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Kinderwagen, Trage oder Tuch: Wie transportiere ich mein Kind?

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Kinderwagen, Trage oder Tuch: Wie ich mein Kind am besten transportiere

06.01.2012, 11:00 Uhr | Simone Blaß

An Mamas Bauch fühlen Babys sich geborgen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

An Mamas Bauch fühlen Babys sich geborgen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn ein Baby unterwegs ist, kommt automatisch irgendwann die Frage auf, welche Transportmöglichkeit wohl die beste ist. Die Auswahl an Kinderwagen, Tragen oder Tüchern ist riesig und die Meinungen darüber gehen oft weit auseinander. Letztendlich hat jede Transportmöglichkeit ihre Vor- und Nachteile und man muss einfach diejenige finden, mit der man sich selbst am wohlsten fühlt und die am besten zu den Familienbedürfnissen passt.

Welche Transportmöglichkeiten es gibt, zeigt unsere Klick-Show.

Der Kinderwagen bietet eine gewisse Freiheit

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Kinderwagen das Transportmittel Nr. 1 in Deutschland und das Tragetuch fristete ein Dasein in der Öko-Ecke. Mal abgesehen davon, dass es ganz wunderschöne Modelle gibt, ist es ja auch nicht zu leugnen, dass das "fahrende Bettchen" so einiges an Vorteilen bietet. Das fängt schon damit an, dass man im Kinderwagen problemlos all das transportieren kann, was man sonst noch für das Baby braucht. Und das ist bekanntlich eine ganze Menge. Auch kleine Alltagseinkäufe können so ganz einfach nach Hause gebracht werden. Das Kind ist mit dem richtigen Zubehör nicht nur vor Wind und Wetter geschützt, sondern auch zum Beispiel vor Stechmücken oder Wespen. Im Kinderwagen kann man das schlafende Baby also auch mal auf der Terrasse stehen lassen oder ganz einfach in die Obhut eines anderen geben, während man selbst etwas erledigt, was mit Kind am Bauch nicht ganz so einfach ist: vom Duschen bis zum Staubsaugen, vom E-Mail-Checken im Sitzen bis hin zur Yogaübung.

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Beim Tragen sollte man die Hände frei haben

Allerdings haben auch alle Tragemöglichkeiten enorme Vorteile. Allein das Mitgehen mit den Bewegungen des Tragenden schult den Gleichgewichtssinn des Babys und unterstützt erwiesenermaßen die Entwicklung des Gehirns. Und auch die praktische Seite ist nicht zu verachten. Man ist flexibler und kann auf den oft sperrigen Kinderwagen verzichten - etwas, was vor allem Mütter zu schätzen wissen, die mehrere Kinder haben. Vor dem Bauch, auf der Hüfte oder Huckepack auf dem Rücken - Babys und Kleinkinder lieben es, wenn sie herumgetragen werden. Vorausgesetzt, die Tragehilfe ist die richtige: "Wenn man nicht beide Hände frei hat und stattdessen noch das Gefühl hat, dauernd Hand anlegen zu müssen, damit das Kind nicht rausfällt oder ungünstig sitzt, ist eine Tragehilfe unsinnig", erklärt die zertifizierte Trageexpertin Sylvia Galster.

Manche Modelle sind ungeeignet

Wobei es Tragemöglichkeiten gibt, von denen man weiß, dass sie der Gesundheit des Kindes nicht zugutekommen. "Es handelt sich hier um Tragehilfen, die nicht der natürlichen Körperhaltung der Kinder entsprechen. Statt im Hohlkreuz zu sein, sollten die Babys und Kleinkinder ihre Beinchen anhocken und ihren Po rausdrücken dürfen. Und der obere Rücken sollte gut gestützt sein. Auch hier lässt manches Modell zu wünschen übrig." Der Preis einer Trage lässt dabei übrigens keine Schlussfolgerungen zu: "Denn auch was über 100 Euro kostet, kann tatsächlich Müll sein! Eine gute Tragehilfe kann man locker über zwei Stunden tragen, ohne dass man es als Belastung empfindet." Und ohne, dass es dem Baby zu viel wird.

Kind nicht mit dem Gesicht nach vorne tragen

Häufig kann man beobachten, dass Eltern ihre Kinder mit dem Gesicht nach vorne tragen. Der Grund: Die Kinder sind in ein Alter gekommen, in dem sie mehr sehen wollen und die Eltern reagieren darauf. "Das Kind jetzt allerdings falsch herum in die Trage zu packen, ist nicht die Lösung. Im Gegenteil, das widerspricht der natürlichen Haltung der Kinder und kann richtig schädlich zum Beispiel für die Hüfte sein." Viele Tragehilfen sind daher heute bereits vom Hersteller so ausgerichtet, dass man das Baby gar nicht andersherum hineinsetzen kann. Sie bieten aber die Möglichkeit, das Kind auf die Hüfte zu packen. So kann es alles sehen, sich aber auch zurückziehen und vor allem, es kann sich immer wieder bei Mama oder Papa rückversichern, wenn etwas neu und beunruhigend ist.

Eltern sind oft unsicher - und das spiegeln die Kinder

Getragen zu werden ist warm und kuschlig, es riecht nach Zuhause und die Kleinen sind deutlich geschützter vor all den Eindrücken, die auf sie einwirken. Dadurch und durch den vertrauten, beruhigenden Herzschlag der Mutter sind getragene Kinder oft auch in sich ruhiger. Allerdings nicht immer, denn es gibt auch Kinder, die die Enge eines Tuchs nicht leiden können. Manchmal hilft schon eine andere Form des Tragens, häufig aber liegt der Grund woanders. Diese Erfahrung hat Sylvia Galster in ihrem Fürther Laden "Wundervoller Start" schon oft gemacht. "Es ist schon so, dass viele Kinder am Anfang etwas maunzen. Häufig liegt es an der Unsicherheit der Eltern, die sich auf das Kind überträgt. Das Baby wird dann sofort aus der Trage genommen." Dahinter steckt nicht selten Angst. Zum Beispiel davor, dass die Beinchen eingeschnürt werden. Sylvia Galster stärkt die Eltern, zeigt ihnen, wie sie richtig mit den Tragemöglichkeiten umgehen, wie sie am besten in Gang kommen und welche Möglichkeiten es gibt, das Kind auch bei Wind und Kälte entsprechend einzupacken.

Die Transportmöglichkeit den Bedürfnissen anpassen

"Es gibt sehr gute Tragehilfen, sowohl bei den Tüchern als auch bei den Komforttragen. Man muss den Leuten nur mehrmals zeigen, wie sie am einfachsten damit umgehen. Ich finde es wichtig, dass man mehrere Tragehilfen ausprobieren kann." Am besten zu zweit. Denn nur die Trage, die beide Eltern akzeptieren, wird auch wirklich von beiden benutzt. Und so mancher skeptische Mann stellt schnell fest, dass es inzwischen eine Menge Tücher und Tragesysteme gibt, die von "zu öko" weit entfernt sind.

Die meisten heutigen Familien entscheiden sich sowieso für eine Mischung aus den Transportmöglichkeiten. Für längere Strecken oder Einkäufe einen Kinderwagen, für zuhause oder kleine Ausflüge, für Arztbesuche oder wenn das Kind krank ist, eine Trage oder ein Tuch. Und das Tuch kann man ja auch in den Kinderwagen legen und als Wickelunterlage oder Decke verwenden, solange man es nicht anderweitig benötigt. So ist man für alles gewappnet und kann sich der Situation entsprechend für die jeweils beste Lösung entscheiden.

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Quelle: t-online.de

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