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Marktforschung: Das sind die sechs wichtigsten Familientypen Deutschlands

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So beeinflusst Werbung die Familien

29.04.2010, 11:10 Uhr | mmh

Zwei Kinder sitzen auf den Schultern von Mama und Papa.

Die klassische Familie ist der Liebling der Marketing-Strategen. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Klassisch oder light? Welcher Familientyp sind Sie? Das interessiert vor allem die Marktforscher, die sich regelmäßig Zielgruppen genau anschauen. Und Familien sind eine der wichtigsten Konsumentengruppen. Schließlich leben 52 Prozent der Deutschen in Familienstrukturen, als Kind oder als Eltern. Und diese Familien geben eine ganze Menge Geld aus. Doch auch für Otto-Normal-Verbraucher sind diese Kategorisierungen interessant und manchmal ganz amüsant.

Deutschlands wichtigster Konsummotor

In Zeiten von Wirtschaftskrise und Rentenlöchern hat das Thema Familie und die damit verbundenen Werte Hochkonjunktur. Familie ist immer noch ein magisches Wort. Ob Großfamilie mit mehreren Generationen oder die glückliche vierköpfige Normfamilie - jeder hat ein Bild vor Augen. Und diese Bilder verwendet die Werbung gerne. Wer kennt nicht die strahlende Rama-Familie mit Mama, Papa, Tochter, Sohn? Gerne wird dieser Familien-Typ auch als Werbebotschafter für Bausparverträge und Urlaubsreisen gezeigt. Doch entspricht dieses Bild noch der Realität? Die Marktforscher von "different" haben verschiedene Familien zu Hause besucht und sechs wichtige deutsche Familientypen ausgemacht.

Die sechs Familientypen

Rund 42 Millionen Menschen in Deutschland erleben Familie täglich, denn rund 52 Prozent leben in eineer dieser Familienkonstellation.

  • Klassisch

  • Alleinerziehend

  • Wochenend, wenn ein Elternteil während der Woche - meist arbeitsbedingt - an einem anderen Ort lebt

  • Bi-National, wenn die Eltern aus unterschiedlichen Ländern stammen

  • Patchwork, wenn Eltern nach einer Trennung mit einem neuen Partner wiederum gemeinsame Kinder haben

  • Großfamilie, wenn mehrere Generationen oder Familien mit vielen Kindern unter einem Dach leben

Warum stehen sie im Fokus?

Die Familien sind vielleicht nicht so spannend wie die relativ neu entdeckten "Silver Surfer", also die technikbegeisterten, jung gebliebenen Senioren oder die kaufkräftigen, lebenslustigen Singles, aber sie sind ihnen zahlenmäßig und an Konsumkraft überlegen. Zum Vergleich: Nur 20 Prozent der Deutschen leben in einem Single-Haushalt, sie geben monatlich durchschnittlich 1352 Euro aus, Paare ohne Kinder 2398 Euro und Familien dagegen ganze 2597 Euro.

So kriegen sie uns ...

Und die Marktforscher wissen genau, wo die Krisenzonen der Familien und die Stresspunkte der Eltern liegen. Sie haben sie ertappt und entlarvt. Schön, dass sie etwas verbessern wollen. Und gut, dass sie kritische Konsumenten darauf vorbereiten. Sie sagen: So kriegen wir die genervten Väter, die gestressten Mütter, die quengelnden Kinder. Denn diese Stresspunkte sind genau die Hauptpunkte an denen modernes Marketing angreifen will. Marken mit den richtigen Ideen sollen die Zielgruppe Familie unterstützen und entlasten. Mit diesen sieben Sachen wollen Marketing-Strategen die Familien glücklich machen:

  • Organisation ist alles: Der komplexe Familienalltag soll so organisiert sein, dass alles möglichst reibungslos und effizient läuft.

  • Albtraum Familieneinkauf: der Einkaufsprozess soll von der Planung über die Abwicklung bis zur Einlagerung einfacher werden.

  • Mamis schlechtes Gewissen soll erleichtert werden. Marken sollen helfen, die Balance zwischen Beruf und Mutterrolle zu finden und gleichzeitig das Gefühl von Toleranz und Anerkennung vermitteln.

  • Endlich Zeit zu Zweit: Marken sollen alles tun, damit Paare die knappe Zeit zu Zweit so gut wie möglich nutzen können, sich Freiräume schaffen können und die eigene Identität als Paar bewahren. Refugien sind gefragt, beispielsweise spezielle Urlaubsangebote.

  • Die Familien-Networker von heute halten mit den richtigen Produkten den Kontakt zu Freunden und die Nabelschnur zur Familie aufrecht.

  • Identitätsstifter Kind: Eltern müssen für ihre Kinder nur die richtigen Angebote erhalten und nutzen, um die Bildung und damit die Karrierechancen des Kindes zu fördern und die Persönlichkeit des Kindes auszubilden.

  • Marketing will keine perfekte Familie abbilden, sondern vermitteln, dass heute eine Vielfalt an Familienbildern und Akzeptanz für unterschiedliche Lebensweisen gilt.

Fazit aus Konsumentensicht

Wenn Marketing-Experten schon die Familien durchleuchten, dann freuen diese sich auf entspannten Einkauf, auf stressfreie Planung, romantische Wochenenden, auf die perfekte Familie. Das klingt wunderbar, als ob Werbung und Marketing die Babysitterdienste und den Abwasch übernehmen könnten oder gemeinsam mit dem trotzigen Kind im Supermarkt den Großeinkauf erledigen. Das leisten sie leider nicht und es bleibt dem Verbraucher selbst überlassen, die Angebote zu filtern und herauszufinden, was wirklich entlasten wird und was man sich leisten kann.


Quelle: t-online.de

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