19.04.2011, 15:54 Uhr
Mehr als die Hälfte der Lehrer glaubt, dass ihr Beruf schwieriger geworden sei. (Foto: imago)
Wie hat sich der Beruf des Lehrers in den letzten Jahren verändert? Dieser Frage ist eine in Berlin veröffentlichte Allensbach-Studie zur Schul- und Bildungspolitik in Deutschland nachgegangen. Für die Umfrage im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland wurden 2227 Bundesbürger und 536 Lehrer befragt.
Unterrichten ist für viele Lehrer in den vergangenen Jahren deutlich anstrengender geworden. Davon ist mehr als jeder zweite Pädagoge (57 Prozent) überzeugt. Drei Viertel der befragten Lehrer beklagen bei ihren Schülern Konzentrationsprobleme sowie eine zu materialistische Einstellung. Dennoch würde sich eine große Mehrheit von 76 Prozent wieder für den Lehrerjob entscheiden.
Die Studie wirft ein kritisches Bild auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Lediglich acht Prozent der Lehrer sagen, dass ihr Einfluss auf die Schüler groß ist. Fast die Hälfte der Lehrer (48 Prozent) meint hingegen, dass sie nur wenig oder gar keinen Einfluss auf ihre Schüler haben. Aus ihrer Sicht haben die Medien und der Freundeskreis deutlich mehr Einfluss, auch mehr als die Eltern.
Dabei wünschen sich Lehrer oft etwas mehr Engagement der Eltern. 78 Prozent haben aber schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass Eltern bei der Erziehung überfordert sind. Auch achten viele Eltern aus Sicht der Lehrer zu wenig darauf, wie ihre Kinder die Freizeit verbringen. Knapp drei Viertel (72 Prozent) der befragten Lehrer beobachten zudem, dass Eltern oftmals zu wenig Zeit für ihre Kinder haben. Rund drei Viertel der Hauptschullehrer, aber nur 28 Prozent der Gymnasiallehrer geben an, dass sich Eltern zu wenig für die schulischen Leistungen ihrer Kinder interessieren.
Lehrer und Bevölkerung sind sich einig, dass die Schule nicht nur Wissen, sondern auch Werte wie Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft sowie Leistungsbereitschaft vermitteln sollte. Allerdings meint nur etwa jeder dritte Lehrer (37 Prozent), dass ihm die Vermittlung von Werten tatsächlich gelingt. Bei Lehrern an Hauptschulen sind dies sogar nur 17 Prozent.
Ebenso wie viele Bürger hadern auch Lehrer mit den unterschiedlichen Bildungsstandards in Deutschland. 72 Prozent der Lehrer und 78 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für einheitliche Abschlussprüfungen und ein bundesweites Zentralabitur aus. Breite Zustimmung finden auch die Ganztagsschulen. 61 Prozent der Bürger stehen diesem Schultyp positiv gegenüber, nur knapp jeder fünfte ist dagegen.
Quelle: AFP
docmo schrieb:
am 19. April 2011 um 21:24:41
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Leistungsprinzip
warum müssen Lehrer Beamte sein?warum werden Kinder früh ausgesiebt?warum werden Lehrer in der Schulbürokratie
zerrieben?warum muß es noten geben?warum hinkt das schulsystem hinterher?warum haben kinder keinen spaß an schule mehr?warum schießen Nachhilfeinstitute aus dem boden? warum muß jedes Bundesland eine eigenes Schulsystem haben....und noch viele Fragen-aber keine antworten. Es hat den anschein, der niedergang ist geplant-aber wer macht daraus profit?
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Stefan schrieb:
am 19. April 2011 um 21:19:25
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mangelnde Beteiligung der Eltern
als Schulelternsprecher einer Grundschule kann ich die Kritik an Eltern nicht nachvollziehen. Eine
Beteiligung der Eltern auf Augenhöhe ist nicht gewollt. Wertevermittlung fängt schon damit an, dass die Werte vorgelebt werden müssen. Lehrer die regelmäßig zu spät kommen, deren Mobiltelefon während des Unterrichts klingelt, die Argumente durch Lautstärke oder Drohungen austauschen dürfen nicht erwarten dass sie in der Lage sind Werte zu vermitteln. Es fehlt oft die Kompetenz zur Selbstreflexion.
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lehrerin schrieb:
am 19. April 2011 um 21:10:23
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@john
warum werden alle Lehrer über einen Kamm geschoren? Ich bin gern Lehrer, aber es ist unglaublich, dass man sich immer für seinen
Beruf rechtfertigen muss. Warum sind so viele Leute der Meinung, dass sie sich ständig in unseren Beruf einmischen und urteilen dürfen?
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