06.05.2009, 11:37 Uhr
Spätgebärende haben eine höhere Lebenserwartung. (Bild: Archiv)
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Frauen, die auf natürliche Weise noch ab 45 Jahren Mutter werden, haben eine erhöhte Lebenserwartung. Sterbedaten vergangener Jahrhunderte aus Kanada und den USA zeigen, dass dies auch für die Brüder der Spätgebärenden gilt. Forscher glauben, dass Gene hinter dem Phänomen stecken.
Ein langes Leben - wer träumt nicht davon? Ernährung, Genregulation, Temperatur und der ausgeübte Beruf - es gibt viele Faktoren, die das Alter von Mensch und Tier beeinflussen. Wissenschaftler der University of Utah nutzen Statistiken aus den vergangenen Jahrhunderten, um dem Geheimnis einer hohen Lebenserwartung auf die Spur zu kommen. Nach ihren Angaben ist bereits bekannt, dass Frauen, die noch mit weit über 40 Jahren auf natürliche Weise Mutter werden, eine erhöhte Lebenserwartung besitzen.
Ken Smith und seine Kollegen haben nun herausgefunden, dass auch die Brüder von Spätgebärenden überdurchschnittlich lange leben. Weil aber zugleich die Ehefrauen dieser Männer keine erhöhte Lebenserwartung haben, glauben die Wissenschaftler, dass genetische Faktoren bei dem Phänomen bedeutender sind als soziale oder das Umfeld. "Wenn Frauen in ihrer Familie noch in hohem Alter gebären, dann könnten Sie eine höhere Lebenserwartung haben", sagte Smith. Betroffene hätten wahrscheinlich eine genetischen Vorteil, schreiben die Forscher im Fachblatt "Journal of Gerontology: Biological Sciences".
Das Team von Smith hatte genealogische Daten von 1,6 Millionen Mormonen und ihren Nachkommen aus dem Bundesstaat Utah analysiert. Hinzu kamen Informationen über 400.000 Menschen aus der kanadischen Provinz Québec, aus einem demografischen Forschungsprogramm der University of Montréal. Die Daten stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Heute übliche medizinische Eingriffe, die eine Schwangerschaft im Alter über 40 mitunter erst ermöglichen, sind deshalb ausgeschlossen.
Konkret untersuchten die Forscher die Daten von 11.604 Männern aus Utah, die von 1800 bis 1869 zur Welt kamen und die Schwestern hatten, die mindestens 50 Jahre alt wurden. Hinzu kamen 6206 Männer aus Québec, die von 1670 bis 1750 lebten, deren Schwestern ebenfalls 50 Jahre oder älter wurden. Die Auswertung ergab, dass Frauen, die mit 45 oder später ein Kind bekommen hatten, länger lebten als Frauen, die nach 40 kein Kind mehr geboren hatten. Bei den Spätgebärenden war das Sterberisiko nach ihrem 50. Lebensjahr um 14 bis 17 Prozent geringer, berichten die Forscher. Bei Brüdern Spätgebärender war es im Vergleich zu anderen Männern um 20 bis 22 Prozent verringert.
Obwohl die Studie den Einfluss der Gene nicht unmittelbar untersucht hat, schätzt Smith, dass diese bis zu 25 Prozent der Unterschiede in der Lebenserwartung erklären könnten. Um Faktoren wie Ernährung oder Wasserqualität abzuschätzen, betrachteten die Forscher auch das Lebensalter der Ehefrauen der Brüder Spätgebärender. Dabei fanden sie im Vergleich zum Durchschnitt keine veränderten Sterberisiken. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass die Abstammung tatsächlich die wichtigste Rolle spielt.
Quelle: Spiegel Online
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