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Kindersitze im Test

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Vorsicht beim Frontal-Crash

25.05.2009, 14:55 Uhr | iri; mmh

Kindersitz vor dem Kauf im eigenen Auto testen. (Bild: Imago)

Zusammen mit der Stiftung Warentest hat ADAC 22 Kindersitze getestet. In allen Alters- beziehungsweise Gewichtsklassen gibt es Produkte, die mit "gut" oder "befriedigend" bewertet wurden. Die aktuellen Testergebnisse beziehen sich auf die Kriterien Sicherheit, Bedienung, Komfort und Gebrauchseigenschaften.

Vier Sitze "mangelhaft" und keiner "sehr gut"

Vier Modelle bieten beim Frontal-Crash nicht genug Sicherheit. Deshalb sind der "Alpin Daisy", der "Emmaljunga First Class 0+mit Base (Isofix)“, der "IWH Babymax Isofix+Basis“ und der "IWH Megamax Isofix+Basis“ mit "mangelhaft“ bewertet worden. Bei diesen Kindersitzen ging entweder der Sitz kaputt, der Gurt des Kindersitzes riss oder die Messpuppe wurde während des Tests durch das Fahrzeug geschleudert. Erstaunlich, dass es sich bei den drei letztgenannten Modellen um sogenannte "Isofix-Kindersitze" handelt, denn diese gelten in der Regel als besonders sicher. Versagen beim Frontal- oder Seitenaufprall kann auch nicht durch gutes Abschneiden in anderen Kriterien ausgeglichen werden. In allen Bereichen gut abgeschnitten haben zum Beispiel der "Römer Babysafe Plus" und der "Maxi Cosi Tobi". Mit "sehr gut" wurde keiner der 22 Sitze getestet.

Seitencrashtest sollte europäische Richtlinie werden

Für die gesetzliche Zulassung von Kindersitzen ist Seitenaufprallschutz noch nicht verpflichtend. Der ADAC führt diesen Test aber trotzdem durch, weil Kinder bei seitlichen Kollisionen besonders gefährdet sind. Gerade weil der Seitenschutz ein sensibles Thema ist, fordert der ADAC, dass der Seitencrash Bestandteil der europäischen Zulassungsrichtlinie für Kindersitze wird. Diese Richtlinie (ECE-R44/04) ist eine gute Grundlage. Sie schützt vor schlechten Sitzen. Allerdings schreibt sie immer noch keinen Seitencrashtest vor. Seitenkollisionen sind aber besonders gefährlich. Sie kommen häufig vor und führen oft zu schwersten Verletzungen, weil eine seitliche Knautschzone fehlt. Selbst Kopfairbags bringen Kindern meist nichts, sie tauchen beim Unfall fast immer unter dem Airbag durch.

Vor dem Kauf im eigenen Auto testen

Beim Kindersitzkauf empfiehlt der ADAC mit dem eigenen Auto zum Händler zu fahren. Denn: Nicht jeder Sitz passt perfekt in jedes Auto. Außerdem sollte man den Einbau samt Sicherung des Kindes im eigenen Auto selbst ausprobieren. Der Kindersitz muss mit dem Autogurt stets so straff wie möglich fixiert werden. Nur dann wird beim Unfall der Schutz voll wirksam. Gleiches gilt für die Gurte, mit denen der Nachwuchs festgeschnallt ist. Lasche Gurte führen beim Crash dazu, dass der Kinderkörper nach vorne schleudert und dann ruckartig gestoppt wird. Die Belastung wird zu hoch. Der Kopf schlägt dann möglicherweise gegen den Vordersitz.

Nicht zu früh einen größeren Sitz kaufen

Ein sicherer Kindersitz fürs Auto muss von der Größe und Gewichtsklasse her auf das mitzunehmende Kind abgestimmt sein. Wenn das Kind wieder ein Stück gewachsen ist, müssen Eltern daher in der Regel einen neuen Sitz anschaffen. Allerdings sollten sie nicht zu früh einen größeren Sitz kaufen, sondern das derzeit verwendete Modell "ausreizen", empfiehlt Hubert Paulus vom ADAC in München. Wenn man ein Kind zu früh in den nächst größeren Sitz setzt, gebe es bei Unfällen ein größeres Risiko von Verletzungen, erklärt der Ingenieur für Fahrzeugsicherheit.

Optimaler Halt durch den Gurt

Dem Experten zufolge ist es wichtig, dass die Schultern des Kindes vom Gurtsystem des Sitzes immer optimal festgehalten werden und der Kopf oben nicht zu weit aus dem Sitz herausschaut. Nur so ist das Kind bei einem Unfall gut vor Verletzungen geschützt. "Der Kopf darf nur minimal aus der Rückenschale herausragen", erklärt Paulus. Erst dann sollte ein größerer Kindersitz gekauft werden.


Quelle: dpa , ADAC

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