Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Eltern > Schwangerschaft >

New York: Ist das Kunst? Künstlerin will öffentlich in Galerie entbinden

...

Skandal oder Kunst? Künstlerin will öffentlich in Galerie entbinden

10.10.2011, 11:23 Uhr

Marni Kotak aus New York hat ihr Kind öffentlich in einer Galerie als "Performance" zur Welt gebracht. (Quelle: dpa)

Marni Kotak aus New York hat ihr Kind öffentlich in einer Galerie als "Performance" zur Welt gebracht. (Quelle: dpa)

Nacktheit, Sex, Menstruationsblut: Künstlerinnen, die ihre Weiblichkeit publikumswirksam präsentieren, sind nichts Neues. Marni Kotak in New York geht einen Schritt weiter: Sie will aus der Geburt ihres Kindes eine Performance machen.

Ist eine Geburt Kunst?

Was kommt nach der Schock-Kunst einer Marina Abramovic, die in den 70ern das Publikum aufforderte, ihren Körper mit Gegenständen zu malträtieren oder einer Tracey Emin, deren ungemachtes, blutverschmiertes Bett in den 90ern für einen Skandal sorgte? Die hochschwangere New Yorker Künstlerin Marni Kotak (36) will ihr Baby in einer Galerie zur Welt bringen und mit ihrer Performance "The Birth of Baby X" die Grenzen von Kunstwelt und Realität, Voyeurismus und Privatsphäre neu ausloten.

"Das wirkliche Leben ist die beste Kunst"

Skandalös, populistisch, gefährlich? Marni Kotak will weder provozieren noch als fahrlässig gelten: Für die Künstlerin ist die Performance, die am Wochenende in der Microscope Gallery im New Yorker Stadtteil Brooklyn begann, lediglich eine Weiterführung ihrer früheren Projekte, bei denen sie bereits intime Situationen wie ihre Entjungferung nachstellte. "Das wirkliche Leben ist die beste darstellende Kunst. Faszinierende Performances entstehen, wenn man nicht versucht, etwas aufzuführen, sondern in einer authentischen Aktion völlig aufgeht", sagte Kotak während der Vernissage.

Eltern-Newsletter
Rat und Infos für Eltern
Eine glückliche Familie.  (Quelle: imago)

Sie haben Kinder oder sind dabei eine Familie zu gründen? Dann ist der kostenlose Newsletter von eltern.t-online.de der perfekte Ratgeber für Sie! Hier abonnieren

"Eine Galerie ist für mich persönlicher als das Krankenhaus."

In einem pinkfarbenen Kleid mit tiefem Ausschnitt machte es sich die Künstlerin mit entspanntem Gesichtsausdruck in ihrem "Geburtszimmer" in der Galerie bequem. Der kleine Raum ist dekoriert mit Videokunst, Bildern der Schwangerschaft und Strandfotos. Er befindet sich direkt unter einer lauten Bahnbrücke und ist mit allem Notwendigen für die Entbindung ausgestattet, darunter ein aufblasbares Geburtsbecken. Ihr Baby - das Geschlecht weiß Kotak noch nicht - vor Publikum auf die Welt zu bringen, sei keine unangenehme Vorstellung. "Eine Galerie ist für mich persönlicher als das Krankenhaus."

Interessierte werden per E-Mail benachrichtigt, wenn es losgeht

Um sich heimisch zu fühlen, ließ Kotak das Bett ihrer verstorbenen Großmutter und den Schaukelstuhl ihrer Mutter in der Galerie aufstellen. Hier wird die Schwangere die Tage bis zur Entbindung verbringen, nachts schläft sie in ihrer eigenen Wohnung gleich um die Ecke. "Der Geburtstermin ist in fünf Wochen. Aber ich habe das Gefühl, es passiert früher", sagt Kotak lachend und streichelt über ihren Bauch. Sobald es mit den Wehen losgehe, werde sie mit ihrem Mann Jason Robert Bell und einer Hebamme wieder in die Microscope Gallery kommen. Interessierte Galeriebesucher können sich auf einer Liste einschreiben und werden in diesem Fall per E-Mail benachrichtigt.

Bisher kaum Kritik

Die Besucher der Ausstellungseröffnung betrachten die kugelrunde Künstlerin mit einer Mischung aus Faszination, Neugier und Verwunderung. Kritik ist kaum zu hören. "Ich habe viel Respekt vor ihr. Sich in einem so verletzlichen Moment Fremden zu präsentieren, ist sicher nicht einfach. Auf der anderen Seite ist die Geburt eine der natürlichsten Sachen der Welt, warum also nicht Kunst daraus machen?" fragt Gail Nelson. Sie sagt, dass sie eventuell zur Entbindung vorbeikommen werde. Zuzana Kepplova wiederum ist sicher, dass sie den Moment der Geburt lieber nicht live sehen wolle. "Das ist mir zu voyeuristisch. Und zu blutig. Aber ich bewundere ihren Mut und wollte sie kennenlernen."

Die Geburt ist erst der Anfang

Wer tatsächlich bei der Geburt dabei sein wird, kann sich auf eine lange Kunst-Patenschaft mit Fortsetzung freuen: "The Birth of Baby X" ist der Start des Lebensprojekts "Raising Baby X". Auch die Erziehung ihres Kindes will Marni Kotak mit Performances zu Kunst machen.


Quelle: dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"New York: Ist das Kunst? Künstlerin will öffentlich in Galerie entbinden" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "New York: Ist das Kunst? Künstlerin will öffentlich in Galerie entbinden" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (47)

zum Forum

Thema: "New York: Ist das Kunst? Künstlerin will öffentlich in Galerie entbinden"

müchen schrieb: am 3. November 2011 um 20:55:33
(1) (0) kunst
entbinden für die öffentlichkeit. ein äußerst geschmackloser exhibitionismus. mit kunst hat das nichts zu tun.

Kommentar melden

Frank schrieb: am 3. November 2011 um 19:04:44
(0) (0) Fragwürdig
Eine Entbindung ist etwas so intimes, da sollte nicht jeder glotzen dürfen. Ich respektiere die Entscheidung dieser Frau, glaube
aber, dass sie sich keinen Gefallen damit mit. Sie wird Schmerzen haben, Angst, alles was dazu gehört. Eine Geburt ist auch so schon belastend genug...
mehr Kommentar melden

Hilda schrieb: am 11. Oktober 2011 um 10:11:20
(10) (1) Kinder kriegen
Wenn man sich beim korpulieren einig ist,dass man das Ergebniss zur Schau stellen möchte, sei eine Sache. Doch was ist mit
dem Kind? Soll das Geborene in einigen Jahren auf Facebook, oder Youtube mit ansehen, wie es aus seiner Mutter entspringt? Ich persönlich finde es unmöglich, egoistisch uns narzistisch! Wenn man die Geburt nicht aufhalten kann, muss man retten , helfen und Beistand leisten...aber es zu Schau stellen..NEIN
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Anzeige

UMFRAGE - ENTBINDUNG ALS KUNST

Eine Geburt als Kunst-Performance. Wie finden Sie das?

Anzeige
Eltern-Service
Wann bin ich fruchtbar?
Wann sind Ihre fruchtbaren Tage? (Quelle: imago)

Hier können Sie es einfach berechnen. Fruchtbarkeitskalender

Eltern-App
Die kostenlose Eltern-App
Eltern-App - Ihr kostenloser Service des deutschlandweit größten Internetportals t-online.de.  (Quelle: t-online.de)

Ihr Ratgeber vor, während und nach der Schwangerschaft. Download

Einkaufswelt
Globetrotter Ausrüstung
Outdoor-Ausrüstung von Globetrotter

Träume leben: Outdoor- und Reise-
ausstattung von Globetrotter.

Bestellen Sie hier den Eltern-Newsletter!Folgen Sie uns auf Twitter!Werden Sie Fan von t-online.de auf Facebook!Folgen sie hier dem Eltern-RSS-Feed!
Schwangerschaft
Schwangerschaftsquiz
Schwanger - na und? Das Büchlein ist eine Mischung aus Quiz und Ratgeber und möchte die zahlreichen Fragen von Schwangeren beantworten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blasenschwäche, Botox, Brechreiz: Wie gut kennen Sie sich wirklich aus? Schwangerschaft

Eltern
Wenn es Babys eilig haben

8% aller Säuglinge sind "Frühchen": Wenn Technik den Mutterleib ersetzen muss. zum Video


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige