17.01.2011, 10:18 Uhr
Trotz spezieller Filter-Software können Kinder im Internet auf gefährliche Seiten gelangen, zeigt eine aktuelle Studie. (Foto: imago)
Etwa ein Viertel der Eltern beschränkt die Internet-Nutzung ihrer Kinder durch eine spezielle Software. Doch solche Filter bieten nur eingeschränkte Sicherheit.
Auch beim Einsatz von Filterprogrammen können Kinder einer Studie zufolge in rund einem Fünftel der Fälle auf gefährliche Inhalte im Internet zugreifen. Es bestehe eine "mindestens 20-prozentige Chance" des Zugangs zu solchen Seiten, die beispielsweise zu Magersucht, Selbstmord oder Selbstverstümmelung verleiten, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel unter Berufung auf eine jetzt veröffentlichte Studie. Zugleich könnten die Schutzprogramme entgegen der Absicht auch Seiten mit besonders kindgerechten Inhalten blockieren.
Die Studie hatte 26 Programme zur elterlichen Kontrolle für PCs, drei Programme für Spielkonsolen und zwei Programme für Mobiltelefone unter die Lupe genommen. Die Software filtert demnach nur an Erwachsene gerichtete oder gefährliche Inhalte mit rund vier Fünftel Erfolgschancen generell "recht gut" heraus. Die Filterung des Zugangs zu sozialen Netzwerken, Foren und Internet-Blogs sei jedoch problematischer als die Kontrolle klassischer Internetseiten. Zur Kontrolle solcher neuer Angebote seien "nur wenige" Programme in der Lage.
Auch bei Kontrollprogrammen für sogenannte Smartphones, also internetfähige Handys, sowie für Spielkonsolen gibt es Lücken, ergab die Studie. Dabei gingen bereits heute 31 Prozent der Kinder in Europa über ihr Smartphone und 26 Prozent über die Spielkonsole ins Internet.
Abgesehen von den Lücken in den Kontroll- und Filterprogrammen stellte die Untersuchung fest, dass nur etwa ein Viertel der Eltern solche Programme überhaupt einsetze oder selbst verfolge, was die Kinder im Netz anklicken. Immerhin 70 Prozent der Eltern gaben aber an, dass sie "mit ihren Kindern über deren Aktivitäten im Internet sprechen", 58 Prozent von ihnen sind demnach in der Nähe, wenn der Nachwuchs im Netz surft.
Quelle: AFP
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