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Pubertät: Das Leben der "Keenies"

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Das Leben der "Keenies"

20.07.2009, 12:07 Uhr | sca

Mit dem ersten Sex lassen sich die meisten Teenager Zeit. (Foto: Archiv)

Mädchen und Jungen kommen heute schon sehr früh in die Pubertät. Bei Mädchen beginnen die Veränderungen im Durchschnitt mit elfeinhalb Jahren, bei Jungen ein Jahr später. Das führt zu Problemen, vor allem mit den Eltern.

Kindheit im Zeitraffer

Die Kindheit verkürzt sich kontinuierlich. Die Jugend beginnt je nach Definition mit 13 oder 14 Jahren. Allerdings kommen die meisten Kinder heute schon vor diesem Alter in die Pubertät. Manchmal sind schon zehnjährige Mädchen geschlechtsreif. Eigentlich noch Kinder. Oder doch schon Jugendliche? Nicht nur die Kinder, auch die Eltern sind da manchmal unsicher, in welcher Lebensphase sich ihr Kind gerade befindet. Die ZEIT schlug kürzlich den Begriff "Keenies" vor - zusammengesetzt aus Kinder und Teenies. Jugendforscher Klaus Hurrelmann hält ihn für treffend.

Der erste Kuss, der erste Sex?

Die Mehrheit der Keenies nimmt sich selber als Kind wahr, so ein Ergebnis der BRAVO Dr.-Sommer-Studie 2009. Trotzdem habe sich der Zeitpunkt des ersten Verliebtseins und der Zeitpunkt der ersten "Beziehung" nach vorne verschoben. Die ersten Schwärmereien beginnen laut der Studie schon zwischen elf und zwölf Jahren. Während 2006 die meisten Mädchen und Jungen mit 14 bis 16 Jahren die erste Beziehung hatten, gaben das 2009 schon 17 Prozent der Jungen und Mädchen mit elf Jahren an. Eine feste Beziehung zu haben, gaben mehr als die Hälfte der 14-jährigen Mädchen (64 Prozent) und Jungen (52 Prozent) an. Mit dem ersten Sex allerdings sind die Keenies zurückhaltend. Zwar erleben sie die ersten Beziehungen immer früher, der Zeitpunkt für den ersten Sex hat sich aber in den letzten Jahren nicht verändert: Von den Mädchen haben 11 Prozent mit 13 Jahren und 16 Prozent mit 14 Jahren den ersten Geschlechtsverkehr, bei den Jungs waren es 6 Prozent mit 13 Jahren und 12 Prozent mit 14 Jahren. Im Durchschnitt erleben die Jugendlichen den ersten Sex mit 15 oder 16 Jahren.

Welche Auswirkungen hat das?

Dass sich die Pubertät immer weiter nach vorne verschiebt und die Kindheit im Zeitraffer verläuft, bringt häufig Probleme mit sich. Manches bleibt auf der Strecke, vor allem die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit. Auch für die Eltern ist das eine schwierige Phase: Sie sind nicht darauf vorbereitet, dass ihre Tochter noch mit Puppen und Lego spielt, wenn sie ihre Periode bekommt. Die Pubertätsturbulenzen beginnen dementsprechend früher, nicht selten schon mit elf oder zwölf Jahren. "Der Abnabelungsprozess beginnt früher, aber die Eltern wollen oder können das oft nicht verstehen, weil sie immer noch das Kind vor sich sehen, das aber schon längst kein Kind mehr ist, weder biologisch noch psychisch", sagt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann in einem Interview mit der ZEIT. Eltern müssen sich deshalb beeilen, ein stabiles Verhältnis zu ihrem Kind aufzubauen. Denn für sie bedeutet die frühe Pubertät, dass nur noch dass erste Jahrzehnt ein eltergeprägtes ist. Aber auch für die Jugendlichen ist das zunehmende Ungleichgewicht zwischen körperlicher und psychischer Reife ein Problem.

Mit neun geschminkt in die Schule?

Von der Eltern verlangt diese Entwicklung viel Einfühlungsvermögen, weil die Kinder durch die frühe Pubertät noch weniger wissen, wo sie stehen. Der Drahtseilakt zwischen Loslassen und Festhalten wird für Eltern schwieriger. Viele Eltern haben Angst, dass ihre Tochter oder ihr Sohn die Schule vernachlässigt, weil sie beginnen könnten, sich für das andere Geschlecht zu interessieren. Will ihre zehnjährige Tochter, die schon einen Busenansatz hat, geschminkt in die Schule und meckert herum wie ein Teenager? Eltern sollten solches Verhalten nicht überbewerten, sondern als das betrachten, was es ist: ein Ausprobieren, wie es ist, erwachsen zu sein. Es gilt aber auch Grenzen zu setzen, zum Beispiel bei der Kleidung: tief ausgeschnittene T-Shirts, kurze Miniröcke, Schuhe mit Absätzen oder stark figurbetonte Hosen sind zumindest für Zehn- bis Zwölfjährige nicht angemessen.



sca  

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Kommentare (3)

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Thema: "Pubertät: Das Leben der "Keenies""

Muddi schrieb: am 26. Oktober 2011 um 23:09:22
(4) (0) Keenie
Warum soll ein Kind aufhören mit Puppen zu spielen, nur weil sie ihre Regel hat? Meine große (15) lässt sich manchmal sogar noch
dazu hin reißen mit der kleinen(12) Barbie zu spielen. Lasst sie doch Kind sein so lange sie das wollen oder brauchen. erwachsen sind sie noch lange genug
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Papsch schrieb: am 15. August 2011 um 13:16:55
(1) (0) Keenies
Netter Begriff, wenn man nicht weiß mit wem er es zu tun hat. Mein Sohn war ein Spätpubertierender. In seiner Jugend (14 - 18)
hatte er nichts mit den anderen am Hut. Dann plötzlich mit 20, explodierte er förmlich. Wir waren nicht darauf eingestellt und somit gab es Probleme über Probleme. Und dann pfuschten auch noch andere mit und die Katastrophe blieb nicht aus. Er verließ uns abruppt und mied uns wie das Feuer. Nach Jahren nun sind wir wieder eine Familie. Nach viel Schmerz und Leid.
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Nina schrieb: am 1. August 2011 um 19:26:34
(0) (0) Mal so, mal so
Ich finde, man kann es nicht verallgemeinern, dass die Teens immer früher in die Pubertät kommen. Ich erlebe das Gegenteil.
Ich war sehr früh, mit 10 Jahren, so weit und hatte den ersten "richtigen" Freund mit 13. Mein Sohn ist sehr spät in die Pubertät gekommen und hat heute mit 18 noch keine Freundin (nein, auch keinen Freund). In seinem Freundeskreis ist dies genauso, alle lassen sich viel Zeit.
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