vom Wed Nov 25 10:00:00 CET 2009 | iri
"Du bist zu jung, selbst fast noch ein Kind" und "Mach erstmal deine Ausbildung fertig" Diese Sätze kriegen Frauen, die mit Anfang 20 Mutter werden möchten, oft zu hören. Denjenigen, die erst mit 40 oder älter schwanger werden wird hingegen oft vorgeworfen, dass sie zu egoistisch und zu alt wären, da sie ja praktisch schon fast die Großeltern sein könnten. Demnach müsste das perfekte Alter zum Kinderkriegen 30 sein und tatsächlich haben mehr als die Hälfte aller Kinder, die heute geboren werden, Mütter, die Anfang/Mitte 30 sind. Aber ist das wirklich das richtige Alter zum Schwangerwerden? Welche Vor- und Nachteile hat das jeweilige Alter?

Welches Alter ist das richtige, um Mutter zu werden? (Bild: Archiv)
Biologisch betrachtet, ist 20 bis 29 das beste Alter zum Schwangerwerden. Die Fruchtbarkeit ist jetzt am höchsten. Das Bindegewebe ist sehr elastisch und der Körper ist meist relativ schnell nach der Geburt wieder in Form. Die Gefahr einer Fehlbildung des Babys ist in dieser Zeit am niedrigsten. Junge Mütter sind oft unbeschwerter und integrieren die Kinder oft flexibler in den Alltag.
Allerdings haben viele Frauen mit Anfang 20 noch nicht den passenden Partner gefunden, beziehungsweise die Partnerschaften sind oft noch nicht so stabil und lösen sich häufig. Meist ist es den Anfang 20-Jährigen wichtig, zunächst ihre Ausbildung zu beenden und ein paar Jahre zu arbeiten, bevor sie sich für Kinder entscheiden, schlechte Betreuungsangebote und negative Bedingungen beziehungsweise wenig Verständnis in der Arbeitswelt erschweren die Entscheidung noch zusätzlich.
Mit Anfang/Mitte 30 ist die Berufsfindung meist abgeschlossen, die Frauen sind relaxter und selbstbewusster. Sie wissen in der Regel genau, was sie wollen und auch die Partnerschaft ist überwiegend gefestigt. Die Phase der Selbsterfahrung und des Ausprobierens ist abgeschlossen. Es fällt leichter, auf bestimmte Dinge wie zum Beispiel Ausgehen und große Urlaube zu verzichten.
Bei den über 30-Jährigen sinkt allerdings schon die Fruchtbarkeit, mit 35 liegt sie nur noch bei 25 Prozent. Das Risiko für Fehlbildungen beim ungeborenen Kind steigt, etwa jedes 250. Kind weist Missbildungen auf. Das Bindegewebe wird schwächer, Krampfadern, Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftungen treten häufiger auf.
Frauen, die mit 40 oder älter schwanger werden, sind gelassener und entspannter, sie haben viel Lebens- und Berufserfahrung und konzentrieren sich mehr auf ihr Kind. Das Gefühl, etwas zu verpassen beziehungsweise auf etwas verzichten müssen, stellt sich bei den "späten" Müttern seltener ein. Sie entscheiden sich in den meisten Fällen aus Überzeugung für ein Kind und sind oft dankbarer für das Kinderglück als junge Mütter. Die finanzielle Situation sowie die Partnerschaft ist gesichert. Über 40-Jährige achten oft mehr auf gesunde Ernährung und körperliche Fitness, sie leben bewusster.
Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft in dieser Altersgruppe unter 20 Prozent. Die Risiken für Fehlbildungen sind sehr hoch, ab 45 weist jedes 30. Kind eine Missbildung auf. Das Risiko einer Fehlgeburt ist mit 40 Jahren fast doppelt so hoch wie mit 30. Auch Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftung treten wesentlich häufiger auf als bei 30-Jährigen. Insgesamt sind "späte" Mütter empfindlicher, sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte schlechter weg als 20-Jährige.
iri
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