27.10.2008, 10:52 Uhr | das geflügelte wort
Wie wirken sich Medikamente während der Schwangerschaft aus? (Foto: Archiv)Wer Halsschmerzen, Kopfweh oder eine leichte Magen-Darm-Grippe hat, geht meist nicht zum Arzt, sondern behandelt sich selbst mit den üblichen Mitteln, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Das heißt aber nicht, dass man davon ausgehen kann, dass diese Mittel auch ungefährlich sind. Im Falle einer Schwangerschaft kann selbst ein zum falschen Zeitpunkt eingenommenes gängiges Schmerzmittel wie die Acetylsalicylsäure, kurz ASS, schlimme Folgen haben.
Spätestens der Contergan-Skandal Anfang der 60er-Jahre hat bewusst gemacht, dass das ungeborene Kind durch die Einnahme bestimmter Substanzen geschädigt werden kann. Seine Empfindlichkeit ist dabei von seinem jeweiligen Entwicklungsstadium abhängig. Auch wenn für die ersten 15 Tage nach der Befruchtung das so genannte „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ gilt, so sind gerade die Wochen danach als besonders kritisch anzusehen, da jetzt die Organe entstehen. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt können Wachstum und Entwicklung geschädigt werden.
Auf diesem Gebiet gibt es viel Verunsicherung. Um abzuklären, welches Medikament man tatsächlich risikolos einnehmen kann, sollte man seinen Arzt grundsätzlich um Rat fragen – auch bei rezeptfreien Arzneimitteln. Und sicherheitshalber auch den Augen- und Zahnarzt über eine bestehende Schwangerschaft informieren. Die meisten Krankheiten, die die Patientin während der Schwangerschaft plagen, lassen sich auch ohne Medikamente behandeln, es gibt allerdings Fälle wie zum Beispiel chronische Erkrankungen oder Infektionen, bei denen zum Schutz der Mutter eingegriffen werden muss. Bei Unsicherheiten bezüglich eines Wirkstoffes gibt es auch die Möglichkeit, sich bei so genannten teratologischen Beratungsstellen zu erkundigen.
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