08.07.2011, 15:04 Uhr | Dorothee Schulte
Leukämie bei Kindern: Mit sechs Jahren musste sich Marline ihrer ersten Chemotherapie unterziehen. (Foto: Angelika Platz; www.platz-home.de)
Leukämien sind bösartige Erkrankungen der blutbildenden Zellen. Sie sind die häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern. Weil die weißen Blutkörperchen entartet sind, spricht man auch von "weißem Blutkrebs". Unbehandelt sind akute Leukämien lebensbedrohlich, doch die Prognose ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen - heute haben betroffene Kinder eine gute Heilungschance.
Als Marline sechs Jahre alt war, brach sie eines Morgens nach dem Aufstehen zu Hause im Badezimmer ohnmächtig zusammen. Ihre Mutter fuhr mit ihr in ein Krankenhaus. Sechs Tage später brachte eine Punktion ihres Knochenmarks die Diagnose: Marline litt an einer akuten lymphatischen Leukämie, einer Form von Blutkrebs. Noch am gleichen Tag erhielt sie die erste Chemotherapie.
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Leukämien sind die häufigsten Krebserkrankungen im Kindesalter und in den entwickelten Ländern steigt die Zahl der Fälle, zeigen Statistiken. In Deutschland um jährlich etwa 0,7 Prozent, sagt Dr. Peter Kaatsch, Leiter des Deutschen Kinderkrebsregisters an der Universitätsmedizin Mainz. Warum das so ist, wisse man nicht. Möglicherweise stünden veränderte Lebensgewohnheiten damit in Zusammenhang, so Kaatsch.
Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Leukämie "weißes Blut". Der Name kommt daher, dass bei der Erkrankung das Knochenmark unkontrolliert weiße Blutkörperchen herstellt. Durch die hohe Zahl entarteter und damit nicht funktionstüchtiger Zellen, werden die gesunden anderen Blutzellen quasi erdrückt. Unbehandelt können akute Leukämien zum Tod führen, weil lebenswichtige Funktionen des Blutes, wie die Abwehr von Krankheitserregern, der Transport von Sauerstoff oder die Blutgerinnung, nicht ausreichend ausgeübt werden. Doch dank immer besserer Therapien haben Kinder heute eine gute Prognose.
Wie bei Marline beginnen die Anzeichen einer Leukämie häufig sehr plötzlich. Sie können sehr vielseitig sein: Weil nicht mehr genug gesunde Abwehrzellen im Blut sind, fallen betroffene Kinder zum Beispiel durch eine schwere Infektion und Fieber auf. Da auch die Blutgerinnung gestört ist, haben sie oft blaue Flecken und stecknadelkopfgroße Blutungen in der Haut. Durch den Mangel an roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Blut transportieren, kann Schwäche die Folge sein. Das war bei Marline besonders ausgeprägt. Sie hatte so wenige rote Blutkörperchen - und damit Sauerstoff-transportierenden roten Blutfarbstoff - dass sie ohnmächtig zusammenbrach.
Die Ursache der Leukämien ist noch nicht endgültig geklärt. Der Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg schreibt auf seiner Internetseite: "Leukämien sind nicht im eigentlichen Sinne erblich. Allerdings deutet das gehäufte Auftreten in manchen Familien darauf hin, dass möglicherweise eine genetische Veranlagung für die Erkrankung eine Rolle spielt." Außerdem begünstigen manche Faktoren wie radioaktive Strahlung oder bestimmte Virusinfektionen das Ausbrechen der Krankheit.
Eigentlich bezeichnet der Begriff Leukämie weniger eine Krankheit, sondern viele verschiedene. Leukämien können akut oder chronisch verlaufen. Außerdem unterscheiden Mediziner zwischen lymphatischen und myeloischen Formen, bei denen verschiedene Vorläuferzellen (Stammzellen) betroffen sind. Bei den lymphatischen Formen sind es Stammzellen, aus denen sich normalerweise gesunde Lymphozyten entwickeln. Bei den myeloischen Formen sind es diejenigen, die unter anderem Granulozyten herstellen. Beide Zellarten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die häufigste Form von Leukämie bei Kindern ist die akute lymphatische Leukämie (ALL).
Im Mittelpunkt für die Behandlung aller Leukämiearten stehen Chemotherapeutika und damit der Einsatz von Medikamenten, die das Zellwachstum hemmen. Heute können Ärzte sehr genau bestimmen, welcher Wirkstoff im einzelnen Fall am besten die Krebszellen vernichtet. Durch Kombinations-Chemotherapien und verbesserte unterstützende Maßnahmen ist die Prognose von akuten Leukämien im Kindesalter deutlich gestiegen, etwa 80 Prozent aller Kinder mit einer ALL wird dauerhaft geheilt.
Weil von dieser Wirkung aber auch andere schnell wachsende Zellen betroffen sind, leiden die Patienten unter der Therapie meist unter unangenehmen Nebenwirkungen wie Übelkeit bis hin zu Erbrechen und Haarausfall. Außerdem werden auch gesunde blutbildenden Zellen geschädigt, mit der Folge, dass ohnehin vorhandene Blutarmut, Abwehrschwäche und Blutungsneigung sich noch verstärken. Auch Marline hatte unter der Chemotherapie eine schwere Zeit: "Ich bekam keine Luft mehr und hatte Bauchweh. Außerdem bin ich von den Medikamenten dick geworden. Aber das Schlimmste war: Als ich eines Tages in den Spiegel guckte, da lagen alle meine Haare auf dem Kopfkissen", schreibt sie auf ihrer Internetseite www.platz-home.de.
Doch trotz der schlimmen Nebenwirkungen hatte die zunächst begonnene Chemotherapie bei Marline nicht die erwünschte Wirkung gehabt. Nach etwa fünf Monaten stand fest, dass sie eine Knochenmarktransplantation benötigen würde. Glücklicherweise erklärte sich ihr Bruder bereit, ihr Knochenmark zu spenden. Sein Blut hatte die gleichen Gewebemerkmale wie Marlines, so dass er als Spender in Frage kam und Marline nicht auf eine Warteliste musste. Nach einer Hochdosis-Chemotherapie und anschließender Erholungsphase fand etwa fünf Monate nach der Diagnose die Übertragung statt.
Die Transplantation liegt heute zehn Jahre zurück. Marline liebt Pferde, reitet Turniere und besucht eine Berufsfachschule. Durch die aggressive Behandlung hat sie zwar mit Spätfolgen zu kämpfen. Sie leidet an grauem Star und hat Knoten in der Schilddrüse, die aber nicht bösartig sind. Doch ihre Leukämie hat sie endgültig überwunden.
Quelle: t-online.de
Mitdenker schrieb:
am 17. Juli 2011 um 13:58:22
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@lohner wg Strahlung
Richtig erkannt (Abschirmen), aber gegensupplementieren ist genauso wichtig, nicht umsonst werden Kernkraft-Arbeiter mit
den entsprechenden NEMs vollgestopft. Chemo- & Knochenmarks-Unsinn ist nur was für die "Gesundheits"-Lobby und deren dumme Hörige, die sich auf die Art und weise jedoch selbst wegevolutionieren (Nachwuchs von Chemo-"Therapierten" und Knochenmarksbespendeten ist lt Studien überproportional mit Gendefekten belastet) - vielen Dank an die Gradlinigkeit der Schöpfun
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Froggy schrieb:
am 13. Juli 2011 um 15:03:20
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Echt Blöd
Ich finde das es blöd ist das nicht einfach gesund leben können.Es sollen alle Kinder die Leukemie haben genauso Glück wie Marline haben.
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Peter Hambach schrieb:
am 13. Juli 2011 um 14:01:01
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Leukämie
Bin jetzt 56 dank eines Spender, hatte selber 2007 Leukämie.
Kann nur sagen Danke
Gruß Peter
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