08.12.2011, 12:39 Uhr
Bei Teenagern ab 14 Jahren stehen Klamotten am höchsten im Kurs. (Bild: imago)
Manche Kinder kennen im Umgang mit Geld kein Maß. Teure Spielsachen werfen sie achtlos in die Ecke und der Markenpulli aus der Frühjahrs-Kollektion ist ihnen schon im Sommer zu "uncool". Eltern sollten ihren Sprösslingen daher schon früh die Verantwortung für bestimmte Geldbeträge überlassen. "Sobald ein Kind rechnen kann, sollte man ihm auch zutrauen, mit Geld umzugehen", sagt Erziehungsberaterin Claudia König aus dem hessischen Weyhers. Wir haben die wichtigsten Fakten rund ums Taschengeld zusammengestellt und unsere User gefragt, wie sie das Thema Taschengeld handhaben.
Kinder müssen früh den Umgang mit Geld üben. Im Hinblick auf die Finanzen im späteren Leben kann der Umgang mit Taschengeld eine wichtige Lernlektion für Kinder sein. Sie lernen, was teuer und billig ist, machen die Erfahrung, dass Geld schnell ausgegeben sein kann, wenn man es sich nicht einteilt und lernt Entscheidungen zu treffen: Ist eine Anschaffung sinnvoll und nötig oder nicht? Wie wichtig dieser verantwortungsvolle Umgang ist, belegen Zahlen: Zehn Prozent aller 20- bis 24-Jährigen, die in Deutschland leben, haben Verschuldungsprobleme. Frühes Taschengeld "garantiert zwar nicht, dass sie als Jugendliche nicht auch mal Fehler machen, aber die Anfälligkeit dafür sinkt durch den rechtzeitigen Umgang mit frei verfügbarem Geld enorm“, sagt Jörg Lampmann, Leiter einer Erziehungsberatungsstelle in Hamburg im Gespräch mit welt.de. Der Übungseffekt tritt aber nur ein, wenn Eltern wichtige Regeln einhalten.
Heute telefonieren schon Grundschulkinder ganz selbstverständlich mit ihren Handys und auch an Schulen sind Handys nicht mehr verboten, sondern es gibt Regeln zur Handynutzung: Im Unterricht müssen sie ausgeschaltet sein, es dürfen keine Fotos gemacht werden und es darf nicht klingeln, sonst werden sie vom Lehrer einkassiert. Manche Kinder neigen dazu, mit ihren tollen Handy-Modellen zu prahlen, das löst eine Lawine aus, denn alle anderen Kinder wollen dann auch neue Modelle. Außerdem geraten viele durch das Telefonieren mit dem Handy und das SMS schreiben schon früh in die Schuldenfalle.
Wie sieht es aber tatsächlich aus? Wie viele Kinder haben ein Handy? Und wie viel Geld geben sie dafür aus? 2008 besaßen 64 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen ein Handy, und 13 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen, das hat die Kids-Verbraucher-Analyse herausgefunden. 295 Euro betrugen die Handykosten der Kinder durchschnittlich im Jahr 2008. Rund 23 Euro Handykosten fallen pro Monat an, das sagt die Ehapa Kids-Verbraucher-Analyse. Zumindest einen Teil dieser Kosten tragen die meisten Kinder selbst mit.
In den letzten Jahren haben Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren stark an Kaufkraft zugelegt. Diese Gruppe umfasst in Deutschland etwa acht Millionen Menschen und verwaltet ein Vermögen von etwa 14 bis 15 Milliarden Euro. Es stellt sich die Frage, wofür das Geld verwendet wird. Bei einer repräsentativen Jugendstudie von "Youngcom!" wurden 1000 Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren nach ihrem Kaufverhalten befragt.
Bereich | Ausgaben in Mio. | Bereich | Ausgabe in Mio. |
1. Bekleidung, Mode, Schmuck | 4084 | 12. Computer(software), Videogames, Internet | 612 |
2. Weggehen, Essengehen, z.B. Disco, Kneipe | 2409 | 13. Hobbys | 487 |
3. Handygebühren | 1731 | 14. salzige Knabbersachen | 434 |
4. Fahrrad, Mofa, Moped, Auto, Führerschein | 1436 | 15. DVDs, Videos (gekaufte oder ausgeliehene) | 339 |
5. Eintrittskarten, z.B. für Kino, Konzerte, Sportveranstaltungen | 1114 | 16. Sachen fürs eigene Zimmer | 315 |
6. Imbissbuden oder McDonald‘s, Burger King, Subway, etc. | 1088 | 17. Sportartikel | 281 |
7. Getränke | 1058 | 18. Spielzeug | 212 |
8. Körperpflege, Haarpflege, Kosmetik, Friseur, Solarium | 947 | 19. Kosten für Internet-Downloads | 109 |
9. Süßigkeiten, Eis | 788 | 20. Handy Downloads | 92 |
10. Zeitschriften, Bücher, Comics | 666 | 21. Schulsachen | 85 |
11. Musik-CDs, -kassetten, Hörspiel-CDs, -kassetten | 618 |
Obwohl bei den sechs- bis zwölfjährigen Kindern am meisten Geld für Süßigkeiten und Eis ausgegeben wird, landet dieser Bereich insgesamt nur auf dem neunten Platz. Hieran zeigt sich, dass es die Jugendlichen ab 13 Jahren sind, die für den Großteil der Ausgaben sorgen. In der Altersgruppe der 13- bis 19-Jährigen liegt nämlich der Ausgabezweig "Bekleidung, Mode, Schmuck" vorne, der auch mit großem Abstand im Gesamtranking auf Platz 1 landet. Von den knapp 19 Milliarden Euro, die die Kinder 2010 ausgeben, gehen 17,06 Milliarden auf das Konto der Teenager zwischen 13 und 19 Jahren und nur 2,02 Milliarden auf das der Sechs- bis Zwölfjährigen, die natürlich weniger Taschengeld zur Verfügung haben.
Auch für Diskobesuche, Essen und Trinken geben Jugendliche viel Geld aus: 52,1 Prozent der Jugendlichen geben dafür zwischen elf bis 25 Euro und 23,2 Prozent zwischen 25 bis 50 Euro aus. Der größte Teil des Geldes geht bei Jugendlichen aber für Kleidung, Mode, Schmuck und Accessoires drauf.
Quelle: t-online.de
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