12.04.2011, 10:11 Uhr | rev
Eine Scheidung belastet nicht nur die Psyche der Kinder. (Foto: imago)
Wenn Eltern sich scheiden lassen, bricht für die Kinder eine Welt zusammen. In der akuten Phase der Trennung zeigen die meisten Kinder Trauer, Niedergeschlagenheit, Verunsicherung und Wut. Häufig ziehen sie sich zurück, werden aggressiv oder entwickeln andere Auffälligkeiten wie Einnässen oder Daumenlutschen. Doch eine Scheidung belastet offenbar nicht nur die Psyche der Kinder: Wie US-Wissenschaftler im Rahmen einer großen Studie herausgefunden haben, sterben Scheidungskinder durchschnittlich fünf Jahre früher als Kinder aus intakten Familien.
1921 erfasste Lewis Termam die Daten von 1528 Menschen, um die Lebenswege von überdurchschnittlich intelligenten Kindern zu untersuchen. Wie die "Huffington Post" berichtet, wurde diese Studie von den Psychologen Howard Friedman und Leslie Martin von der University of California wieder aufgegriffen und aus der riesigen Datensammlung ist inzwischen eine wichtige Grundlage für die Langlebigkeitsforschung entstanden. Die Ergebnisse der Studie sind in dem Buch "The Longevity Project" nachzulesen.
In diesem Buch befindet sich auch die Erkenntnis: Menschen, deren Eltern sich scheiden ließen, hatten eine im Durchschnitt fünf Jahre geringere Lebenserwartung als andere. Den Grund für dieses Phänomen erklärt Leslie Martin gegenüber der "Huffington Post": "Menschen, die das Scheitern der Ehe ihrer Eltern mitbekommen hatten, hatten eine größere Wahrscheinlichkeit, sich später selbst scheiden zu lassen. Das erhöhte ihr Sterberisiko entscheidend."
Die Scheidung sei besonders für Männer ein Gesundheitsrisiko, da die Ehefrau als Vertraute und Unterstützerin wegfalle. Die von Martin und Friedman zusammengetragenen Daten belegen: Umso glücklicher Männer in ihrer Ehe sind, desto gesünder sind sie und desto länger leben sie auch. Ein vergleichbarer Zusammenhang wurde für Frauen allerdings nicht festgestellt.
Die Untersuchungen der angesehenen Familienpsychologen Judith S. Wallerstein und E. Marvis Hetherington bestätigen die Beziehungsschwierigkeiten von Scheidungskindern: Ihre Langzeitstudien lassen auch darauf schließen, dass die eigentlichen Folgen einer Scheidung erst im jungen Erwachsenenalter auftreten würden.
Laut Wallerstein und Hetherington seien Scheidungskinder stark verunsichert, wenn sie eine feste Partnerschaft oder sogar eine eigene Familie gründen wollten. Ihr Grundvertrauen in Familie und Partnerschaft sei erschüttert und sie seien ständig auf der Hut, dass ihre Beziehungen nicht auch scheiterten. So liege die Scheidungsrate bei Scheidungskindern in der Tat höher als bei denen, die selbst keine Trennung erlebt hatten.
Quelle: t-online.de
Esther schrieb:
am 12. April 2011 um 21:05:57
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Scheidungskinder
Kann ich mir durchaus vorstellen. Psychosomatische Erkrankungen sind bei Scheidungskindern häufig. Gut, wenn diese Kinder
später den Weg zum Therapeuten finden.....
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Ele schrieb:
am 12. April 2011 um 21:04:27
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Scheidungskinder
Wie eine seriöse wissenschaftliche Untersuchung dazu aussehen sollte, ist mir unklar. In einer Kontrollgruppe Kinder aus
ehelichen Verhältnissen zu evaluieren ist nur dann möglich, wenn objektive Bedingungen für eine intakte Ehe aufgestellt werden, was schlicht unmöglich ist. Mir scheint die Aussage über die frühere Sterblichkeit von Scheidungskindern äußerst unseriös und manipulativ von bestimmten Interessengruppen.
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Danuta schrieb:
am 12. April 2011 um 21:00:21
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Scheidungskinder
Ich bin selbst ein Scheidungskind,mitlerweile erwachsen,aber ich weiß es noch ziemlich genau,dass ich mich damals gefreut
habe (eine Art Erleichterung),dass meine Eltern sich scheiden lassen haben.Hinterher haben wir in Ruhe gelebt.Die Angst,dass die eigene Ehe bei jedem Streit in Scheidung enden könnte bleibt,aber damals war das das Richtige für uns Kinder. und heute bin ich meiner Mutter dafür dankbar.
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