05.07.2010, 14:24 Uhr | cs
Mehr Schlaf macht Schüler glücklich. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Eine halbe Stunde mehr Schlaf macht Jugendliche fitter für die Schule. Das ergab eine US-Studie mit 201 Schülern der Klassen 9 bis 12. Für eine Probephase wurde der Unterrichtsbeginn von 8:00 Uhr auf 8:30 Uhr verlegt. Ergebnis: Die Jugendlichen leisteten mehr, waren motivierter und schwänzten seltener.
Die Untersuchung wurde von einem Team um die Ärztin und Psychologin Judith Owen am Hasbro Kinderkrankenhaus in Providence (US-Bundesstaat Rhode Island) vorgenommen. Das Ergebnis stellt das Fachblatt "Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine" vor.
Danach blieben die jungen Leute abends nicht länger auf, sondern gingen zur gleichen Zeit ins Bett wie sonst. Entsprechend ging die Zahl der Schüler, die in der Woche weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht bekamen, um 79,4 Prozent zurück. Jeder zweite Jugendliche schlief nun acht oder mehr Stunden - zuvor war es nur rund jeder Sechste.
Der Anteil derjenigen, die sich als nicht richtig glücklich oder als deprimiert beschrieben, sank durch den späteren Schulbeginn von 65,8 auf 45,1 Prozent. Und statt vorher 15,3 suchten nur noch 4,6 Prozent der Jugendlichen die Krankenstation ihrer Schule auf, weil sie sich erschlagen und zu müde für den Unterricht fühlten.
Selbst die Lehrer sprachen sich trotz anfänglichen Widerstands am Ende der Probephase mit überwältigender Mehrheit für den späteren Schulbeginn aus - und zwar nicht aus persönlichen Gründen, sondern wegen der positiven Erfahrung mit ihren Schülern, heißt es in dem Journal.
Auch in Deutschland scheint ein Umdenken begonnen zu haben. So wurde erst im vergangenen Jahr am Berliner John-Lennon-Gymnasium von den Schülern darüber abgestimmt, den Unterrichtsbeginn im Winterhalbjahr auf 9:00 zu verlegen. Die Lehrer hatten bereits Zustimmung signalisiert, der Antrag scheiterte jedoch an den Schülern der Mittelstufe - wohl auch, weil diese weniger Probleme mit dem frühen Aufstehen haben. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich im Teenageralter der Schlaf- und Wachrhythmus noch einmal wandelt, er verschiebt sich nach hinten. Die Jugendlichen gehen später ins Bett und stehen später auf. Das bleibt nicht ohne Folgen auf die morgendliche Konzentration- und Lernfähigkeit. Diese sei zwischen 10:00 und 11:00 Uhr am größten. Auch Schlafforscher raten deshalb schon seit längerem, den Beginn des Schulunterrichts nach hinten zu verschieben.
Alter | Schlafbedürfnis |
bis zu 3 Monaten | 16-18 Stunden |
4 - 5 Monate | 14-15 Stunden |
6 - 12 Monate | 13 Stunden |
1 - 4 Jahre | 12 Stunden |
5 - 6 Jahre | 11,5 Stunden |
7 - 9 Jahre | 11 Stunden |
10 - 11 Jahre | 10,5 Stunden |
12 - 13 Jahre | 10 Stunden |
14 - 16 Jahre | 9 Stunden |
Quelle: familienhandbuch.de |
Quelle: dpa
Astro schrieb:
am 7. Juli 2010 um 14:40:38
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1 Stunde früher
Die Lösung ist doch so einfach:
Schaft doch endlich die Sommerzeit ab !!!
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lena schrieb:
am 7. Juli 2010 um 14:24:42
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an Givto
dann mach doch mal Vorschläge und Möglichkeiten zu dieser tollen wissenschaftlichen Studie, die auch noch aus den USA kommt. (das
sagt doch schon alles...) Sollen alle Muttis zuhause bleiben, dann brauchen wir die Möglichkeit, dass der Alleinverdiener auch genug verdient. Auch würde der späte Schulbeginn auch nur den Kindern was nützen, deren Mutter zuhause ist. Also haben diese ja ein Privileg denen Kindern gegenüber, die ab 6.30h betreut werden müssen. Diese sind ja dann angeblich nicht so fit
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Givto schrieb:
am 7. Juli 2010 um 12:45:32
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es war schon immer so
Ich fasse die Argumente der Verschiebungsgegner zusammen:
* wir mußten früher auch früh aufstehen
* im Arbeitsleben
muß man auch früh aufstehen
* ich muss früh ins Büro und kann meine Kinder dann nicht beaufsichtigen
All diese Argument gehen an der wissenschaftlich festgestellten Erkenntnis vorbei, dass der Schlafrhythmus speziell bei Pubertierenden verschoben ist. Dies läßt sich durch Training nur bedingt ändern.
Also sollten wir nach Möglichkeiten suchen, dem Rechnung zu tragen.
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