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Tattoos, Piercings und Co. - Was ist unbedenklich?

vom Tue Mar 09 17:15:21 CET 2010 | iri

Bauchnabelpiercing, künstliche Nägel, tätowiertes Dekolleté - Körperverschönerungen sind Trend. Aber was ist, wenn Frau schwanger wird? Sollte sie dann alle Piercings und die Kunstnägel entfernen?

Tattoos können in der Schwangerschaft ihre Form verlieren.

Tattoos können in der Schwangerschaft ihre Form verlieren. (Bild: Imago)

Tattoos lieber verschieben

Den Wunsch nach einem Tattoo sollte man lieber auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschieben, denn kein seriöser Tätowierer wird eine Schwangere tätowieren. Die Farben bestehen nicht nur aus extrem beständigen Farbpigmenten, sondern enthalten auch Schwermetalle, die über das Blut der Mutter zum Ungeborenen gelangen können. Schwangere, die bereits ein Tattoo am Bauch oder der Beckenleiste haben, müssen damit rechnen, dass dieses sich nach der Schwangerschaft unter Umständen nicht wieder in seine ursprüngliche Form zurückzieht. Dies liegt am Bindegewebe und das ist von Frau zu Frau verschieden, wobei gerade jüngere Frauen öfter mit Schwangerschaftsstreifen zu kämpfen haben, da diese meist ein strafferes Bindegewebe haben, das leichter einreißt. Manche Anästhesisten weigern sich auch, Schwangeren, die ein sogenanntes "Arschgeweih" haben, bei der Geburt eine sogenannte "Periduralanästhesie" (PDA) zu geben, denn die Punktionsnadel, die zwischen die Lendenwirbel geschoben wird, könnte Farbpigmente in den Körper transportieren.

Piercings rausnehmen?

Intimpiercings sollten nicht erst bei der Geburt, sondern bereits zu Beginn der Schwangerschaft entfernt werden, da sie bei den Vorsorgeuntersuchungen stören. Auch sonst ist es ratsam, die Piercings rauszunehmen, denn durch die hormonellen Veränderungen erhöht sich die Entzündungsgefahr und allergische Reaktionen, selbst gegen Metalle, die bisher vertragen wurden, sind möglich. Neue Piercings sollten daher auf jeden Fall erst nach der Schwangerschaft gestochen werden! Gerade beim Bauchnabelpiercing besteht die Gefahr, dass das Loch durch das Wachstum des Bauches reißen kann, zudem können Piercings im Bauchnabel die Ultraschalluntersuchungen beeinträchtigen. Wer allerdings nicht ganz auf seine Piercings verzichten möchte, sollte sich spätestens ab dem vierten Monat ein spezielles Schwangerschaftspiercing kaufen. Diese Spezialpiercings sind aus hochwertigem Kunststoff, der einerseits die Untersuchungen nicht weiter beeinträchtigt und das Allergierisiko mindert sowie andererseits recht dehnbar ist und somit ein Einreißen des Piercingloches verhindern kann. Spezielle Schwangerschaftspiercings gibt es zum Beispiel im Internet zu bestellen unter www.schwangerschaft-piercing.de.

Intimbereich: Rasur oder Enthaarungscreme?

"Weniger ist mehr" beziehungsweise gar nichts ist Trend im Intimbereich. Rasur, Wachs oder Enthaarungscremes, was ist in der Schwangerschaft zur Haarentfernung erlaubt? Rasieren und Wachsen ist, sofern der Bauchumfang es zulässt, kein Problem. Aufgrund der hormonellbedingten, besseren Durchblutung kann es aber eher zu blauen Flecken kommen und das Wachsen oder Epilieren kann schmerzhafter sein als sonst. Auf Enthaarungscremes sollte lieber verzichtet werden, da allergische Reaktionen auf die chemischen Inhaltsstoffe nicht ausgeschlossen werden können.

Auf Strähnchen oder pflanzliche Haarfarben umsteigen

Strähnchen oder gefärbte Haare sind bei Frauen sehr beliebt, in der Schwangerschaft hören jedoch viele damit auf, aus Angst, dem ungeborenen Kind damit zu schaden. Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass chemische Haarfarben für Ungeborene gesundheitsschädlich sind. Erwiesen ist, dass herkömmliche Haarpflege- und Färbeprodukte keine hochgiftigen Bestandteile beinhalten und somit wahrscheinlich unbedenklich sind. Wer jedoch sichergehen möchte, kann auf pflanzliche Haarfarben, reines Henna oder Strähnchen umsteigen, da bei Strähnchen die Farbe nicht direkt mit der Kopfhaut in Kontakt kommt. Schwangere Frauen sollten sich wohlfühlen und da ist es Ermessenssache, ob man sich die Haare färbt, weil man sich dann schöner fühlt oder sich stattdessen im Extremfall neun Monate lang Sorgen über mögliche Schädigungen des Kindes macht.

Solariumsbesuche sind prinzipiell möglich

Einige Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Stimmungsschwankungen oder Depressionen. Um das Wohlbefinden zu steigern, gehen manche ins Solarium, aber wie gefährlich sind die stimmungsaufhellenden Strahlen für den Fötus? Man sollte immer auf die richtige Strahlenstärke und Anwendungsdauer achten, generell ist weniger immer besser als zuviel. Gerade Schwangere sollten sich nur kurz auf die Sonnenbank legen. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass sich durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft, die Hautpigmentierung verändert und leichter hässliche Pigmentflecken entstehen. Wer unsicher ist, kann entweder beim Gynäkologen nachfragen oder sich im Solarium über die angemessene Strahlendosis und -dauer informieren und beraten lassen.

Schadet Amalgam dem Fötus?

Sorgfältige Zahnpflege in der Schwangerschaft ist unerlässlich, denn gerade in dieser Zeit ist das Zahnfleisch besonders gut durchblutet und anfälliger für Erkrankungen wie zum Beispiel Parodontitis. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sollten daher eingehalten werden. Größere Behandlungen, bei denen geröntgt oder Betäubungsspritzen gegeben werden müssen, sollten, wenn möglich, lieber erst nach der Geburt erfolgen. Wenn jedoch beispielsweise eine Zahnfüllung unvermeidlich ist, sollte kein Amalgam verwendet werden, stattdessen lieber Füllungen mit Kunststoff nehmen. Es ist zwar nicht wissenschaftlich belegt, dass der Quecksilberanteil in Amalgamfüllungen schädlich für das Ungeborene ist, aber es kann die natürliche Blut-Plazentaschranke überwinden und somit ist eine Schädigung des Embryos theoretisch möglich.

Statt Kunstnägeln lieber selber lackieren

Besonders beliebt bei Frauen sind seit einiger Zeit künstliche Fingernägel. Auch in der Schwangerschaft steht diesem Trend prinzipiell nichts im Wege, man sollte aber darauf achten, keine Acrylnägel zu nehmen, denn diese sind, auch bei Nichtschwangeren aufgrund der chemischen Substanzen gesundheitlich fragwürdig. Stattdessen lieber auf Gelnägel umsteigen, die sind besser verträglich, lösen weniger allergische Reaktionen aus und beim Auftragen entstehen weniger schädliche Lösungsmitteldämpfe. Wer allerdings trotzdem Bedenken hat, beziehungsweise sichergehen will, kann auch ganz auf künstliche Nägel verzichten und die eigenen "natürlichen" Nägel mit speziellen Nagellacken aus Reformhäusern lackieren. Diese Nagellacke sind meist frei von Kunstharzen; aber auch hier gilt: Beim Lackieren gut lüften und die Hände möglichst weit weg vom Gesicht halten.


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