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Rumänien: 13-Jähriger begeht Selbstmord nach Computer-Verbot

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Selbstmord nach PC-Verbot

21.01.2010, 11:14 Uhr

Junge sitzt am Laptop.Wie können Eltern den Computerkonsum ihrer Kinder regeln? (Bild: imago)Ein Computerverbot hat einen 13-jährigen Rumänen in den Selbstmord getrieben. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei berichtete, hatten die Eltern den Jungen wegen schlechter Leistungen in der Schule nicht mehr mit dem Computer spielen lassen und ihm auch das Telefonieren verboten. Daraufhin habe sich das Kind im Dorf Izvin im Westen des Landes erhängt. Gibt es eine Online-Sucht? Wann sind Kinder gefährdet? Wo holen sich Eltern Hilfe in solchen Erziehungsfragen?

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13-Jähriger erhängt sich nach Computer-Verbot

Der Umgang mit neuen Medien ist für die heutige Jugend längst Alltag. Handy, PC, Mails, SMS - ohne das alles geht bei vielen gar nichts mehr. Doch wann wird es zu viel? Sind manche Kinder wirklich abhängig? Gibt es eine Sucht nach PC und Handy? Falls ja, kann das schlimme Folgen haben? Und wie gehen Eltern damit um? Ein Computer-Verbot hat jetzt einen 13-jährigen Rumänen in den Selbstmord getrieben. Die Eltern hatten den Jungen wegen schlechter Leistungen in der Schule nicht mehr mit dem Computer spielen lassen und ihm auch das Telefonieren verboten. Daraufhin habe sich das Kind im Dorf Izvin im Westen des Landes erhängt.

Wann wird es zu viel?

Jedes Kind ist verschieden, auch sind sicherlich die Ausprägungen in verschiedenen Ländern unterschiedlich. Deshalb geben Experten auch nur grobe Orientierungen, wie viel Zeit ein Kind mit Computer- und Konsolenspielen verbringen kann, ohne Schaden zu nehmen. Wie viel angemessen ist, hängt auch davon ab, was gespielt wird und vor allem ob genug Platz für andere Interessen und Aufgaben bleibt. Die Initiative "SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen", die Eltern in Sachen Medienerziehung unterstützen will, gibt folgende Zahlen als Richtwerte an:

Alter

Angemessene tägliche Spielzeit

bis 7 Jahre

durchschnittlich 30 Minuten

8-9 Jahre

durchschnittlich 45 Minuten

10-11 Jahre

durchschnittlich 60 Minuten

12-13 Jahre

durchschnittlich 75 Minuten


Welche Kinder gefährdet sind

Viele Kinder verbringen allerdings weitaus mehr Zeit vor Computer oder Konsole, als diese Richtwerte vorgeben. Die Gründe, warum sich manche Kinder in den virtuellen Welten verlieren, sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Auch eine allgemeingültige Festlegung, wann das Spielverhalten als bedenklich einzustufen ist, gibt es nicht. Schließlich ist jedes Kind verschieden und damit auch unterschiedlich stark gefährdet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Kinder verstärkt suchtgefährdet sind, wenn sie über ein nur geringes Selbstwertgefühl verfügen und/oder sich unverstanden und unwichtig fühlen, wenn sie sehr schüchtern sind oder Schwierigkeiten haben, Freunde zu finden. Auch Kinder, die in der Schule gemobbt werden, sind einem höheren Suchtpotential ausgesetzt. Wie Untersuchungen zeigen sind Kinder und Jugendliche, die übermäßig viel am Computer oder der Spielkonsole spielen, in verschiedenen Lebensbereichen deutlich unzufriedener und haben häufig weniger starke Bindungen in ihrem Umfeld. Dass ein Kind süchtig nach Computer- oder Konsolenspielen wird, ist ein extremer Ausnahmefall. Trotzdem sollten Eltern das Risiko nicht ausblenden. Bestimmte Anzeichen könnten darauf hindeuten, dass ein Kind spielsüchtig oder gefährdet ist.

Online-Rollenspielen haben das größte Suchtpotenzial

Nicht alle elektronischen Spiele haben eine starke Bindungswirkung. Zu den Spielen, die ein höheres Suchtpotenzial aufweisen als andere, zählen insbesondere Online-Rollenspiele. Die Strukturen in diesen Spielen sind so angelegt, dass Spieler möglichst viel Zeit mit Ihnen verbringen möchten. So können viele Online-Rollenspiele nur in Gemeinschaft absolviert werden. Oft setzen sich Spieler sich gegenseitig unter Druck und fordern voneinander ein, möglichst lange und oft dabei zu sein. Darüber hinaus sind diese Spiele im Vergleich zu Konsolen- oder PC-Offline-Games auf kein Ziel festgelegt, sie gehen endlos weiter und laufen rund um die Uhr. Das Risiko, nicht aufzuhören aus Angst etwas zu verpassen, ist gesteigert. Die Gefahren oder Risiken, die bei übermäßigem Spielekonsum bestehen, sind vielfältig.

Wo gibt es Hilfe?

Sollte der Verdacht bestehen, dass das Kind tatsächlich spielsüchtig sein könnte, ist es sinnvoll professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Es gibt vielfältige Unterstützungs- und Beratungsangebote, die die Eltern wahrnehmen können: Konkrete Hilfe zum Thema Sucht bieten die örtlichen Suchtberatungsstellen in ihrer Region. Sollte sich die örtliche Beratungsstelle allerdings noch nicht mit Computerspielsucht befasst haben, kann man sich definitiv an die "Sucht- und Drogenberatungsstelle Schwerin", die "Landesstelle Berlin für Suchtfragen" sowie die "Drogenhilfe Köln" wenden. Beratung bietet außerdem die Spielsucht-Ambulanz in der "Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz".

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Quelle: dpa , t-online.de

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