25.08.2011, 11:34 Uhr
Die Hilfsbereitschaft von Kindern sinkt, wenn sie beobachten, dass jemand anderen mutwillig schadet. (Bild: imago)
Kleinkinder nehmen nicht nur das Verhalten anderer wahr, sondern auch deren Absichten. Das haben jetzt Forscher aus Leipzig gezeigt. Wer selbst hilfsbereit ist, kann auf die Hilfe von Kindern zählen - und das sogar, wenn er unbeabsichtigt anderen geschadet hat. Dagegen müssen Menschen mit unlauteren Motiven auf die Unterstützung der Kleinen verzichten: Die Hilfsbereitschaft von Kindern sinkt, wenn sie beobachten, dass jemand anderen mutwillig schadet. Schon wenn derjenige nur böswillige Absichten hegt, zeigen sich Kleinkinder weniger entgegenkommend. Die Beobachtungen werfen ein neues Licht auf die Entstehung von Moralvorstellungen und deren Bewertungen bei Kindern, berichtet das Forscherteam um Amrisha Vaish vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im Fachjournal "Child Development".
Die Wissenschaftler konfrontierten in zwei Studien 100 Dreijährige mit unterschiedlichen Szenarien. So beobachteten die Kleinen beispielsweise, wie hilfsbereite Erwachsene eine Zeichnung zusammenklebten, die ein Dritter zuvor mutwillig zerfetzt hatte. In einem anderen Test mussten die Kinder mit ansehen, wie jemand absichtlich die Arbeit eines anderen zerfledderte. Außerdem beobachteten die Kleinen Erwachsene, die offensichtlich ein bemaltes Blatt Papier zerreißen wollten, das aber nicht schafften. Und schließlich sahen sie Personen zu, die aus Versehen die Zeichnung eines anderen zerstörten.
Im Anschluss spielten die Erwachsenen ein Spiel, bei dem die Kinder den Großen unter die Arme greifen sollten. Die Forscher beobachteten, dass sich die Kinder kollegial gegenüber Erwachsenen verhielten, die zuvor selbst anderen geholfen oder aber lediglich versehentlich jemandem Schaden zugefügt hatten. Dagegen mussten diejenigen, die jemandem bewusst und absichtlich geschadet hatten, auf die Hilfe der Kleinen verzichten. Ebenso ging es denen, die zwar geplant hatten, andere zu ärgern, dies aber nicht umsetzten.
Das Verhalten der Kleinen lässt vermuten, dass Kinder bereits im Alter von drei Jahren nicht nur ein Verständnis für das moralische Verhalten anderer entwickeln, sondern auch die Absichten erfassen können, die dem Verhalten eines anderen zugrunde liegen. "Unsere Studie gibt Aufschluss über die Entwicklung von Moral bei Kindern und stellt bisherige Annahmen infrage, die besagen, dass Kleinkinder keinen Unterschied machen und allen gleichermaßen helfen", resümiert Vaish.
Quelle: dapd
heiner schrieb:
am 29. September 2011 um 18:38:21
(3)
(0)
kinder
Wenn das alles so stimmt,dann hätte man die fiesen Ratten in Industrie,Handel und Politik die uns heute so drangsalieren ,schon im
zarten Alter von 3 Jahren
unschädlich machen können !
mehr
Kommentar melden
Lars schrieb:
am 30. November 2010 um 09:50:35
(2)
(0)
Moral
Ist das hier mal wieder eine schöne Elfenbeinturmdiskussion. Tatsache ist, dass sich der Stärkere einfach durchsetzt - das hatte der
alte Darwin schon erkannt.
mehr
Kommentar melden
Melvin schrieb:
am 20. November 2010 um 17:40:51
(2)
(0)
Moral
Wieder ein Beitrag zur Legende des "guten" Menschen. Moral und Ethik sind nichts natürlich angeborenes, sondern sind, wenn vorhanden,
anerzogen. Meinetwegen auch autodidaktisch. Spätestens, wenns ums den eigenen Vorteil geht, ists vorbei damit.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special

Fakten über Bettnässen, Therapien und Interviews mit Betroffenen. Bettnässen und Schlafprobleme
Fieber, Halsschmerzen, Bauchweh? Hier finden Sie den richtigen Arzt für Ihr Kind. Kinderarzt-Suche