21.12.2011, 11:57 Uhr | Eva Neumann, dpa
Lebensgefahr: Im Internet kursieren Anleitungen für Würgespiele. (Quelle: dpa/tmn)
So genannte Würgespiele üben einen gefährlichen Reiz auf Jugendliche aus. Anleitungen und Videos kursieren im Internet und animieren zum Nachahmen. Dass dies lebensgefährlich ist, ist vielen nicht bewusst. In den vergangenen Jahren starben einige Teenager in Deutschland, nachdem sie sich bei den Spielen versehentlich zu Tode stranguliert hatten. Der Mediziner Lothar Schrod geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Eltern sollten ihre Kinder offensiv über die Risiken aufklären.
Vor zwei Jahren hatte der Tod eines 14-jährigen Gymnasiasten aus Brandenburg für Schlagzeilen gesorgt. Seine Mutter fand ihn leblos mit einem Strick um den Hals in seinem Zimmer. Auf dem laufenden Computerbildschirm flimmerte noch die Anleitung für ein "Würgespiel". Auch in den USA und in Frankreich kommen jährlich zahlreiche Kinder und Jugendliche dadurch ums Leben. "Würgespiele sind nichts Neues", sagt Schrod, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Frankfurt Höchst. "Bei diesen Spielen wird gezielt eine Bewusstlosigkeit provoziert. An der Grenze zur Bewusstlosigkeit, wenn das Gehirn vermindert durchblutet wird, entstehen rauschartige Eindrücke." Einen ähnlichen Charakter haben Selbstverletzungen oder Komasaufen.
Die Spiele mit verharmlosenden Namen wie "Pilotentest" oder "Indischer Traum" werden in verschiedenen Varianten praktiziert: Entweder drückt sich eine Person alleine mit den Händen oder auch mit einem Gürtel die Blutzufuhr am Hals ab. Mitunter gehen der Strangulation starke körperliche Belastungen wie schnelle Kniebeugen verbunden mit einem langen Ein- und Ausatmen (Hyperventilation) voraus. "Sauerstoffmangel im Gehirn führt zum einen zu einer kurzfristigen Ausschüttung von lebensrettenden Hormonen - wie in extremen Stresssituationen - und von Endorphinen. Zum anderen fallen die Gehirnzellen nach und nach aus", erklärt Schrod.
Viele Eltern sind überfordert, denn gerade die umstrittenen Action- und Ballerspiele sind beim Nachwuchs beliebt. zum Video
Besonders empfindlich seien die höheren Hirnfunktionen. Das hat eine ganze Reihe von Risiken zur Folge. Langfristig können nach einer Minderdurchblutung Nervenzellen geschädigt werden oder gar absterben. Wer ohnmächtig stürzt, kann sich gefährlich an Kopf oder Knochen verletzen oder sich auch übergeben. "Eine Ohnmacht kann epileptische Krampfanfälle, eine Gefäßblutung im Kopf oder auch einen Kreislaufstillstand provozieren", warnt Schrod. Mitschüler erkennen Komplikationen meist erst, wenn der Betroffene sich nicht nach einigen Minuten erholt. Im Ernstfall zählen jedoch Minuten. Besonders gefährlich ist das Spiel alleine, vor allem mit Hilfsmitteln: Wenn ein Jugendlicher die Schlinge um den Hals nicht rechtzeitig lockert, kann er sich selbst erwürgen.
Dass sie mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben spielen, ist den Jugendlichen oft nicht bewusst. Spielanleitungen werden durch Mundpropaganda, in Online-Kommentaren und Chat-Foren verbreitet. Die entsprechenden Stichworte bringen auf Plattformen wie YouTube oder MyVideo weit über 100 Treffer. Das Unternehmen jugendschutz.net arbeitet mit der Kommission für Jugendmedienschutz zusammen und kontrolliert das Internet. "Wir nutzen unsere Kontakte zu Google und anderen Plattformen und können sie bitten, Inhalte, die wir für jugendgefährdend halten, in den Über-18-Bereich zu schieben oder sie ganz aus dem Netz zu löschen", sagte Anja Zimmermann von jugendschutz.net. "Bei deutschen Anbietern stoßen wir mit unseren Anliegen in der Regel auf viel Gehör, bei ausländischen Anbietern gerade aus den USA ist es deutlich schwieriger."
Kindersicherungen auf dem Computer helfen nur bedingt: Eltern müssten sie durch Stichworte wie "würge" oder "pilot" manuell erweitern oder aber jede einzelne Seite ausfindig machen und blockieren, die sich mit dem Thema beschäftigt. Der ganze Filter nutzt zudem nur zuhause, nicht aber, wenn der Jugendliche bei einem Freund surft. Letztlich ist die einzige Chance, offensiv mit dem Thema umzugehen. Es reicht nicht, Kindern zu sagen, dass sie damit aufhören müssen. Sie müssen wissen, warum die Spiele so gefährlich sind und dass sie nichts mit einem coolen Spaß zu tun haben.
"Es gibt kaum spezifische Symptome, an denen ich erkennen kann, ob mein Kind Würgespiele spielt und gefährdet ist", sagt Schrod. Striemen oder Flecken am Hals, sowie kleine Stauungseinblutungen im Gesicht können Warnzeichen sein. Darüber hinaus gilt es, das Verhalten des Kindes im Blick zu haben: Häufiger Rückzug, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche können genauso Signale sein wie herumliegende Bänder oder Gürtel.
Quelle: dpa-tmn
Archeopterix schrieb:
am 7. Februar 2012 um 18:49:59
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Entchen
Es ist erstaunlich, wieviele verschiedene Enten man im Netz findet.
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Mistkratzer schrieb:
am 1. Januar 2012 um 09:55:59
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@Entchen
Meinetwegen können Sie sich gelbe Backsteine an die Brustwarzen hängen, sich mit Erdnussbutter eincremen und nackt durch die
Wohnung springen, wenns gefällt - Sie interessieren mich überhaupt nicht!
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Entchen schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 11:19:03
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@Mistkratzer
Mensch der Mistkratzer wie kann man sich vor den Kindern nur so äussern? Natürlich ist es aus pädagogischer Sicht nicht
erstrebenswert wenn die Kids sowas nachmachen, aber ich muss verschämt gestehen, nir gefält das auch. Bin ich jezt schlecht?
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