vom Mon Oct 13 14:51:32 CEST 2008
Feuer ist ein faszinierendes Element. Bei Kindern führt diese Faszination manchmal dazu, dass sie ihre eigenen gefährlichen Feuerexperimente durchführen. Wenn Eltern diese brenzligen Versuche entdecken, sollten sie nicht überreagieren. "Zündelnde Kinder sind keine böswilligen Brandstifter. Sie möchten nur ihr natürliches Interesse an Feuer ausleben", erklärt Jürgen Plass, Leiter der Erziehungsberatungsstelle in Fulda.

Kinder an Feuer gewöhnen (Bild: Archiv)
Bei zündelnden Kindern werde der Umgang mit Feuer in der Erziehung oft krampfhaft unterbunden. "Verbote fordern den kindlichen Trotz aber eher noch heraus. Wenn ein Kind keine Möglichkeit bekommt, in einem geschützten Rahmen Erfahrungen mit Feuer zu machen, wird es ich diese Erfahrungen selbst suchen", sagt Plass. Das geheime Funkenspiel gewinne dadurch an Brisanz, da die Kinder die Strafe ihrer Eltern fürchten. "Wenn dann etwas schief geht und sich das Feuer ausbreitet, trauen sich die kleinen Abenteurer nicht, ihre Untat zu beichten. Sie warten stattdessen lieber ab, ob das Feuer von selbst erlischt", sagt der Psychologe.
Man sollte Kindern daher möglichst rasch den vernünftigen Umgang mit Feuer beibringen. "Man kann Kindern beispielsweise erlauben, eine Kerze mit einem Streichholz anzuzünden oder Holzscheite in den Kamin zu legen. So wird der kindliche Entdeckungstrieb gestillt und die Kinder lernen, mit den Flammen umzugehen", erklärt Plass. Auch die negativen Effekte von Feuer sollten Kindern verdeutlicht werden. "Mit der Hand können schon die Kleinen an einer Kerze ganz vorsichtiger spüren, wie heiß eine Flamme ist. Diese Erfahrung ist einprägsamer als viel gutes Zureden". Auch Brandwunden, die man selbst erlitten hat, sollte man dem Nachwuchs zeigen und deutlich machen, dass so eine Verletzung sehr schmerzhaft ist.
Manche Kinder hätten allerdings einen besonderen Hang dazu, für Aufruhr zu sorgen - gerne auch durch ein kleines Feuer. "Meistens tun Kinder so etwas, weil sie Aufmerksamkeit suchen oder unter gehemmter Aggressivität leiden", sagt Plass. Hegten Eltern diesen Verdacht, sollten sie mit ihrem Kind eine professionelle Beratungsstelle aufsuchen, um dort gemeinsam den unterschwelligen Problemen auf den Grund zu gehen.
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