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Kinderzimmer gestalten: Neue Farben für das Kinderzimmer

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Die richtige Farbe fürs Kinderzimmer

12.10.2011, 10:53 Uhr | Simone Blaß

Der Stil des Kinderzimmers ändert sich im Lauf der Entwicklung.

Der Stil des Kinderzimmers ändert sich im Lauf der Entwicklung. (Bild: Imago)

Farben haben einen großen Einfluss auf unsere Stimmung. Und richtig kombiniert ergeben sie vor allem im Kinderzimmer ein fröhliches, kleines persönliches Reich. Doch während sich die Farbwohnwünsche Erwachsener im Durchschnitt nur etwa alle zehn Jahre verändern, so geht das bei Kindern deutlich schneller. Ein neuer Farbwunsch für das Kinderzimmer geht interessanterweise sogar oft mit einem weiteren Entwicklungsschritt einher.

Die Qual der Wahl

Die Farbgestaltung im Kinderzimmer ist nicht immer einfach, da es ein Raum für alle Tageszeiten und verschiedenste Beschäftigungen ist. Auf der einen Seite soll die Farbe anregend wirken, auf der anderen Seite beruhigend. Sie soll beim Hausaufgabenmachen unterstützen, aber auch den Einschlafprozess nicht negativ beeinflussen. Und zu bunt sollte es auch nicht sein, weil man das erstens nicht lange sehen kann und Kinderzimmer zweitens per se meist eher unruhig wirken. Zusätzlich möchte man natürlich die persönlichen Farbwünsche des Kindes beachten und wenn möglich seiner Lieblingsfarbe einen Raum geben.

Größe des Kinderzimmers ist bei Farbwahl entscheidend

Obwohl das Kinderzimmer ein so häufig beanspruchter Raum ist, ist es doch oft noch der kleinste in der ganzen Wohnung, oft sogar kleiner als das Elternschlafzimmer, das deutlich weniger frequentiert wird.  Auch dieser Tatsache muss bei der Gestaltung entsprochen werden, denn die falschen Farben können einen Raum schnell erdrückend wirken lassen. Ist das Kinderzimmer aber zu groß, so kann ebenso schnell ein Gefühl des Verlorenseins entstehen. Hier ist es sinnvoll, mit verschiedenen Farbtönen und eventuell auch Mustern zu spielen und Raumteiler zum Einsatz kommen zu lassen, um das Zimmer damit in verschiedene Bereiche zu untergliedern.

Eine Frage der Gesundheit

Bei vielen Materialien, mit denen man ein Zimmer renovieren kann, ist die Auswirkung auf Kinder noch nicht erforscht. Da aber Lacke, Imprägnierungsmittel und Kleber bereits öfter negativ in die Schlagzeilen geraten sind, sollte man gerade beim Herrichten eines Baby- oder Kinderzimmers darauf achten, dass die verwendeten Stoffe unbedenklich sind. Das beginnt bereits bei atmungsaktiven Naturfarben, die Dispersionsfarben grundsätzlich vorzuziehen sind. Oft streichen und werkeln ja auch die werdenden Mütter noch selbst mit, um das "Nest" richtig kuschelig zu gestalten. Aber gerade sie sollten eventuell auftretende, gefährliche Dämpfe und Lack-Ausdünstungen meiden. Auch bei der Verwendung von Tapeten sollte man darauf achten, solche ohne Formaldehyd zu kaufen. Ein paar Euro mehr sind hier in die Gesundheit gut investiert. Das gilt aber auch für die Möbel. Massivholzmöbel sind oft besser als solche aus Spanplatten, auch ist es sinnvoller sie zu wachsen statt zu lackieren. Auf keinen Fall sollte man mit dem Renovieren eines Babyzimmers bis kurz vor der Geburt warten, sondern dem frisch gestrichenen Raum und den neuen Möbeln noch ein paar Wochen die Möglichkeit geben, "auszulüften".

Die Farbgestaltung des Kinderzimmers - eine Frage der Psychologie

Neben der Verwendung von schadstoffarmen Farben sollte man auch auf deren psychologische Wirkung achten. Die Farbe, die man einem Raum gibt, entscheidet nämlich grundlegend über die Stimmungen, die in diesem Raum vorherrschen werden. Blau- oder Grüntöne wirken beruhigend, rot, gelb und orange anregend – so könnte man die Erkenntnisse der Farbpsychologie im Kurzen zusammenfassen. Allerdings sollte man bei der Kinderzimmer Gestaltung bedenken, dass es von jedem Grundton zahlreiche Mischtöne gibt. Von ganz warm bis ganz kalt. Wenn man Farben richtig kombiniert oder mit entsprechenden Bordüren oder Wandtattoos verschönert, so kann man übrigens auch ihre Wirkung auf die Seele verändern.

Ein eigenes Reich für das Baby

Grundsätzlich braucht ein Baby in den ersten Monaten noch kein eigenes Zimmer. Trotzdem ist es schön, wenn man bereits einen Raum hat, den man liebevoll und voller Vorfreude herrichten kann und in dem man die wichtigsten Dinge, die das Kind braucht, gut verstauen kann. Ein Babyzimmer sollte grundsätzlich, auch farblich, eher schlicht gestaltet sein, aber einiges an Blickfang bieten. Hier sind klare Formen gefragt, kein Durcheinander an Formen und Farben, beispielsweise Mobiles über dem Wickeltisch. Sinnvoll ist es, Wandfarbe, Tapeten oder Dekoration wie etwa Vorhänge so zu wählen, dass sie dem Kind auch später noch gefallen beziehungsweise relativ einfach entsprechend verändert werden können. Farbexperten empfehlen hier ein sanftes Orange oder ein ansprechendes Gelb.

Kompletteinrichtung oder Individualität

Möbelhäuser bieten in der Regel bereits fertig zusammengestellte Kinderzimmer an, die auch preislich meist durchaus akzeptabel sind. Allerdings spricht einiges gegen ein solches "Fertigprodukt". Zunächst einmal muss man sich fragen, ob es den Ansprüchen des Kindes an Spiel-, Schlaf- und Arbeitszimmer gerecht wird. Schließlich ist das Kinderzimmer der Raum, der am meisten beansprucht wird. Bei der Planung sollte man also nicht nur überlegen, ob sich die Komplettkinderzimmereinrichtung später auch als Jugendzimmer eignen könnte und ob es nicht sinnvoller wäre, die Möbel individuell zusammenzustellen. Oft ist es gar nicht nötig, viel Geld auszugeben. Manches Möbelstück, das sonst in der Wohnung oder im Haus keinen Platz findet, ist – farblich richtig aufgepeppt – für das Kinderzimmer wunderbar geeignet. Ändert sich dann der Geschmack des Nachwuchses, so kann man entweder das jeweilige Möbelstück dem anpassen oder dann leichteren Herzens ein neues Möbelstück dazu kaufen.

Die Sache mit der Ordnung

Kinderspiel ist kreativ. Und Kreativität ist oftmals mit Ordnung schwer in Einklang zu bringen. Aber man kann es dem Kind auch leichter machen, indem man ihm geschlossene Regalelemente, Bettunterkästen und große Kisten als Stauraum anbietet. Mit deren Hilfe sind Lego, Barbie-Zubehör, Playmobil und Co. auch abends vor dem Schlafengehen noch schnell verstaut und das Zimmer ist wieder ordentlich. Diese praktischen Boxen gibt es in allen möglichen Farben und sie sind in der Regel stapelbar. Im Vergleich zu ihrem Fassungsvermögen nehmen sie relativ wenig Platz weg.

Magnetfarbe zum Gestalten

Praktisch ist auch eine Farbe, die sich Magnetfarbe nennt und die man optimal für die Gestaltung von Kinder- und Jugendzimmern einsetzen kann. Sie wird einfach auf die Wand aufgestrichen und hält vom Magnetbuchstaben bis zum späteren Bandposter alles, was an der Wand kleben soll.

Das Jugendzimmer - ein Fall für sich

Jugendliche haben übrigens ganz andere Farbvorlieben als Kinder oder Erwachsene. Besonders beliebt, vor allem als Zeichen der Abgrenzung, sind Volltöne und schwarz. Warum nicht diesem Wunsch nachgeben? Nur sollte die Wand vorher unbedingt tapeziert werden, damit sie sich bei entsprechender Farbneuorientierung oder einem Umzug problemlos wieder in eine mit einer "normalen" Farbe verwandeln kann.

Kinder unbedingt mit einbeziehen

Egal, ob das Kind sechs Jahre oder sechzehn Jahre alt ist, es sollte in die Planung mit einbezogen werden. Denn es ist sein Reich und es muss sich darin wohl fühlen. Letztendlich kommt es lediglich darauf an, Fantasie und Funktionalität in Einklang zu bringen.


Simone Blaß  

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