07.09.2010, 08:49 Uhr | cs
Lehrer dürfen bei der Benotung von der errechneten Leistung abweichen. (Bild: imago)
Wie benoten Lehrer? Sie bilden einen Durchschnitt aller Zensuren und runden danach das Ergebnis auf oder ab - so ist die gängige Praxis. In Helmstedt in Niedersachsen stand ein Schüler am Ende der siebten Klasse in Französisch rechnerisch auf 4,41 und bekam trotzdem eine Fünf. Ist das rechtens? Ja, entschied jetzt das Verwaltungsgericht Braunschweig.
Lehrer müssen nicht zwingend die Note vergeben, die sich rechnerisch aus den Bewertungen der Einzelleistungen des Schülers ergibt. Das entschied das Verwaltungsgericht Braunschweig in einem am Montag veröffentlichten Urteil und lehnte damit den Eilantrag eines Schülers aus dem Landkreis Helmstedt ab. Die Eltern des Schülers hatten dagegen geklagt, dass er im Fach Französisch die Note 5 erhalten hatte, obwohl sein Notendurchschnitt bei 4,41 lag. Der Gymnasiast wurde wegen einer 5 in Mathe und Französisch nicht in die achte Klasse versetzt.
Die Französisch-Lehrerin des Schülers hatte die Note 5 damit begründet, dass der Schüler gravierende Mängel in den Bereichen Grammatik und Wortschatz habe und zuletzt immer schlechter geworden sei. Das Gericht entschied, dass Lehrer nicht strikt an rechnerische Durchschnittsnoten gebunden seien und deshalb auch nicht verpflichtet seien, bei einem solchen Durchschnittswert die Note 4 zu vergeben. Sie müssten nach den rechtlichen Vorschriften vielmehr bei der Notenvergabe in pädagogischer Verantwortung eine Gesamtbewertung vornehmen.
Allerdings müssten die Lehrkräfte einen tragfähigen Grund nennen, warum sie vom rechnerischen Durchschnittswert abweichen. Da dies in dem vorliegenden Fall geschehen sei, sei die Französisch-Note des Jungen rechtlich nicht zu beanstanden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hat das Urteil grundsätzliche Bedeutung.
Die Lehrerin hatte die Fünf des Jungen mit einer "negativen Tendenz" begründet. Ihm fehlten grundlegende Kenntnisse, er begreife die grammatikalischen Zusammenhänge nicht und könne sich sowohl mündlich als auch schriftlich nur selten in kompletten Sätzen äußern, heißt es im Beschluss des Verwaltungsgerichts Braunschweig. Für das Gericht lag damit ein tragfähiger Grund vor.
Quelle: dapd
CyborgN schrieb:
am 13. September 2010 um 11:13:57
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Motivation
Wie kann man in Deutschland als Schüler noch motiviert werden? Eigentlich gar nicht. Eine einzige Zensur kann heutzutage das
ganze Leben beeinflussen. Errechnet man sich den Notendurchschnitt kann man trotzdem nicht sicher sein, dass man die errechnete Zensur bekommt und muss evtl. sitzenbleiben. Da fragt man sich wozu das ganze nochmal? So wird man aus dem Klassenverband heraus gerissen und steht in der anderen Klasse als Versager da. Da kann man verstehen, warum viele Schüler später Amok laufe
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Kopfschüttler schrieb:
am 12. September 2010 um 23:49:58
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Notengebung
Die Französischlehrerin meines Sohnes erklärte vor der Klasse ganz offen, der einzige Grund für sie Lehrerin zu werden war die
Kranken- und Altersversorgung. Da sie nur gebrochen deutsch sprach, waren ihre Korrekturen bei Übersetzungen eine Lachnummer. Beschwerden beim Direktor sinnlos. Verwaltungfragenkenntnisse Null. So bekamen alle Eltern nach einer Note 5 ihrer Kinder in einer Schulaufgabe einen blauen Brief wegen Versetzungsgefährdung, trotz z.B lauter 1er und 2er (Notendurchschnitt 1,66)
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Cheffinger schrieb:
am 8. September 2010 um 21:57:44
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Lehrerbild
Es ist traurig zu lesen, welch ein Lehrerbild in der Gesellschaft existiert. Als ob Lehrer nichts Besseres zu tun hätten als
Schüler zu erspähen, dessen 'Gesicht ihnen nicht passt' u.ä. Kein Wunder, dass sich kaum noch jemand für diesen Beruf erwärmen kann. Interessant ist auch, dass viele denken, sie seien über das Lehrerdasein ja so gut informiert ... auf der Basis eines eigenen Werdegangs an der Schule? Ob das als fundiertes Fachwissen bezeichnet werden kann, sei mal dahingestellt!
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