01.09.2010, 11:29 Uhr | Sabine Caron, nw
Warum sind viele Spielplätze gefährlich? (Bild: Imago) (Quelle: imago)
Kinder wollen spielen und sich an der frischen Luft bewegen. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, öffentliche Spielplätze zur Verfügung zu stellen. Was den Kindern und Eltern dann tatsächlich geboten wird, lässt oft zu wünschen übrig. Ein bundesweiter Test von Spielplätzen durch den TÜV kam zu dem Ergebnis, dass auf vielen Spielplätzen "Lebensgefahr für Kinder" besteht: Dass morsche Klettergerüste auf Kinder stürzen ist nur ein Beispiel. Meist ist die Finanznot der Kommunen verantwortlich für die Misere. In welchem Umfang müssen Spielplätze vorhanden sein und welche Richtlinien zur Wartung und Pflege gibt es? Was macht einen guten Spielplatz aus? Was müssen Eltern wissen, die die Chance haben einen Spielplatz mit zu gestalten oder das Pech haben, dass der Spielplatz in der Nachbarschaft total heruntergekommen ist?
Immer häufiger gibt es Gerichtsverfahren gegen Spielplatzbetreiber, in denen die Richter mit Hilfe von Gutachtern überprüfen müssen, wie gefährlich die einzelnen Spielgeräte sind und was zu dem Unfall geführt hat. Schon lange kritisiert der TÜV-Rheinland den schlechten Sicherheitsstandard auf vielen deutschen Spielplätzen. 75 Prozent weisen sogar gravierende Mängel auf - Gefahren, die der Laie oftmals nicht erkennen kann. Doch es gibt auch einige Kriterien, die Eltern kennen sollten, um zu beurteilen, ob der Spielplatz in der Nachbarschaft sicher ist.
Können Kommunen ihre Plätze gar nicht mehr warten? Immerhin betreiben manche Großstädte mehr als 600 davon und ausgebildete Spielplatztester sind teuer. Spielplatzhalter sind durch die Europäische Norm (EN) 1176 und 1177 zur regelmäßigen Durchführung von Kontrollen und Inspektionen, Pflege und Wartung verpflichtet. Vorgeschrieben ist eine wöchentliche Sichtkontrolle auf Sauberkeit und Vandalismusschäden, alle ein bis drei Monate eine umfangreichere Kontrolle auf Verschleiß, Verformung, Alterung und Beeinträchtigung durch Witterungseinflüsse, und die jährliche Hauptuntersuchung.
Dabei wird insbesondere die Bodenverankerung überprüft. Tauchen Mängel auf, muss der Spielplatzhalter diese umgehend beheben oder die betroffenen Spielgeräte sperren. Der Zustand des Sandes ist für viele Eltern besonders wichtig, weil vor allem Kleinkinder in der Sandkiste spielen und der Sand auch mal im Mund landen kann. Gefahr besteht hier vor allem durch Glasscherben und Zigarettenkippen im Sand. Auch von Parasiten, die von Hund oder Katze ausgeschieden werden, können Gefahren durch Keime ausgehen. In elf von 16 Bundesländern ist der jährliche Sandaustausch verbindlich festgelegt oder empfohlen, aber nur in Hamburg (jährlich) und in Bremen (alle zwei Jahre) gibt es eine gesetzliche Regelung. Im Rahmen der wöchentlichen Sichtkontrolle sollte auch der Sand auf seine Sauberkeit überprüft werden und damit eigentlich sauberer Sand gewährleistet sein.
Trotz dieser Normen bescheinigte der TÜV den Spielplätzen in unserem Land schwere Wartungs- und Sicherheitsmängel und damit Lebensgefahr für unsere Kinder. Nur sechs der geprüften 75 Anlagen in 15 deutschen Städten waren ohne Mängel. Bei 16 geprüften Anlagen wurde durch die Sachverständigen die sofortige Schließung beantragt. Die Kontrollen basierten auf der EN-Norm 1176, die beschreibt, wie Spielgeräte auszusehen haben und wie sie befestigt und aufgebaut werden müssen.
Auch das "Bündnis Recht auf Spiel", das sich für Spielplätze in Deutschland einsetzt, weist auf den verwahrlosten Zustand hin. Dieser hänge damit zusammen, dass in den letzten Jahren die Mittel für den Spielplatzbau und die Wartung von Spielplätzen stark gekürzt wurden. Vielerorts behelfen sich Kommunen damit, wartungsintensive Spielplätze schlicht und einfach abzubauen.
Für öffentliche Spielplätze ist die Stadt- oder Gemeindeverwaltung zuständig. Diese sind für Eltern auch Ansprechpartner, wenn Mängel entdeckt werden.
Spielplatz ist nicht gleich Spielplatz. Nicht umsonst sind manche gut besucht, andere ständig leer. Einen guten Spielplatz erkennen Eltern daran, dass sowohl das kindliche Bedürfnis nach Bewegung als auch das Bedürfnis nach Gestaltbarkeit und Veränderbarkeit berücksichtigt ist. Ein Spielplatz, dessen Spielmöglichkeiten auf Sandkasten, Rutsche und Klettergerüst begrenzt sind, reicht nicht, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Das Anregungspotenzial dieser Geräte ist zu gering, das Spiel zu stark vorgegeben. Ergänzend sollten also Spielmöglichkeiten vorhanden sein, die die Fantasie anregen und Gestaltungsmöglichkeiten zulassen. Das bedeutet, dass Veränderungen durch die Kinder möglich sein sollten, wie zum Beispiel bewegliche Holzklötze oder Bretter, Sand oder Kies. Ideal sind auch Matschecken und veränderbare Wasserläufe.
Zum Verschnaufen und für Gespräche zwischendurch, ist es außerdem wichtig, dass ein Spielplatz Rückzugsmöglichkeiten bietet, zum Beispiel in Form von Höhlen oder Hütten. Auch sollten Bereiche eingeplant werden, die sich für Beobachtungen, ruhigere Spiele und Gespräche eignen. Damit wird ein Spielplatz auch ruhigeren oder vorsichtigeren Kindern gerecht. Diese verschiedenen Charaktere sollten auch bei der Auswahl der Spielgeräte berücksichtigt werden. Beispielsweise können auf Netz-Klettergerüsten mutige Kinder bis nach ganz oben steigen, vorsichtigere oder ängstliche können von unten ihre eigenen Grenzen erklettern. Auch größere Kinder sollten nicht vergessen werden. Deshalb ist es sinnvoll Spielflächen für Ballspiele anzulegen.
Quelle: t-online.de
3-fache Mutter schrieb:
am 3. September 2010 um 19:20:13
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Spielplatz
Bei uns in der Nähe ist ein Spielplatz den ich seit einigen Wochen nichtmehr benutze. Da hängen Jugendlich ab, Zigaretten und
leere Bierflaschen lieen herum. Nicht weniger auch Glasscherben.
Überhaupt sind die Spielgeräte für Kleinkinder nicht geeignet. Keine Schaukel, dafür hohe Klettertürme. Sandkasten ist versaut mit Kot und dergleichen.
So fahre ich ins NAchbardorf auf die Schle wo der Spiellatz öffentlich ist.
Ich binsehr froh, dass wir bald in usner Haus einziehen können mit viel garten
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