Jenni Zwick
Je nach Alter gehen Kinder unterschiedlich mit der Scheidung ihrer Eltern um. (Bild: Archiv) (Quelle: t-online.de)
Scheiden tut weh, trotzdem können eine Scheidung oder eine Trennung die beste Lösung sein. Sie bieten Eltern eine neue Perspektive für ein glücklicheres und eigenständigeres Leben. In der akuten Phase der Trennung zeigen die meisten Kinder Trauer, Niedergeschlagenheit, Verunsicherung und Wut. Viele ziehen sich zurück, werden aggressiv oder entwickeln andere Verhaltensauffälligkeiten. Meistens ändert sich das Verhalten der Kinder und Jugendlichen, nachdem sich das neue Leben eingespielt hat, Vater und Mutter ihre Krise überwunden haben und sich das Leben wieder normalisiert hat. Doch was heißt eine Trennung langfristig für die Kinder? Und wie verarbeiten Kinder unterschiedlichen Alters diese Krise?
Kleinere Kinder und Kinder im frühen Grundschulalter reagieren sehr stark und emotional auf die Trennung der Eltern. Sie zeigen häufig Verhaltensweisen, die sie in ihrer bisherigen Entwicklung eigentlich schon abgelegt hatten, wie beispielsweise Einnässen und Daumenlutschen oder sie sind sehr anhänglich und lösen sich schlecht in der Kita. Doch meistens handelt es sich bei diesem Verhalten um eine vorübergehende Episode, bis die Eltern von sich aus stärker auf die Kinder und deren Bedürfnisse eingehen und das Leben des Kindes wieder überschaubar und berechenbar geworden ist.
Bei etwas größeren Kindern kann es nach der Scheidung zu einem anderen Problem kommen: Häufig übernehmen Scheidungskinder dann in der Familie zu viel Verantwortung und stellen sich auf die gleiche Ebene wie Mama oder Papa. Dadurch bekommen die Kinder zu viel Verantwortung, die sie langfristig überfordert. Außerdem kommt es schnell zu Autoritätsproblemen zwischen Eltern und Kindern. Die Kinder akzeptieren die ihnen gesetzten Grenzen nicht mehr oder versuchen sie selbst zu setzen. Gerade Kinder ab dem Grundschulalter übernehmen gerne die Rolle des Vaters oder der Mutter, versuchen Dinge zu reparieren, helfen im Haushalt, geben der Mutter Ratschläge und versuchen den fehlenden Partner zu ersetzen. Insbesondere Jungen übernehmen gerne Verantwortung und überschätzen sich leicht. Bei diesem Verhalten besteht die Gefahr, dass sie sich „allmächtig“ fühlen und diese übergeordnete Rolle auch im Kontakt mit ihren Freunden leben.
Ein weiterer kritischer Punkt im späten Grundschulalter und im Jugendalter ist die häufig entstehende Missachtung und der fehlende Respekt den Eltern gegenüber. Den Kindern und Jugendlichen gehe die „gute elterliche Autorität“ verloren, die ihnen helfe, sich nicht zu überschätzen und Grenzen zu akzeptieren, schreibt Wolfgang Jaede in seinem Buch „Was Scheidungskindern Schutz gibt“. Der Diplompsychologe weist auf die besondere Bedeutung bei Übergängen in neue Lebensabschnitte von Kindern und Jugendlichen hin (beispielsweise vom Kleinkind- ins Kindergartenalter, vom Kindergarten- ins Grundschulalter, oder vom Grundschul- ins Jugendalter). Seiner Meinung nach seien Kinder und Jugendliche an diesen Schnittstellen ihrer Entwicklung besonders auf erzieherische Unterstützung angewiesen, damit sie „nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam diese Schritte vollziehen und sich auf neue Anforderungen altersgemäß“ einstellen könnten.
Für Kinder ist es schwer, zu akzeptieren, dass sich die Eltern trennen. Der Auszug eines Elternteils lässt das angekündigte Scheidungs- oder Trennungsverfahren jedoch schrecklich wahr werden. Erstmal bricht für die Kinder jedes Alters eine Welt zusammen. Ihr Sicherheitsbedürfnis ist erschüttert, sie verlieren den Boden unter den Füßen und müssen erst einmal mit der neuen Situation klar kommen. Auch wenn kein Kind wie das andere reagiert, gibt es alterstypische Reaktionen, die man bei fast allen Kindern beobachten kann.
Bei einer Trennung kann man kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen unterscheiden. Wolfgang Jaede schreibt, dass jüngere Kinder in der ersten Zeit nach der Trennung häufig ängstlich, weinerlich, anklammernd oder aggressiv seien. Ältere Kinder zeigten vor allem soziale und schulische Probleme. Nach etwa zwei Jahren hätten sich die meisten Kinder emotional wieder gefangen. Er verweist allerdings auf Langzeitstudien von Judith S. Wallerstein und E. Mavis Hetherington, die darauf schließen lassen, dass die eigentlichen Scheidungsfolgen erst sehr viel später, nämlich im jungen Erwachsenenalter auftreten würden. Laut diesen Studien seien sie stark verunsichert, wenn sie eine feste Partnerschaft oder sogar eine eigene Familie gründen wollten. Ihr Grundvertrauen in Familie und Partnerschaft seien erschüttert und sie seien ständig auf der Hut, dass ihre Beziehungen nicht auch scheiterten.
Die Scheidungsrate lag bei den Teilnehmern der Studien im Schnitt höher als bei denen, die selbst keine Trennung erlebt hatten. Allerdings zeigen die Studien auch, dass die Scheidungskinder in der beruflichen Entwicklung oft erfolgreicher sind, als Kinder, deren Eltern sich nicht getrennt haben. Nach zwanzig Jahren waren etwa 70 Prozent ehemaliger Scheidungskinder zufriedene und im Leben zurechtkommende Erwachsene. Eine große Rolle neben der Scheidungsbewältigung spielen für diese Entwicklung allerdings, welche zusätzlichen Probleme die Familie hat, wie beispielsweise finanzielle Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit oder wie sich die Eltern die Erziehung der Kinder aufteilen und wie gut sie noch „Eltern“ bleiben können.
Jenni Zwick
birgith schrieb:
am 12. April 2011 um 20:26:41
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sorge
unsere 2 enkel müssen bei der mutter bleiben die sich zusammen mit den kindern umbringen
will-säuft-borderline-shizophrenie-satanistentreffen mit kindern-vater vor tür gesetzt weil er arbeitet-bekommt im trennungsjahr nr.3-hat aufsichts-u.sorgfaltspflicht in höchstem masse verletzt-u.s.w.-hat 4wochen sich um grosse tochter null gekümmert -jugendamt garmisch hält das für richtig
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nici schrieb:
am 11. September 2010 um 18:18:18
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Ich gebe
Ute recht. Eine Scheidung ist manchmal besser als ständiges Gezanke. Allerdings sollten die Eltern bedenken, dass sie immer noch
Eltern mit Verantwortung sind. Dazu gehört, dass man seinem Kind feste Strukturen und Verläßlichkeit bietet. Leider sind einige Väter und Mütter nach der Trennung nur damit beschäftigt wieder einen Partner zu finden, statt erst einmal die eigenen Wunden und die der Kinder verheilen zu lassen. Wenn ein Kind das Gefühl hat, der/die Neue sind wichtiger, dann ist was faul.
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uta schrieb:
am 2. September 2010 um 10:37:56
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ist eine scheidung
aber nicht manchmal die bessere lösung? was bringt es kindern, mit zerstrittenen eltern unter einem dach zu leben, die
sich nur wegen der kinder nicht scheiden lassen? getreu dem motto "besser ein schrecken mit ende als ein schrecken ohne ende". und wenn der umgang aller beteiligten den kindern gegenüber offen und ehrlich ist, nehmen sie davon sicher keinen schaden.
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