18.08.2011, 19:48 Uhr | tze
Wer hoch hinaus klettert, baut Höhenangst ab. (Foto: imago)
So mancher Spielplatz in Deutschland ist lebensgefährlich, weil die Geräte marode und schlecht gewartet sind, wie aus einem TÜV-Spielplatztest hervorgeht. Andererseits - und das überrascht - sind auch "entschärfte" Spielplätze in zweifacher Hinsicht ein Sicherheitsrisiko für Kinder.
Bei neuen Spielplätzen geht der Trend zur Gummimatte unterm Klettergerüst, um Stürze abzufedern. Das wiegt Eltern und Kinder in falscher Sicherheit. Experten zufolge hat das die Unfallhäufigkeit nicht gesenkt, sondern erhöht. Laut David Ball von der Middlesex University hat das einen einfachen Grund: "Sobald Kinder und Eltern die Umgebung sicherer einschätzen, als sie ist, gehen sie zu große Risiken ein."
Vor einem weiteren Nachteil für die kindliche Entwicklung warnt die norwegische Psychologin Ellen Sandheter. Ihre These: Gefahrlose Spielplätze verstärken Ängste, aus denen sich später sogar krankhafte Phobien entwickeln könnten. Darüber berichtet das Magazin "Geo" in seiner September-Ausgabe. Aus Beobachtungen auf Spielplätzen in Norwegen, England und Australien folgert sie, dass Höhenangst verstärkt bei Kindern auftritt, die selten Gelegenheit hatten, hoch hinaus zu klettern. Dagegen hatten Kinder, die schon einmal aus größerer Höhe gestürzt waren, weniger Höhenangst.
Die geistige, emotionale und soziale Entwicklung hängt maßgeblich davon ab. zum Video
Wer Kinder immer und überall schützen will, verwehrt ihnen die Möglichkeit, den Umgang mit Gefahren zu lernen und dadurch Sicherheit zu gewinnen. Gerade Spielplätze sind ein geeignetes Territorium, um spielerisch die eigenen Grenzen auszuloten und Geschicklichkeit zu entwickeln. Auf zu sicheren Spielplätzen könnten Kinder nicht lernen, Ängste - beispielsweise Höhenangst auf dem Klettergerüst - schrittweise zu überwinden, erklärt Sandheter. Es sei wichtig, dass sie schon in jungen Jahren mit solchen Herausforderungen konfrontiert würden.
Quelle: Pressetext
HAL schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 11:59:13
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@ cleo
Das kann ich nur bestätigen. Wenn ich als Kind in 12 m Höhe in der Baumkrone hing, habe ich mich immer über meine Mama lustig
gemacht, die unten blaß wurde. Ich konnte gar nicht verstehen, was sie hat.
Wenn ich heute meine Kinder so sehen würde, bekäme ich wahrscheinlich auch den Herzkasper. Das ist normal.
Manchmal ist es am besten, nicht alles mitzubekommen, sonst ist man versucht, den Kindern diese - notwendigen - Erfahrungen zu verbieten. Man traut seinen Kindern oft zu wenig zu.
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pünktchen schrieb:
am 27. August 2011 um 11:07:01
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...
@Bürger.. hast du dir die Texte durchgelesen von den beiden?? Sie beschreiben,was sie früher selbst gemacht haben und wie sie es jetzt
bei ihren Kindern nicht sehen möchten.Das hat nichts mit Verletzung der Aufsichtspflicht zu tun,die passen ja gerade wegen der eigenen gemachten Erfahrung auf. Erst lesen,dann urteilen.
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Bürger schrieb:
am 26. August 2011 um 17:42:57
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Kindersicherheit
@Krümel, Cleo, sowas wie Ihr hier schildert nennt man unterlassene Aufsichtspflicht, wenn sch die Kids dabei verletzen seit
Ihr die Schuldigen, solche Eltern sollte man bestrafen, mindestens 1 Monat Knast.
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