11.04.2011, 11:59 Uhr
Ob mit Vertrags- oder Prepaid-Karte, das Handy kann trotzdem zur Schuldenfalle werden. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Junge Menschen unter 20 Jahren verschulden sich immer häufiger. Um 38 Prozent ist die Zahl der überschuldeten Jugendlichen allein von Oktober 2009 bis September 2010 gestiegen, so eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Häufigster Grund für den ersten Schritt in die Schuldenspirale ist das Mobiltelefon. Denn neben den Gebühren für Telefonieren und Simsen fallen Kosten für weitere Dienste, wie das Versenden von Bildnachrichten, mobiles Surfen im Internet oder das Herunterladen von Logos und Spielen an.
Für Kinder sind das oft unüberschaubare Ausgaben. "Eltern sollten deshalb schon im Vorfeld mit ihren Kindern genau besprechen, was bei der Handynutzung wie viel kostet", raten die Finanzexperten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG).
Besser sei ein Mobiltelefon mit Prepaid-Karte. Ist ein Guthaben aufgebraucht, ist bis zum nächsten Aufladen das Kontaktieren von Gesprächspartnern nicht mehr möglich. Doch die DVAG warnt: Auch diese Art der Kostenkontrolle bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Denn sogenannte Klingelton-Abos können monatliche Gebühren anhäufen, die von der Prepaid-Karte abgebucht werden. Ist diese leer, passiert scheinbar nichts, im Hintergrund jedoch sammeln sich die Kosten an.
Lädt der Besitzer die Karte wieder auf, wird der Betrag vom Guthaben abgezogen. Aber selbst wer die Karte gar nicht mehr auflädt, kommt nicht ums Zahlen herum. Der Abo-Anbieter kann die Adresse des Karteninhabers über den jeweiligen Provider feststellen, um eine Rechnung zu schicken.
Generell raten die Vermögensberater der DVAG: "Damit Jugendliche lernen, richtig mit Geld umzugehen, sollten sie ein eigenes Konto haben."Für Minderjährige kämen allerdings nur reine Guthabenkonten in Betracht, damit sie hier keine Schulden machen können. Um eines zu eröffnen, brauchen Teenager unter 18 Jahren die Zustimmung der Eltern. Die Ausnahme: Wenn der Jugendliche eine Ausbildung macht, darf er allein ein Girokonto einrichten, auf das sein Gehalt eingeht. Überweisungen können von solch einem Konto allerdings nicht gemacht werden.
Auch volljährige junge Leute sollten darauf achten, dass sie ein Girokonto wählen, das gute Leistungen bringt und auf Grundgebühren verzichtet. Einige Girokonten bieten sogar auf das Guthaben Zinsen und können damit das Sparbuch ersetzen.
Ein weiterer Tipp der Vermögensberater: "Alle, die schon Schulden angehäuft haben und einen Dispo-Kredit mit zum Teil enorm hohen Zinsen dauerhaft in Anspruch nehmen, sollten so schnell wie möglich umschulden." Die Alternative sei ein Konsumentenkredit mit wesentlich niedrigeren Zinsen. Um hier optimal zu handeln, sollten Betroffene auf die professionelle Beratung eines Finanzexperten setzen.
Quelle: ots
Gonzo schrieb:
am 12. April 2011 um 15:37:49
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Teure Verblödung
Wenn ich sehe, für was die Jugend heute hauptsächlich "ihr"Geld ausgibt, kommen mir Zweifel an der Zukunft unserer
Republik. In die Schuldenfalle wegen des Handys, einfach lachhaft. Der deutschen Sprache und des Lesens ist sowieso kaum noch einer mächtig, und von vielen Eltern kommen keine Anregungen mehr. Zu meiner Jugendzeit wurde das Geld noch in echte Interessen und Hobbys investiert. Was wird in den Schulen überhaupt noch vermittelt? Passend zur 20:80 Gesellschaft, Ruhigstellung des Mobs.
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Mutter schrieb:
am 12. April 2011 um 09:46:55
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Reden,Reden,Konsequenzen
gute Erfahrungen habe ich bisher mit einem ganz normalen Handytarif gemacht, der jedes Gespräch auf der Rechnung
auflistet. Die wird jedes mal gemeinsam gesichtet und der vereinbarte "Förderbetrag" meinerseits abgezogen. Den Rest zahlen meine Töchter selbst (an mich). So sehe ich, wieviel Kosten auflaufen, die Kinder sehen und spüren, wieviel Telefonieren kostet. Und sie sind in notwendigen Fällen immer erreichbar, was mit Prepaidkarten nicht geht.
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