25.11.2011, 16:25 Uhr
Toben und mit Freunden spielen - das wollen unsere Kinder. (Quelle: imago)
Kinder sitzen nur noch vor dem Computer, bewegen sich nicht und beschäftigen sich mehr mit ihrem Handy als mit den Schulaufgaben. Diese Vorurteile sind weit verbreitet, werden nun aber durch das Ergebnis des neuen LBS-Kinderbarometers hinterfragt. So nennen 33 Prozent der mehr als 10.000 befragten Kinder in ganz Deutschland Sport an erster Stelle, wenn es darum geht, was ihnen zurzeit den größten Spaß bereitet. Was denken Deutschlands Kinder also wirklich? Was beeinflusst ihr Wohlbefinden und welche Wünsche haben sie an ihre Eltern? Das LBS-Kinderbarometer befragte Kinder zu Themen wie Mediennutzung, Wohnumgebung oder Elternhaus.
Sport ist die Aktivität, die Kindern am meisten Spaß macht. Zu diesem Ergebnis kommt das neueste LBS-Kinderbarometer. "An zweiter Stelle liegen die Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden", erklärte Anja Beisenkamp, Leiterin des Prosoz Instituts für Sozialforschung, das die Befragung im Auftrag der LBS West vorgenommen hatte.
Für das Kinderbarometer lässt die LBS regelmäßig rund 10.000 Kinder zwischen neun und 14 Jahren zu ihren Vorlieben befragen. Mit 33 Prozent liegt Sport in diesem Jahr als beliebteste Aktivität vor anderen Tätigkeiten. Etwa 30 Prozent der Kinder treffen sich am liebsten mit ihren Freunden. Nur sechs Prozent nannten den Computer als größten Spaßfaktor. Bei der Schule waren es ebenfalls sechs Prozent. Noch weniger Fans hatten "Lesen und Chillen" mit drei Prozent.
Beisenkamp wies darauf hin, dass die Kindheit eine Lebensphase "mit eigener Kultur und eigenen Regeln" sei. "Kindheit unterscheidet sich heute deutlich von der vor 20 oder 30 Jahren", erklärte sie. Das werde schon durch die "rasanten Veränderungen in der Medienwelt" verursacht.
Ein weiterer Themenschwerpunkt der Untersuchung waren die Wünsche der Kinder an ihre Eltern. Das Barometer zeigte, dass die Mehrheit der Kinder mit den Arbeitszeiten der Eltern zufrieden ist. Wenn ein Elternteil weniger Zeit mit Arbeiten verbringen sollte, dann der Vater. Diesen Wunsch äußerten 33 Prozent der Kinder.
Das Allgemeinbefinden der Kinder wird vor allem von der Familie beeinflusst, so die Untersuchung. An zweiter Stelle lag die Schule. Die Arbeitslosigkeit der Eltern hatte dagegen keine nachweislichen Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden der Kinder.
Nahezu allen befragten Kinder stand ein Computer mit Internetzugang zur Verfügung. Bei zwei Fünfteln steht dieser im Kinderzimmer und zwei Drittel davon können mit ihrem Computer ins Internet gehen. Obwohl ihr Anteil seit dem Kinderbarometer 2009 gestiegen ist, besitzen Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit arbeitslosen Elternteilen seltener einen Computer mit Internetzugang für sich allein. Auch haben Mädchen seltener allein einen Computer als Jungen. 85 Prozent der Neun- bis 14-Jährigen besitzen ein Handy.
Das sind die Daten in der Zusammenfassung:
"Statistiken, beispielsweise zur täglichen Nutzung des Computers, reichen nicht aus, um tatsächlich Rückschlüsse über das Verhalten der Jugendlichen ziehen zu können“, kommentiert Prof. Wassilios E. Fthenakis, Sprecher des Beirats des LBS-Kinderbarometers, die Ergebnisse. "Zum Wohlbefinden tragen viele Faktoren bei, die Erwachsene oft gar nicht wahrnehmen.“
Quelle: AFP , t-online.de
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