11.04.2011, 10:37 Uhr | cst
Jungen wollen verstanden werden. (Foto: Beltz-Verlag)
"Bildungsverlierer", "das neue schwache Geschlecht", "benachteiligt" - die Namen und Etiketten, die unseren Jungen derzeit verpasst werden, sind nicht gerade schmeichelhaft. Woran liegt das? Stimmt tatsächlich etwas nicht mit den Jungen? Oder machen Eltern und Erzieher etwas falsch? Der Jungenforscher Reinhard Winter erklärt, wie Jungen "funktionieren" und hilft mit zehn Gebrauchsanweisungen für Jungen weiter.
Die Statistik ist eindeutig: Jungen sind später schulreif, sie erhalten nach der Grundschule seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium und sie verlassen die Schule häufiger als Mädchen mit einem niedrigen oder gar keinem Abschluss. Die These, dass dies an der hohen Frauenquote bei Erziehern und Lehrern liege, wurde gerade im Rahmen einer Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zurückgewiesen.
Nach der Schule wandelt sich das Bild allerdings. Jungen, die die Schule geschafft haben, studieren genauso erfolgreich wie Mädchen und sind im Berufsleben sogar erfolgreicher. Weniger Frauen als Männer haben einen Job, sie verdienen schlechter und sind seltener in Leitungsfunktionen zu finden. Geld und Karriere als späte Rache der Jungen? Schulgerechtigkeit und Chancengleichheit sehen anders aus.
Ist es also nicht vielmehr eine Frage des Blickwinkels? Dass Jungen und das Schulsystem weniger gut zusammen passen? "Schule ist in den Augen vieler Jungen eine extreme soziale Situation, der sie ungefragt ausgesetzt sind", so Reinhard Winter, Diplompädagoge am Sozialwissenschaftlichen Institut Tübingen. Den Bedürfnissen der Jungen nach Handeln, Bewegung und motorischen Anstrengungen werde zu wenig entsprochen.
Dem Jungenforscher ist es wichtig, dass Eltern und Lehrer verstehen, wie Jungen "funktionieren". Nur so werden sie in die Lage versetzt, bei der Erziehung die nötige Orientierung zu geben. Missverständnisse sind sonst programmiert. Winter gibt ein Beispiel: "Meistens missfällt Lehrerinnen und Lehrern bereits die Form, in der Jungen Kritik äußern. Deshalb nehmen sie diese nicht an und verstehen Jungen falsch: Provokationen, Reibungen, Widerstand und Konflikte sind bei einem Teil der Jungen auch eine Form des Kontakts oder der Beziehungsaufnahme. Durchschauen Lehrerinnen und Lehrer das nicht, entsteht eine Beziehungsstörung."
Haben es nun Jungen-Eltern schwerer als Mädchen-Eltern? Nein, sagt Winter. "Es funktioniert eher umgekehrt: Die Annahme, Jungenerziehung sei schwierig, kann zur Folge haben, dass sich Probleme einstellen. Unweigerlich machen sich bei Eltern Befürchtungen, Konfusion und Verspannungen breit. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Jungen, die mit solchen Erwachsenen zu tun haben, problematisch werden. Jungen sind nicht schwierig, weil sie Jungen sind. Es ist umgekehrt: Jungen in schwierigen Situationen reagieren mit problematischen Formen des Männlichseins."
Buchtipp: Jungen - Eine Gebrauchsanweisung, Reinhard Winter, Beltz, ISBN 978-3-407-85931-0, 16,95 Euro
Quelle: t-online.de
Miriam schrieb:
am 16. November 2011 um 21:08:18
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Jungenerziehung
Ich habe das Buch gelesen - Gebrauchsanweisung ist mit Anführungszeichen zu verstehen, das wird gleich vorne erklärt.
Ansonsten ein echt klasse Buch über Jungen und wie wir als Eltern vieles RICHTIG machen können. Ich kann das rumgejammere überJungen eh nicht leiden, hier geht mal einer anders ran. Also ich finde, das hat sich gelohnt zu lesen, jede Seite! Und im Umgang mit meinen Jungs bin ich einerseits gelassener, andererseits klarer geworden. Das merkt man ihnen an. Wir habens jetzt besser!
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mami schrieb:
am 12. Juni 2011 um 11:35:17
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So funktionieren Jungen
Funktionieren???Gebrauchsanweisung???? Das sind wohl sehr unpassende Worte.. mein Junge ist doch keine Maschine..
Nebenbei,ob Junge oder Mädchen,jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit..beide können liebevolle,wissensdurstige Kinder sein oder auch das Gegenteil..das ist unabhängig vom Geschlecht. Jungs sind nicht schwieriger als Mädchen.
Gebrauchsanweisung..so ein Quark..
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iche schrieb:
am 20. April 2011 um 14:02:31
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Thema
Die "zehn Gebrauchsanweisungen für Jungen" sind nicht nur furchtbar geschrieben, sondern auch noch in furchtbarem Deutsch verfasst.
Was wahrlich ein Kunststück ist, wenn man pro seite nur 2-3 Zeilen dazu schreibt. Glückwunsch...dieser Beitrag zeigt genau, wie man es nicht machen sollte...Zu unserem Nachteil ist die Erziehung von Jungs nur eine neumodische Erfindung des 21. Jahrhunderts, mit der sich frühere Generationen zum Glück nie rumschlagen mussten...
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