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Mobbing und Cyberbullying: Jeder fünfte Schüler ist betroffen

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Cyberbullying: Jeder fünfte Schüler wird gemobbt

17.11.2009, 10:13 Uhr | nak

Vorsicht beim Umgang mit Handy und Co.

Vorsicht beim Umgang mit Handy und Co. (Bild: Imago)

In fast jeder Klasse gibt es den ein oder anderen Schüler, der ständig schikaniert oder verspottet wird. Ein dickes Mädchen, ein Junge mit Brille oder jemand, der nicht mit dem Modebewusstsein der anderen mithalten kann, ist häufig das Mobbing-Opfer. Zusätzlich zum verbalen Mobbing verwenden die Schüler bewusst Handy oder Internet, um Mitschüler zu schädigen oder zu diffamieren. Beschimpfungen im Chat oder Drohungen per SMS sind üblich. Mit dem Handy werden peinliche Fotos gemacht und im Internet veröffentlicht. Für ungeliebte Mitschüler werden auf Plattformen wie "SchülerVZ" sogar Hass-Gruppen eingerichtet. Diese neue Form des Mobbing wird als "Cyberbullying" bezeichnet.

Immer mehr Jüngere betroffen

Die Anzahl der Schüler, die Handy und Internet nutzen wird immer größer. Gleichzeitig sinkt das Alter der jungen Surfer und Handy-Nutzer. Immer jüngere Schüler greifen zu diesen neuen Medien, sind sich aber der Gefahren häufig nicht bewusst. Denn das bewusste Verwenden moderner Kommunikationstechnologien wie Internet oder Handy, um jemand anderen zu schädigen oder zu diffamieren, wird bei Kindern und Jugendlichen zunehmend zum Problem.

Cyberbullying auf dem Vormarsch

Wie eine aktuelle Untersuchung der britischen Anti-Bullying-Alliance (ABA) zeigt, kommen Kinder mittlerweile schon früh mit derartigen Übergriffen, die unter dem Begriff Cyberbullying zusammengefasst werden, in Berührung. Jeder fünfte befragte Schüler gibt an, schon mindestens einmal Opfer einer entsprechenden Mobbing-Attacke geworden zu sein.  

Mangelhaftes Risikobewusstsein der Eltern und Schulen

"Eltern und Schulen müssen sich im Klaren darüber sein, dass mit dem Zugang zu internetfähigen Computern und Handys bei jüngeren Kindern auch die Gefahr einhergeht, Opfer einer Cyberbullying-Attacke zu werden", kritisiert ABA-Vorsitzender Christopher Cloke das mangelhafte Risikobewusstsein gegenüber dem Guardian. Man habe zwar bereits gewusst, dass rund 22 Prozent des in den höheren Schulklassen Großbritanniens sitzenden Nachwuchses von diesem Phänomen betroffen sei. "Dass sich die Lage auch bei den Jüngeren so dramatisch darstellt, ist uns aber neu", so Cloke.

Eltern reden mit Kindern nicht über Gefahren

Um eine weitere Zuspitzung der Situation zu verhindern, seien vor allem Eltern und Schulen gefordert. Diese müssten eine aktivere Rolle übernehmen, was die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten der Kinder im Umgang mit neuen Medien betrifft, fordert der ABA-Bericht. Die aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass mit 54 Prozent mehr als die Hälfte der befragten Eltern noch kein entsprechendes aufklärendes Gespräch mit ihren Sprösslingen geführt haben.

Anlaufstellen für Betroffene

Für Opfer von Cyberbullying gibt es in Deutschland verschiedene Plattformen. So stellt die Jugendinfo Bremen auf ihrer Website eine Broschüre zum Thema vor. Auch Unterrichtsmaterialien für Lehrer wurden dort zusammen getragen. Eine virtuelle Beratungsstelle für junge Mobbing-Opfer ist das Internet-Portal "juuuport.de". Dort helfen sogenannte "Scouts" den schikanierten Jugendlichen.

Vor allem jüngere Kinder betroffen

Doch auch unabhängig von der speziellen Form Cyberbullying bleibt Mobbing ein großes Problem in Schulen: Für eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim wurden individuelle Schülerdaten von Zehnjährigen aus 17 Ländern ausgewertet. Es zeigte sich dabei, dass die jüngeren Kinder einer Klasse signifikant häufiger von körperlicher oder psychischer Gewalt in der Schule betroffen sind als ihre älteren Klassenkameraden. Dies gelte insbesondere für Jungen und für Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund. Die Auswertung mache darüber hinaus deutlich, dass diese Kinder, die aufgrund ihres Alters unter Mobbing oder Gewalt litten, auch tendenziell schlechter in der IGLU-Lesestudie abgeschnitten hätten.


Quelle: t-online.de

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