15.04.2011, 15:05 Uhr | Sarah Jasmin Mehrtash
Schönheitswahn bei Jugendlichen: Nicht selten führt er zu Bulimie. (Foto: imago, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Montage: t-online)Auf Plakaten und Zeitungen sehen Models und Stars durchweg perfekt aus und fast immer sind es retuschierte Bilder. Trotz dieses Wissens schmachten die Meisten weiterhin nach diesen Idealen - Jugendliche sind ihnen besonders verfallen. Die Medien unterstützen ihre bereits schon gefährdeten labilen Konsumenten und fördern weiterhin Sendungen zum Thema Schönheits-OPs. Diese werden als das Normalste der Welt dargestellt und somit verharmlost. Die negativen Folgen solcher Operationen werden selten gezeigt. Auch der Schlankheitswahn vieler Models bleibt nicht unbeachtet. Die Bilder und Videos der Modeshows zeigen fast ausschließlich abgemagerte Models. Die angebliche Norm wird durch die Mode- und Kosmetikindustrie im Zusammenspiel mit den Medien gefestigt. Viele Mädchen und Jungen finden sich deshalb zu dick, haben Depressionen und/oder werden magersüchtig. Obendrein geben sie ihr Taschengeld, für teure Cremes und Kleidung aus und quälen sich im Fitness-Studio. Doch sind wirklich nur die Medien an diesem Schönheitswahn schuld oder gibt es andere Ursachen?
Katharina Weiss, die 16-jährige Bestseller-Autorin hat sich mit dem Thema beschäftigt und 20 ihrer Altersgenossen befragt. Sie hat in ihrem Buch "Schön!? Jugendliche erzählen von Körpern, Idealen und Problemzonen" sehr persönliche und intime Geschichten gesammelt, die das Denken vieler Teenager widerspiegeln.
Julia ist 25 Jahre alt und hatte neun Jahre Bulimie. Mit 15 Jahren fing sie an, sich nach dem Essen zu übergeben. Bis sie 25 war, legte sie viel Wert auf ihr Äußeres und wollte um keinen Preis zunehmen. Das Übergeben wurde für sie zur Gewohnheit: "Man weiß, man muss am Abend wieder kotzen - und man macht es einfach - so wie Zähneputzen." Ein Grund war Ihr erster Freund, den sie so schön fand und der sie später für eine andere verließ, mit der sich Julia fortan selbst verglich. Als sie später ihren neuen Freund kennenlernte, merkte sie schnell, das Äußerlichkeiten, die sie als positiv empfand, sehr "tussig" rüberkamen. Niemand hat bis heute von ihrer Bulimie erfahren - erst als sie sich das letzte Mal in einem Hotelzimmer übergab und ihr Freund es merkte, hörte sie von heute auf morgen mit dem Argument auf: "Ich hatte Angst, dass er sich abgeschreckt fühlen und mich verlassen könnte. Die Art von absoluter Zufriedenheit, von Sich-akzeptiert-Fühlen und Liebe sind das Sättigendste überhaupt." Die Liebe hat sie geheilt.
Der 16-jährige Jonas ist jemand, der nicht nur auf Oberflächlichkeiten schaut und hat jetzt schon eine Erklärung warum manche Dinge so sind, wie sie sind: "Auch wenn man einzigartig sein möchte, kommt doch niemand von allein auf die Idee, sich plötzlich Röhrenjeans zu kaufen. Man tut es, weil alle Freunde das machen, und die wählt man auch nach den Kriterien aus: nach einem bestimmten Lifestyle, den man teilt und der sich wiederum in dem, was man anzieht, äußert."
Ernstgemeinte Komplimente gibt Jonas gerne, aber lügen nur um jemanden zu stärken, würde er nicht: "Zu dünn finde ich ziemlich ungeil. Dünn sein sieht nur bei Mädchen gut aus, die von Natur aus sehr dünn sind. Man erkennt, wenn jemand viel Kaffee trinkt oder viel raucht. Das sieht man an der Haut."
Katharina Weiss fasst zusammen: "Aus eigener Erfahrung und meiner Recherche würde ich sagen, dass Mädchen komplexbehafteter als Jungs sind. Ihre Selbsteinschätzung hängt häufiger davon ab, ob sie Bestätigung vom anderen Geschlecht erhalten. Selbst Mädchen, die grundsätzlich mit ihrem Körper klarkommen, denken ,dass sich immer noch etwas optimieren ließe." Die Autorin ergänzt: "Jungs und Mädchen ist es gleichermaßen wichtig, dass der Partner eine gewisse Prestigefunktion erfüllt: Nach Möglichkeit sollte er auch von anderen als begehrenswert angesehen werden und beliebt sein."
Jonas und Julia sind nur zwei von 20 Befragten. Aus den teilweise sehr unterschiedlichen Meinungen der Teenies hat Weiss zehn Wahrheiten über die Schönheitsideale von Jugendlichen herausgehört.
Buchtipp: "Schön!? Jugendliche erzählen von Körpern, Idealen und Problemzonen" von Katharina Weiss. Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf. Preis: 9,95 Euro.
Sarah Jasmin Mehrtash
Louise schrieb:
am 1. Mai 2011 um 15:42:13
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Schönheitswahn bei Jugendlichen
Jugendlich sein heißt ,sich selbst finden. leider macht man da den Fehler das man sich zu sehr von
Schönheitsidealen und Starvorbildern leiten läßt.
Die heutige Jugend wird mit Schönheitsberichten überhäuft und meint ,es den Stars und Sternchen nachmachen zu müssen.Auch die Clique hat da ein gewichtiges Wort mitzureden.
Man kann als Mutter oft nur hilflos zusehen und hoffen das es bald vorbei geht. Wenn nicht ,ist handeln angesagt.
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Nicolai schrieb:
am 1. Mai 2011 um 15:22:58
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Eßstörungen
Das beobachte ich in meinem Umfeld leider auch. Zwei Drittel der jungen Mädchen sind magersüchtig/untergewichtig, der Rest zu
dick. Normalgewichtige findet man wirklich kaum noch.
So, und ich als Junge gebe hier mal offen zu: Von den beiden "Alternativen" wäre mir ne korpulentere Frau allemal lieber als so ein dürrer Hungerhaken, mit dem man sich in der Eisdiele blamiert weil sie ja nur eine Kugel essen darf ...
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Frau schrieb:
am 27. April 2011 um 23:29:35
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Schönheitswahn
Die Mädels werden doch von den Medien verrückt gemacht und zum hungern erzogen damit sie ja in das passende Schema
passen-einfach schrecklich! Die andere Seite ist,dass leider sehr viel jungendliche auf sich allein gestellt sind sei es das die Mutter arbeiten muss und so keine Zeit hat sich um eine gesunde Ernährung für ihr Kindes zu kümmern oder auch solche denen es scheiß egal ist was ihr Kind alles in sich hineinstoft. Liebe Eltern seit über eure Kinder wachsam...
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