04.01.2012, 16:12 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli
In der Pubertät haben viele Teenager den ersten Kontakt zu Drogen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Wenn Eltern erfahren, dass das eigene Kind Drogen konsumiert, ist dies ein Schock und sie wissen meist nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie schwanken zwischen, Zorn, Verzweiflung, Ratlosigkeit und dem Gefühl bei der Erziehung versagt zu haben. Doch Väter und Mütter können ihren Kindern helfen und sie darin unterstützen, wieder weg zu kommen von den Rauschmitteln - gleichgültig, ob es sich um Alkohol, Haschisch oder etwa gefährliche Designer-Drogen handelt. Allerdings ist dabei ein behutsames Vorgehen notwendig. Strafen, Drohungen und harte Worte bewirken nur wenig. Diese zwölf Tipps können helfen.
Meist geschieht es während der Pubertät, dass Teenager zum ersten Mal Kontakt zu Drogen haben. Es ist die Zeit der körperlichen und seelischen Veränderungen, der Abnabelung vom Elternhaus und der Selbstfindung, zu der auch die Suche nach dem berauschenden Kick, nach riskanten Abenteuern und nach enthemmenden Grenzerfahrungen gehören kann.
Wenn jedoch nicht nur Neugier und Experimentierlust im Spiel sind, kann Drogenkonsum auch ein Indiz dafür sein, dass der Heranwachsende große Probleme hat und Rauschmittel als "Hilfe" etwa gegen Schulstress, Versagensängste, Liebeskummer oder Konflikte in der Familie einsetzt. Doch auch der Druck einer Clique nach dem Motto "nur nicht kneifen" und "einfach mal was Neues ausprobieren" kann dazu führen, dass der Nachwuchs Drogen konsumiert.
Für Eltern ist es häufig schwer zu erkennen, ob ihr Sprössling Drogen nimmt. Eindeutige Anzeichen, die auf regelmäßigen Konsum und damit auf eine mögliche Abhängigkeit hindeuten, gibt es nicht. Es gibt jedoch alarmierende Signale, auf die Väter und Mütter achten sollten, vor allem dann, wenn mehrere der folgenden "Symptome" gleichzeitig und über längere Zeit auftreten:
Wenn Eltern aufgrund der Häufung solcher besorgniserregender Anzeichen den Verdacht hegen, dass ihr Kind in eine Drogenabhängigkeit geraten ist, besteht dringender Kommunikationsbedarf. Nur durch einen engen Kontakt zueinander ist es möglich, das Problem anzugehen und dem Nachwuchs zu helfen. Ein "finales" Gespräch, in der Hoffnung dass der Fall damit erledigt ist, reicht da allerdings nicht aus. Eltern sollten deshalb auch nicht erwarten, dass sich ihr Sprössling gleich beim ersten Mal gesprächsbereit und zugänglich zeigt. Viele Jugendliche reagieren nämlich zunächst mit Wut und Verzweiflung, da sie einerseits wissen, dass ihr Verhalten falsch ist und sie sich aber andererseits auch bewusst sind, dass sie das Problem nicht alleine lösen können.
Kommt man dennoch nicht weiter und das Kind verschließt sich beharrlich, so ist es ratsam, nicht in Panik zu geraten, weil der eigene Einfluss nicht "greift". Jetzt sollte man sich professionelle Unterstützung von außen durch Psychologen, Sozialarbeiter oder eine Suchtberatungsstelle holen. Auch wenn andere nun die aktive Hilfe übernehmen, Eltern sollten sich nicht enttäuscht zurückziehen und sich immer vergegenwärtigen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter sie und ihre bedingungslose Solidarität und emotionale Sicherheit auch jetzt dringend braucht, selbst dann, wenn sich das Kind eher ablehnend verhält. Die Unterstützung durch eine Fachstelle ist für betroffene Eltern auch deshalb wichtig, um Klarheit für das weitere Vorgehen erlangen. Das kann im schlimmsten Fall auch eine Entziehungskur in einer entsprechenden Klinik sein.
Gelingt es, den Draht zum Kind aufrecht zu erhalten und zu kommunizieren, sollten die Eltern ihre Rolle in erster Linie als Ratgeber auf Augenhöhe verstehen. Am Wichtigsten ist, dass sie zwar Klartext reden, aber gleichzeitig auch sehr behutsam vorgehen und aus der Gesprächssituation kein anklagendes Verhör "Eltern gegen Kind" machen. Es macht keinen Sinn, den Nachwuchs mit Vorwürfen zu überschütten und den Dialog des "erhobenen Zeigefingers" zu praktizieren: Dann schalten die Kinder meist auf Durchzug. Dabei sollten Mütter und Väter auch keine radikalen Verbote aussprechen. Sie würden sich dann nämlich unglaubwürdig machen. Schon der Blick in den eigenen Weinkeller, in den Medikamentenschrank oder in den Aschenbecher bestätigen eindrucksvoll, dass in fast jedem Haushalt suchtgefährdende Substanzen präsent sind und bei vielen das tägliche Gläschen Wein beim Essen oder die Zigarette als gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel einfach dazu gehörten.
Insofern macht es wenig Sinn, seinen Kindern vorzugaukeln, man sei selbst immer ein "Anti-Drogen-Heiliger" gewesen und sei in der eigenen Jugend nie einer Versuchung erlegen. Eltern sind wesentlich glaubwürdiger und schaffen mehr Vertrauen beim Nachwuchs, wenn sie nicht die Rolle der Unfehlbaren annehmen und kategorisch die Null-Toleranz-Strategie verfolgen, sondern einfach zugeben, dass sie selbst in ihrer Jugend beispielsweise auch schon den einen oder anderen Joint probiert haben. Dabei sollten sie aber die Sache nicht verharmlosen und auch immer darauf hinweisen, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen selbstbestimmter und lustvoller Experimentierfreude und Sucht durch unkontrollierten Genuss besteht - mit all den Grautönen, die dazwischen liegen. Solche Jugenderfahrungen zu verschweigen, führt eher dazu, dass sich das Kind dem Dialog verschließt, da es sich nicht verstanden fühlt.
Um den Zugang und den Kontakt zum Nachwuchs in einer solchen schwierigen Phase nicht zu verlieren, ist es auch wichtig, dass sich Eltern über "moderne" Drogen informieren und sich schlau machen etwa über Herstellungsweise der verschiedene Substanzen und deren Wirkung . Nur Eltern, die wirklich Bescheid wissen und die Gefahr vieler Drogen kennen, können wirklich mitreden und überzeugend argumentieren. Denn Väter und Mütter, die ihren Kindern den Eindruck vermitteln "sie hätten ja sowieso keine Ahnung" werden nicht angehört, geschweige denn mit ihren Sorgen und Hilfsvorschlägen ernst genommen.
Was Eltern noch tun können, um ihrem Kind aus den Drogenproblemen herauszuhelfen, beschreiben folgende Tipps.
Quelle: t-online.de
Hallöchen schrieb:
am 6. Januar 2012 um 16:47:25
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Kompendium
Das ist ein guter Text fürs Kompendium dieses Jahr. Das Thema ist "Sucht und Abhängigkeit im Alltag"
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