15.06.2010, 09:43 Uhr
Wenn das Schönheitsideal zum Wahn wird. (Bild: Imago) (Quelle: imago)
Rihanna, Vanessa Hudgens oder Miley Cyrus sind die großen Vorbilder vieler Mädchen. Sie sind scheinbar makellos schön, tragen die angesagtesten Klamotten und werden von Millionen umschwärmt. Viele Jugendliche wollen so aussehen wie die Stars auf dem Bildschirm. "Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen beginnt bei Mädchen heutzutage bereits im Grundschulalter", sagt die Pädagogin Katrin Raabe vom Mädchenhaus Heidelberg. Tagtäglich stünden sie vor dem Spiegel, fänden ihre Hüften zu breit, den Busen zu klein und den Po zu dick. Viele von ihnen verfielen sogar in einen regelrechten Schönheitswahn.
Sich mit der eigenen Körperidentität anzufreunden, sei für Mädchen in der Pubertät ohnehin schon schwierig genug. Aber in einer Zeit, in der der Körperkult immer weiter zunehme, wachse auch ihre Unzufriedenheit. Das Bemühen, solchen Schönheitsidealen zu entsprechen, kann laut Raabe gefährliche Folgen haben: von Essstörungen über Depressionen bis hin zur Beeinträchtigung geistiger Fähigkeiten infolge mangelhafter Ernährung. "Vor allem die Methoden und die Verbissenheit, das gewünschte Ideal zu erreichen, haben sich in den vergangenen Jahren verändert", berichtet die Expertin. Viele Zwölf- oder 13-Jährige hätten bereits ihre erste Diät gemacht, trieben exzessiv Sport oder setzten ihr komplettes Taschengeld in Beauty-Produkte um. "Manche denken sogar an eine Schönheits-Operation", weiß Raabe. Jungs dagegen würden erst später "reif" - Pflege und Schönheit sei für sie in dieser Zeit eher "Frauensache". Bis zum 17. Lebensjahr hat jedes zweite Mädchen bereits eine Diät hinter sich. Das trifft nur auf elf Prozent der Jungs zu.
"Dass sich Mädchen wie Prinzessinnen fühlen wollen und den Nagellack der Mama ausprobieren, ist völlig normal", erläutert die Expertin. Eltern sollten jedoch aufmerksam werden, wenn ihr Kind exzessiv Sport treibt, Diäten macht oder sich sozial zurückzieht. "Hungerkuren sind in der Pubertät ungesund und ich rate dringend davon ab", betont Raabe. Sie empfiehlt Eltern, immer wieder das offene Gespräch zu suchen. "Es ist wichtig, die Probleme der Tochter ernst zu nehmen, sich für sie zu interessieren, warum sie sich in ihrem Körper unwohl fühlt", rät Raabe. Und man brauche Geduld, ergänzt Karin Kampwerth aus München, Autorin des Ratgebers "Voll gut drauf: Schön und selbstbewusst im Handumdrehen": "Mädchen in der Pubertät haben oft keine Lust zu reden, deshalb muss man die richtige Zeit abwarten."
Allerdings sollten Eltern auch nicht allen Wünschen ihrer Sprösslinge nachgeben. "Sie müssen auch mal 'nein' sagen, wenn sich das Kind neue Markenklamotten oder Schminkutensilien wünscht - auch wenn es dann ein paar Tage bockig ist", unterstreicht die Autorin. Gleichzeitig kann es hilfreich sein zu hinterfragen, warum das Kind solche Wünsche hat. "Oft steckt hinter solch einem Verhalten lediglich die Schwärmerei für einen Jungen oder der Wunsch, zu einer bestimmten Gruppe dazuzugehören", erläutert sie.
Grenzen müssten vor allem gezogen werden, wenn der Schönheitswahn ungesund ist, Schaden anrichtet und der Tochter nicht mehr gut tut. Unterstützung in solch einer Situation erhalten Eltern wie Kinder von vielen Seiten. "Es gibt von der Caritas eine anonyme und kostenlose Online-Beratung, an die sich Eltern und Jugendliche wenden können", erläutert Kampwerth. Auch das Elterntelefon des Kinderschutzbundes biete Hilfe. "In vielen Städten und Gemeinden gibt es zudem Elternrunden, in denen sich Betroffene über die Probleme mit den Sprösslingen austauschen können", sagt sie. Eltern sollten sich bei der Gemeinde nach solchen Treffen erkundigen oder in der Tageszeitung nachschauen. "Aber auch die Jugendämter haben Beratungsstellen, wo man Unterstützung erhält", ergänzt die Autorin. Katrin Raabe vom Mädchenhaus Heidelberg warnt: "Wenn der Schönheitswahn bei der Tochter drastischere Züge annimmt, können Eltern wenig tun, weil sich das Kind mehr und mehr von ihnen abgrenzt." In solchen Fällen sollten sich Eltern dringend die professionelle Hilfe eines Psychologen oder eines Arztes suchen.
Quelle: ddp
Falsches Vorbild schrieb:
am 17. April 2012 um 18:35:19
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Schönheit
Ja ja, gutaussehend kommt man natürlich leichter durchs Leben. Aber was sind das für Vorbilder? Musikbranche bestimmt den Trend.
Doch schaut mal hinter die Kulissen. Schnell viel Geld und schönes leichtes Leben, so wird es ihnen vorgegaukelt. Mein persönlicher Tipp: Glaubt ihnen kein Wort, ihr werdet alle verheizt und übrig bleibt die gestorbene Hoffnung und das gebrochene Herz. Sie sind auf der Suche nach "dumme Opfer". Und jetzt werden auch noch die Kinder geopfert. Dieter man sollte d
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Anni schrieb:
am 30. November 2011 um 16:47:56
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Marketingsuggestion?
Ich finde es traurig, dass man das Fernsehen ganz verbieten muss, um seine Kinder davor zu "schützen", statt
Ihnen einen gesunden Umgang mit den Medien beizubringen und Ihnen zu helfen, den Unterschied zwischen irrealem, manipulativem Trash und dem Ernst der realen Welt beizubringen.
Das zeugt meiner Meinung nach auch nicht gerade von Weltoffenheit, sich den Zeichen der Zeit ganz zu widersetzen, zu denen eben auch die Massenmedien gehören, sowas ist einfach nur weltfremd...
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Madleine schrieb:
am 23. August 2011 um 18:40:52
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Alle Schuld!
@ Andrea: Naja, es kommt immer darauf an, was man guckt. Meine Kinder schauen meistens Wissensendungen!
Auf jeden Fall kommt das
nicht immer so auf die Stars drauf an, sondern auch z.B. auf die Jungs, klar nur manche sind so, aber ehrlich gesagt, es haben immer die hübschen, schlanken Mädchen zuerst einen Freund! Sind oft beliebter, ... das Schönheitsideal ist zur Zeit wirklich doof!!! Hoffentlich wird es bald wieder menschlicher und natürlicher!
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