18.10.2011, 14:20 Uhr
Schon Kleinkinder haben die Eigenschaft zu teilen. (Foto: imago)
Schon Kleinkinder ab einem Alter von 15 Monaten entwickeln einer Studie zufolge einen Sinn für Fairness und Gerechtigkeit. Sie waren bereit, ihr Lieblingsspielzeug zu teilen und bemerkten, wenn jemand weniger zu essen bekam als ein anderer, wie die Psychologin Jessica Sommerville von der Universität von Washington in Seattle im Online-Magazin "PLoS ONE" schreibt.
Sommerville und Kollegen, darunter Marco Schmidt vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, führten 47 Kleinkindern Videos vor, in denen zwei Personen etwas zu essen beziehungsweise zu trinken bekamen: In einem Film erhielten beide Testpersonen die gleiche Menge, in dem anderen bekam einer deutlich mehr. Beim Sehen der Videos wurden die Kinder beobachtet, und die Forscher entdeckten, dass die Babys unterschiedlich überrascht reagierten, weil eine Versuchsperson weniger erhielt als die andere. "Sie hatten eine gerechte Verteilung des Essens erwartet", erklärte Sommerville.
Darüber hinaus gaben die Forscher den Kindern zwei Spielzeuge zur Auswahl und ermittelten das bevorzugte Spielzeug des jeweiligen Kindes. Eine Testperson fragte die Kleinen dann, ob sie das Lieblingsspielzeug haben dürfe. Ein Drittel der Kinder gab es her, ein weiteres Drittel das weniger bevorzugte, ein Drittel gab keines der beiden Sachen ab.
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Schließlich stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang her zwischen der Bereitschaft der Kinder, das Lieblingsspielzeug zu teilen und der Reaktion auf die ungleiche Essensverteilung: Von denjenigen, die ihr Lieblingsspielzeug hergegeben hatten, waren 92 Prozent auch besonders überrascht, dass das Essen nicht gerecht verteilt wurde. Diejenigen wiederum, die das weniger bevorzugte Spielzeug abgaben, hatten besonders aufmerksam dem Video zugeschaut, in dem beide Testpersonen die gleiche Portion an Essen bekommen hatten.
In weiteren Studien will Sommerville nun der Frage nachgehen, ob Altruismus angeboren oder anerzogen ist. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kinder diesen Wert auf eine nonverbale Weise, durch Beobachtung, erworben haben", vermutet sie.
Quelle: dapd
Mutter schrieb:
am 12. Mai 2012 um 17:47:14
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fair
Spätestens in der Schule müssen sie sich das abgewöhnen. Wo käme unsere Leistungsgesellschaft denn sonst hin?
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