15.11.2011, 09:45 Uhr
Pascal ist drei Jahre alt und schwer herzkrank. Zwei mit Blut gefüllte Schläuche führen aus einem großen Kasten auf Rädern in seine Brust - wie auch unsere Foto-Show zeigt. Pascal hat einen angeborenen Herzfehler - der Kasten ist sein Kunstherz und ständiger Begleiter. Seit fast einem Jahr wartet Pascal auf der Kinderstation des Deutschen Herzzentrums Berlin auf ein Spenderorgan. "Es gibt eine lange Warteliste", sagt Stationsarzt Stefan Dirks.
Die grün-weiß gestrichenen Krankenhausgänge wirken kühl, nur das herumliegende Spielzeug der kleinen Patienten verströmt etwas Wärme. Pascals Eltern stehen neben dem Arzt und schauen ihn an. "Aber es kann jetzt jeden Tag soweit sein", meint dieser, man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben."Das hören wir schon seit Monaten", erwidert Pascals Mutter, Kathrin Häfer.
Die Krankheit ihres Sohnes hat das ganze Leben der jungen Familie auf den Kopf gestellt. Im Januar kam das Ehepaar extra aus dem thüringischen Tabarz zum Herzzentrum nach Berlin-Wedding. Es ist eine der wenigen Kliniken Europas, die das Herz eines toten Kindes in den Körper eines lebenden Kindes transplantieren können.
Pascals Vater, Danny Häfer, ist krankgeschrieben und mit seiner Frau nach Berlin gekommen. Der 32-Jährige ist Berufssoldat bei der Bundeswehr in Erfurt. "Wie lange der Dienstherr das noch mitmacht, weiß ich nicht", sagt er. Seine Frau ist arbeitslos. "Eine Zweitwohnung in Berlin hätten wir uns nicht leisten können", klagt die 30-Jährige.
In Berlin können die Eltern dennoch kostenfrei bleiben. Sie bewohnen ein Zimmer im Ronald-McDonald-Haus, welches die Kinderhilfestiftung des Burger-Herstellers betreibt. Das bunt bemalte Gebäude steht nur wenige Hundert Meter vom Herzzentrum entfernt. Es beherbergt mehrere Familien, deren schwer kranke Kinder 24 Stunden am Tag in der Klinik verbringen müssen.
"Um die jährlichen Betriebskosten von 340.000 Euro zu decken, sind wir auf Spenden aus der Region angewiesen", sagt Hausleiterin Jenny Mädel. Die Krankenkassen zahlten lediglich einen Zuschuss von 20 Euro pro Nacht und Appartement. In Unterkünften von Kliniken, wo keine Stiftung einspringt, müssen Angehörige selbst dazuzahlen. "Im Herzzentrum in Leipzig wären es 30 Euro pro Nacht gewesen", sagt Pascals Vater.
Die Inneneinrichtung im Haus ist eine Mischung aus bunt und gemütlich. Es gibt eine große Küche im amerikanischen Stil - "Nein, hier werden nicht nur Burger zubereitet", winkt Mädel ab. Und es gibt ein mit Sofa und Sesseln ausgestattetes Gemeinschaftswohnzimmer. "Wir wollen, dass die Eltern sich austauschen können und mit ihren Gedanken nicht alleine sind", erklärt die 33-Jährige.
"Allerdings muss man auch Abstand halten, sich abschotten - selbst wenn es hart klingt", sagt Pascals Vater. Denn wenn das Kind einer anderen Familie sterbe, sei das Leid der Eltern überwältigend und auch man selbst verliere die Hoffnung. Familie Häfer aber muss weiter hoffen. Darauf, dass endlich ein Spenderherz für Pascal eintrifft und er die komplizierte Operation gut übersteht. "Wir wissen, dass damit der Tod eines anderen Kindes verbunden ist, das ist so traurig", sagt auch seine Mutter.
Je länger ihr Sohn an dem Kunstherz hängt, desto größer ist die Gefahr von Komplikationen. Im Februar erlitt der Dreijährige einen Schlaganfall wegen eines Blutgerinnsels. Seitdem hat er eine Schwäche im linken Arm, wird diesen laut Arzt Dirks mit viel Training aber wieder fast normal bewegen können. "Wir brauchen mehr Bereitschaft zum Organspenden, damit die Patienten nicht so lange warten müssen", fordert Dirks.
Unterdessen sitzt Pascal lachend in seinem Krankenbett und spielt mit einem kleinen Feuerwehrauto. "Er versteht noch nicht, was vor sich geht", sagt seine Mutter und fügt hinzu: "Er ist glücklich - und wir sind es auch. Über jeden Tag, den wir mit ihm verbringen dürfen."
Quelle: dapd
Mutter schrieb:
am 15. November 2011 um 13:53:08
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@ Ich
Mich würde Interessieren ob sie noch immer so reden würden wenn sie eigene Kinder haben... Wenn sie selber einmal ein fremdes Organ
brauchen damit sie am Leben bleiben reden sie dann auch noch so darüber????? Dann (entschuldigung) würden sie sich auch wünschen ein andere würde sterben damit sie leben könnten??? Oder????
Mfg
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Phelbes schrieb:
am 15. November 2011 um 13:37:22
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Pascal
Was soll uns dieser Beitrag sagen???
Im Zeitraum Juni-August sind in Somalia 30000 Kinder verhungert. Darüber sollte nachgedacht
werden. Es ist sicherlich nicht leicht für Pascal und seine Eltern, aber hier nun auf die Tränendrüsen drücken empfinde ich als den falschen Weg. Es ist immer traurig, wenn ein Mensch stirbt. Bei Kindern umso mehr, da sie ja eigentlich das Leben noch vor sich haben sollten.
Ich wünsche Pascal und seinen Eltern alles Gute und viel Mut.
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Arzt schrieb:
am 15. November 2011 um 13:33:31
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@ lala
Das sehe ich anders. Jeder, der sich permanet über Kassenbeiträge oder Steuererhöhungen beschwert (Soldaten zahlen keine Beiträge)
soll sich nicht wundern, wenn die "Rettung" eines Kindes (was ich ja gut finde, ich beschwer mich aber auch nicht) in die Millionen geht.
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