21.01.2010, 11:14 Uhr
Wie können Eltern den Computerkonsum ihrer Kinder regeln? (Bild: imago)Ein Computerverbot hat einen 13-jährigen Rumänen in den Selbstmord getrieben. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei berichtete, hatten die Eltern den Jungen wegen schlechter Leistungen in der Schule nicht mehr mit dem Computer spielen lassen und ihm auch das Telefonieren verboten. Daraufhin habe sich das Kind im Dorf Izvin im Westen des Landes erhängt. Gibt es eine Online-Sucht? Wann sind Kinder gefährdet? Wo holen sich Eltern Hilfe in solchen Erziehungsfragen?
SuizidWenn Kids an Selbstmord denken
MedienHilfe bei Online-Sucht
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FernsehenEltern befürworten TV-Konsum ihrer Kinder
Fernsehen & ComputerspielenTrost und Ablenkung durch TV und PC
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Alter | Angemessene tägliche Spielzeit |
bis 7 Jahre | durchschnittlich 30 Minuten |
8-9 Jahre | durchschnittlich 45 Minuten |
10-11 Jahre | durchschnittlich 60 Minuten |
12-13 Jahre | durchschnittlich 75 Minuten |
Viele Kinder verbringen allerdings weitaus mehr Zeit vor Computer oder Konsole, als diese Richtwerte vorgeben. Die Gründe, warum sich manche Kinder in den virtuellen Welten verlieren, sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Auch eine allgemeingültige Festlegung, wann das Spielverhalten als bedenklich einzustufen ist, gibt es nicht. Schließlich ist jedes Kind verschieden und damit auch unterschiedlich stark gefährdet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Kinder verstärkt suchtgefährdet sind, wenn sie über ein nur geringes Selbstwertgefühl verfügen und/oder sich unverstanden und unwichtig fühlen, wenn sie sehr schüchtern sind oder Schwierigkeiten haben, Freunde zu finden. Auch Kinder, die in der Schule gemobbt werden, sind einem höheren Suchtpotential ausgesetzt. Wie Untersuchungen zeigen sind Kinder und Jugendliche, die übermäßig viel am Computer oder der Spielkonsole spielen, in verschiedenen Lebensbereichen deutlich unzufriedener und haben häufig weniger starke Bindungen in ihrem Umfeld. Dass ein Kind süchtig nach Computer- oder Konsolenspielen wird, ist ein extremer Ausnahmefall. Trotzdem sollten Eltern das Risiko nicht ausblenden. Bestimmte Anzeichen könnten darauf hindeuten, dass ein Kind spielsüchtig oder gefährdet ist.
Nicht alle elektronischen Spiele haben eine starke Bindungswirkung. Zu den Spielen, die ein höheres Suchtpotenzial aufweisen als andere, zählen insbesondere Online-Rollenspiele. Die Strukturen in diesen Spielen sind so angelegt, dass Spieler möglichst viel Zeit mit Ihnen verbringen möchten. So können viele Online-Rollenspiele nur in Gemeinschaft absolviert werden. Oft setzen sich Spieler sich gegenseitig unter Druck und fordern voneinander ein, möglichst lange und oft dabei zu sein. Darüber hinaus sind diese Spiele im Vergleich zu Konsolen- oder PC-Offline-Games auf kein Ziel festgelegt, sie gehen endlos weiter und laufen rund um die Uhr. Das Risiko, nicht aufzuhören aus Angst etwas zu verpassen, ist gesteigert. Die Gefahren oder Risiken, die bei übermäßigem Spielekonsum bestehen, sind vielfältig.
Quelle: dpa , t-online.de
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