06.07.2009, 10:53 Uhr | rev
Wie können Eltern gutes Benehmen am besten vermitteln? (Bild: Imago)
Kleinkinder, die sich im Supermarkt kreischend auf den Boden schmeißen, weil sie nicht die gewünschten Süßigkeiten bekommen. Kinder, die beim Essen im Lokal ihre Langweile damit bekämpfen, dass sie wild unter, über und zwischen den Tischen und anderen Gästen umher toben. Pubertierende Teenager, die gar nicht einsehen können, warum sie am 70. Geburtstag der Großmutter auf ihre geliebten Baggy-Jeans verzichten sollen. Bis der Nachwuchs erst einmal gelernt hat, sich gut zu benehmen, werden Eltern in zahlreiche Situationen verwickelt werden, in denen sich die Kinder alles andere als höflich und rücksichtsvoll verhalten. Warum aber ist es so wichtig, dass Kinder lernen, sich zu benehmen? Und wie können Eltern angemessenes und respektvolles Verhalten am besten vermitteln?
"Der große Knigge" nennt drei Gründe, warum Eltern ihren Kindern gutes Benehmen beibringen sollten: Den Kindern zuliebe, den anderen zuliebe und sich selbst zuliebe. Kleinen Kindern mögen andere noch nachsehen, wenn sie sich einmal danebenbenehmen. Doch spätestens in der Schule wird sich schlechtes soziales Verhalten und Unhöflichkeit negativ auswirken. Womöglich durch schlechte Noten, mit Sicherheit jedoch durch ein gespanntes Verhältnis zu Mitschülern und Lehrern, eben zum sozialen Umfeld. Das trifft natürlich erst recht auch auf das spätere Arbeitsleben zu, wenn zum Beispiel schon kleinere Formfehler zum Scheitern beim Bewerbungsgespräch führen können. Denn grundsätzlich gilt: Wer anderen Freundlichkeit, Rücksicht und Hilfsbereitschaft entgegenbringt, wird diese Eigenschaften auch von anderen erfahren.
Wenn Kinder sich schlecht benehmen, belästigen sie damit häufig andere Menschen. Hier stehen die Eltern in der Verantwortung, die dann auch abwägen müssen: Reagiert in einer bestimmten Situation ein anderer vielleicht einfach nur überempfindlich oder ist das Verhalten des eigenen Kindes tatsächlich unhöflich und so nicht zu dulden. Dann sind die Eltern gefragt, denen schnell "schlechte Erziehung" angelastet wird, wenn der Nachwuchs andere stört oder belästigt. Beherrschen die eigenen Sprösslinge die angemessenen Benimmregeln, hilft das also auch sowohl ihrem Umfeld als auch ihnen selbst.
Kinder müssen die Höflichkeitsregeln des Zusammenlebens erst noch lernen. Wenn sie sich unhöflich benehmen, geschieht das selten aus böser Absicht. Kinder sind sich den Erwartungen, die an sie zumindest später einmal gestellt werden, noch nicht bewusst und sie wissen auch noch nicht, wie man sich angemessen ausdrückt. So äußern Kleinkinder ihre Wünsche oft in Form von Geschrei, Wut und auch körperlicher Gewalt.
Kinder schauen sich Verhalten vor allem von ihrer Umgebung ab. Da sie bis ins Jugendalter hinein einen sehr großen Teil ihrer Zeit in der Familie verbringen, wirkt insbesondere das Benehmen der Eltern als Vorbild. Es ist deshalb wichtig, dass Eltern die richtigen Werte sowie höfliches und respektvolles Benehmen ihren Kindern vorleben. Beschimpft der Vater beispielsweise regelmäßig seinen Chef als "Idioten", wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, wird es für das Kind wenig Gründe geben, warum es nicht auch Leute auf diese Weise beleidigen sollte. Ist das Kind nicht gewohnt, an ordentlich gedeckten Tischen zu essen, wird es sich auch beim Besuch im Restaurant schwerer tun.
Oft wissen Kinder nicht, wenn sie sich "falsch" benommen haben und warum andere verärgert reagieren. Deshalb ist es wichtig mit dem Kind zu sprechen und zu erklären, weshalb das Verhalten nicht in Ordnung war. Denn eigentlich wünscht sich jedes Kind, die Dinge richtig zu machen und dafür respektiert und gemocht zu werden. Eltern sollten Kindern dann nicht nur sagen, was gutes Benehmen ist, sondern auch warum das so ist. Die Begründung "Das ist halt so" reicht Kindern nicht aus und überzeugt sie meistens nicht.
Kinder sollten nicht ohne Grenzen aufwachsen. Ihnen muss bewusst werden, dass sie weder immer bekommen können, was sie wollen, noch dass sie alles machen können, was ihnen gerade einfällt. Zu viel Freiheit führt dazu, dass Kinder leicht die Orientierung in ihrem Verhalten verlieren. Eltern sollten daher darauf achten, dass das Kind die bereits gelernten Verhaltensregeln auch wirklich anwendet. Falsches Benehmen sollte insofern auch Konsequenzen für das Kind haben. Statt einfach wahllos mit Strafen wie Taschengeldentzug oder Hausarrest zu drohen, sollten diese Konsequenzen logisch aus dem falschen Verhalten hervorgehen. Beispiele aus dem "großen Knigge": "Du spielst mit deinem Essen? - Anscheinend bist du satt. Dann kann ich den Teller ja abräumen." Oder: "Du ärgerst Kinder, die schwächer sind als du? - Dann gehen wir jetzt nach Hause, damit die anderen in Ruhe spielen können." Dabei sollten Eltern aber nicht vergessen, die Kinder auch zu loben, wenn sie sich richtig verhalten. Das stärkt die Kleinen in ihrem Selbstbewusstsein, was ihnen noch mehr Sicherheit in ihrem Verhalten geben wird.
Quelle: t-online.de
mausi schrieb:
am 6. September 2011 um 19:31:59
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Knigge für Kinder
Naaaaa super und dann????Sind die Kinder in der Schule,wird sich benommen.Sind die Kinder aber wieder zu Hause dürfen sie
machen was sie wollen.Ich finde,dass gute Erziehung zu Hause anfangen sollte.....Grenzen ja aber mit viel Herz bei der Sache.Hat bei unserm Sohn auch funktioniert.
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Rene schrieb:
am 22. Dezember 2010 um 12:01:25
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Kindererziehung
Wie nur können Eltern Kinder erziehen, wenn sie selbst keine Erziehung genossen haben ? Die Eltern wurden nicht zuletzt
durch die Mitwirkung des Staates " Antiautoritär " erzogen und geben dies an ihre Kinder weiter. Den Erziehungserfolg können wir jeden Tag auf den Straßen, in den Bahnen oder Gaststätten sehen. Ein Bürger, der sich darüber beschwerd wird sogar noch von den Eltern dieser Kinder angepöbelt. Auch die Schule hat später keinen Einfluß mehr auf das Verhalten der Kinder.
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cello008 schrieb:
am 18. August 2010 um 12:18:14
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Delija
Was soll Schule denn noch alles erbringen??Die Eltern schaffen sich Kinder an, sind aber nicht bereit, ihren Erziehungsaufgaben
nachzukommen. Man kann nicht für alles nach dem Staat rufen,sondern muss seine Pflichten selbst erfüllen.Die Schule hat heute schon soviele Aufgaben des Elternhauses übernommen, dass bald der eigentlich Auftrag dieser Institution neu überlegt werden muss. --Gut, dass ich in jeder Hinsicht damit nichts mehr zu schaffen habe!!
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