland von Armut betroffen. In der World Vision Kinderstudie 2010 wurden über 2500 Grundschulkinder nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt. 20 Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren gaben dabei an, sich benachteiligt zu fühlen. Betroffen sind vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien. Dabei ist Geld nicht immer der ausschlaggebende Faktor, um Kinder zu fördern.
"Kinderglück definiert sich ja nicht über Geld", sagt Birgit Ebbert, Diplom-Pädagogin aus Borken in Westfalen. "Wichtig ist, als Familie möglichst viel gemeinsam zu machen." Kinder sinnvoll zu beschäftigten, koste oft nur Kreativität und Zeit. "Allein der ganz normale Alltag bietet eine Fülle von Möglichkeiten, Kinder abwechslungsreich zu unterhalten", sagt Paula Honkanen-Schoberth, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Berlin.
Kleine Kinder finden zum Beispiel fast alles interessant, was die Eltern machen. "Richten Sie in der Küche Spielecken mit Küchenutensilien für die Kinder ein." Mamas Plastikdosen stapeln, mit Löffeln auf Töpfe schlagen, mit Wollknäulen oder Tüchern spielen, aus Salzteig Figuren kneten: "Das beschäftigt Kinder prima und fördert sie ganz nebenbei", sagt Constanze Edinger, Co-Leiterin von "Ina.Kinder.Garten" in Berlin.
Spannend für Kinder bis ins Grundschulalter sind kleine Experimente zu Hause: Wie lange braucht ein Eiswürfel zum Schmelzen? Was passiert, wenn man ein Gummibärchen ins Wasser legt? Wie macht man aus einem Kleiderbügel eine Waage? "Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen ganz viel entdecken", sagt Edinger. Ganz nebenbei können Eltern ihre Kinder gezielt fördern, zum Beispiel in der Sprachentwicklung: "Sprechen Sie mit Ihrem Kind sehr deutlich", empfiehlt Edinger. Statt nur kurz "Hol mal das Auto da hinten" zu sagen, sei ein Satz, wie "Holst du mir bitte das gelbe Auto links neben der Kommode?" viel informativer. Kinder würden so Farben und Wörter lernen und auch frühzeitig den Unterschied zwischen links und rechts verstehen.
Beim Backen oder Kochen können Kinder Zutaten abwiegen: "Das ist Mathe pur!", sagt Edinger. Singen, Märchen vorlesen, Geschichten ausdenken, Phantasiereisen unternehmen: "Das sind die Klassiker, die in keiner Familie fehlen sollten", findet Birgit Ebbert. "Oft haben Kinder selbst ganz tolle Ideen, was sie mit den Eltern oder Geschwistern spielen wollen", sagt Edinger. Den kindlichen Lerneifer befriedigen auch gemeinsame Forschungen: "Hat ein Delfin einen Bauchnabel?", "Können Schweine schwimmen?" Das Beantworten solcher Fragen können Eltern und Kind sich zur gemeinsamen Aufgabe machen.
Ideal als kleine Recherche-Reise ist ein Besuch in der Stadt- oder Gemeindebücherei: "Kinder bekommen dort häufig sogar beitragsbefreit einen Ausweis." Ob die Entleihe von Büchern, Kassetten, CDs oder Familienspielen: "Büchereien sind ideal, wenn man wenig Geld hat", sagt Ebbert.
"Für die Motorik und die Entwicklung eines Kindes ist es ganz wichtig, viel draußen zu spielen", sagt Christoph Schmidt, Diplom-Psychologe an der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Groß-Gerau. Spazierengehen, durch Wiesen und Wälder toben, mit dem Fahrrad die Umgebung erkunden: "Das alles kostet Eltern keinen Cent!" Auch Honkanen-Schoberth plädiert für mehr Bewegung: "Kinder müssen auf Spielplätzen toben dürfen und im Park oder Garten im Matsch und Sand buddeln." Viele Eltern hätten dazu aber keine Lust: "Dabei kann man da andere Eltern treffen und kennenlernen", weiß Schmidt. Die Vernetzung mit anderen Familien sei eine wertvolle Unterstützung: "Man kann sich Tipps holen, sich gegenseitig entlasten und auch gemeinsam mit den Kindern Unternehmungen planen", empfiehlt die Expertin vom Deutschen Kinderschutzbund.
Generell sollten Eltern sich öfter trauen, nachzufragen, was Vereine kosten und ob es Fördergelder gibt, empfiehlt Honkanen-Schoberth: "Man muss sich nicht schämen." Auch schulische Nachhilfe könne für wenig oder auch gar kein Geld organisiert werden: "Viele karitative Vereine bieten Nachhilfe oder die Unterstützung durch Familienpaten, wie zum Beispiel `Leih-Omas´, sagt die Bundesgeschäftsfühererin des Deutschen Kinderschutzbundes weiter. Auch Nachhilfe-Träger seien oft zu Verhandlungen bereit. "Reden Sie mit dem Klassenlehrer, ob es schulinterne Möglichkeiten gibt", rät der Diplom-Psychologe Christoph Schmidt. Auch Nachbarn, Bekannte oder Verwandte seien oft bereit, zu helfen.
Quelle: dpa
Mutter/ Oma schrieb:
am 27. März 2012 um 20:54:22
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Kinderarmut
Natürlich ist Kinderarmut ein schlimmes Wort. Aber wo beginnt denn diese Armut?
Sie beginnt doch in der Familie. Wenn Vater und
Mutter keine Arbeit haben,von H4 leben, wird den Kindern doch schon der Grundstein für Armut ins Leben mitgegeben. In der Grundschulklasse meiner Enkelin gibt es Kinder aus H4-Familien. Diese Kinder kommen aber mit frischem Gebäck vom Bäcker in die Schule. Ja, wie geht denn so etwas? Da fasse ich mir doch an den Kopf und frage: Eltern zu faul zum Stullen schmieren?Uvm?
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Doris schrieb:
am 23. Januar 2012 um 15:42:40
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das stimmt aber nicht so ganz !
Nena hat recht, geht hur mit kleineren Kindern, ab Schulalter möchten die Kinder mehr was unternehmen,-
Schwimmen, Kino, Zoo, usw. , was man am Wochende auch gerne mit dem Kind macht, leider ist es aber nicht jedes Wochende machbar, da es das Potomonaie nicht mehr hergibt, ein Zoobesuch ( 2 Erw. +1 Kind ) mit Kleinigkeit ( Pommes ) zu essen und Trinken,- ist man schnell 50,00 € los, und das können sich viele ( jede Woche) NICHT mehr erlauben, da die fixen Kosten alles auffressen !!!!!
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NENA schrieb:
am 8. Januar 2012 um 19:59:28
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DAS GEHT,ABER NUR SOLANGE DIE KINDER KLEIN SIND !
aber je größer sie werden wird es schon schwieriger, ausserdem möchte man am Wochende ja
auch mit dem Kind was unternehmen, aber leider gibt es in LÄNDLICHEN GEGENDEN ( EMMERICH ) fast keine Freizeitangebote ,-absolut nicht interessantes, dafür muss man zig Kilometer fahren, deshalb sind auch die Kommunen gefragt, den Kindern und JUGENDLICHEN was zu bieten...!
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