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Kinderwunsch-Behandlung: Sachsens Modell für den Bund

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Schwanger mit Hilfe von Vater Staat

30.07.2010, 11:11 Uhr

Schwangere Frau mit Herz aus weißer Creme auf dem Bauch.

Sachsen hat ein Herz für Kinder. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Endlich schwanger mit Staatshilfe: Paare mit unerfülltem Kinderwunsch erhalten in Sachsen finanzielle Unterstützung bei künstlichen Befruchtungen. Seit März 2009 wurden auf diese Weise 112 Babys geboren, die ohne Steuergeld nicht auf der Welt wären. Der Freistaat macht sich nun dafür stark, dass die sogenannte assistierte Reproduktion nach diesem Modell in ganz Deutschland unabhängig vom Einkommen und sozialen Status möglich ist.

Kinderwunschbehandlung: Sachsens Modell für Bund

Sozialministerin Christine Clauß (CDU) strebt die Finanzierung durch den Bund an. Sie will bei der Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten kommende Woche in Dresden einen entsprechenden Antrag stellen. Interesse gebe es schon aus Ländern wie Thüringen oder Sachsen-Anhalt, sagt sie.

Ohne Staats-Förderung kein Kind

Der sechs Monate alte Janos aus Reichenberg bei Meißen beweist, dass sich das staatliche Engagement lohnt. "Ohne Förderung hätten wir ihn jetzt noch nicht", sagt Mutter Franziska Witzke. Die 27-Jährige und ihr 31 Jahre alter Mann Heiko sind noch einmal in eine Reproduktionsmedizinische Praxis in Dresden gekommen, um "Danke" zu sagen. Für Ministerin Clauß steht der kleine Blondschopf für den Erfolg des auch gegen Widerstände durchgesetzten "sächsischen Weges", jungen Paaren finanziell bei der Erfüllung des Kinderwunsches zu helfen.

Kassen sparen bei künstlicher Befruchtung

Seit 2004 tragen die Krankenkassen nur noch die Hälfte der Kosten für insgesamt drei künstliche Befruchtungen. Zuvor waren die Kosten für vier Behandlungen komplett übernommen worden. Der Sächsische Landtag hatte daher Ende 2008 beschlossen, Paare finanziell zu unterstützen. Seit 15 Monaten zahlt der Freistaat bei der zweiten und dritten Behandlung eine Pauschale von jeweils bis zu 900 Euro, für die vierte einen Zuschuss von 1600 bis 1800 Euro. Die potenziellen Eltern müssen verheiratet sein und mindestens ein Jahr im Land leben, die Frau darf nicht älter als 40 Jahre, der Mann nicht älter als 50 Jahre sein.

Trotz Sparkurs weiter unterstützt

Bisher wurden insgesamt 552 Behandlungen unterstützt, 2009 dafür rund 500.000 Euro ausgegeben, 2010 stehen 770.000 Euro bereit, sagte Clauß. An dem Modell solle trotz des Sparkurses "auf alle Fälle" weiter festgehalten werden. "Bisher wurden 112 Babys geboren, 41 Schwangerschaften bestehen noch", berichtet die Ministerin. Die Zahl der künstlichen Befruchtungen habe um rund 30 Prozent gegenüber 2008 zugenommen. "Wir werden auch von anderen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg beneidet", sagt der Dresdner Reproduktionsmediziner Hans-Jürgen Held. Durch die geforderte Zuzahlung seien die künstlichen Befruchtungen im Osten um die Hälfte, im Westen um 40 Prozent gesunken. "Mit Rückgang der Reproduktion wurden 10.000 Kinder weniger in Deutschland geboren", sagt Held.

Eisern sparen für den Nachwuchs

Auch die Witzkes mussten eisern für den Nachwuchs sparen. "Wir haben Urlaube und so zurückgefahren", sagt die junge Mutter. Die Kinderkrankenschwester und der Technische Assistent berappten 8000 bis 9000 Euro für mehrere Fehlversuche und teure Medikamente. Nach drei Behandlungen war die Schmerzgrenze erreicht, die emotionale Belastung sehr hoch. "Da erlebt man auch als Paar Höhen und Tiefen." Die Hilfe des Landes habe sie in einem vierten Versuch bestärkt. Nach zweieinhalb schwierigen Jahren wurden sie dann mit der "frohen Botschaft", dass es endlich geklappt hat, belohnt. "Man kann das nicht in Worte fassen, wenn man so einen langen Weg gegangen ist." Janos soll nun auf alle Fälle noch ein Geschwisterchen bekommen.


Quelle: dpa

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Kommentare (3)

zum Forum

Thema: "Kinderwunsch-Behandlung: Sachsens Modell für den Bund"

Mia schrieb: am 13. August 2011 um 10:27:40
(0) (0) Ki-Wu
Ich finde die Unterstützung die das Bu-Land bietet, toll. Meist findet sich kein Grund warum ein Paar nicht schwanger wird. Wenn die
KK die Hälfte der Kosten übernimmt, bleiben immer noch pro Versuch ca. 2500 Euro die ein Paar erst einmal aufbringen muss. Ist die Frau Ü-40 zahlt die KK in den meisten Fällen nicht. Von der phsy. Belastung mal ganz abgesehen.
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Noah schrieb: am 1. August 2010 um 17:50:36
(0) (0) Verantwortung
Es gibt bereits geborene Kinder, welchen verschiedene Hilfe und Unerstützung nicht erteilt werden kann, weil keine Gelder
dafür vorhanden sind. Ich bin der Meinung, dass die Gesellschaft erst einmal dafür sorgen sollte, bereits lebende Kinder vernünftig und sinnvoll zu versorgen.
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M.E. schrieb: am 31. Juli 2010 um 21:10:48
(0) (0) Sachsen gibt Geld f. Eltern mit Kinderwunsch
Toll ! - wenn ein Bundesland sich es leisten kann ! Hamburg, SH m NRW, Saarland usw. nicht
, denn diese Bundesländer müssen die Schulen, Straßen und Gebäude aus normalen Steuermitteln finanzieren, die bekommen keinen Hilfe von der EU und keinen Solidaritätszuschlag vom Bürger um die Straßen, Gebäude usw. zu renovieren. Wenn die alten Bundesländer die Gelder hätten, könnten sie auch Kitas einrichten und Eltern bei Kinderwunsch einen Zuschuss gewähren. Wo Geld fehlt kann man nicht helfen
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