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Sex in der Schwangerschaft: Mythen und Fakten

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Sex bis zum Tag der Geburt ist in Ordnung

27.04.2012, 14:23 Uhr

Sex ist bis zum Tag der Geburt in Ordnung - solange keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sex ist bis zum Tag der Geburt in Ordnung - solange keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Angebliche medizinische Gründe, die gegen Sex in der Schwangerschaft sprechen, beruhen auf allgemeinen Schwangerschaftsmythen. Womöglich sind sie aber eine gute "Ausrede" für den Mann. Denn in der Schwangerschaft ist die Welt ein wenig verdreht: Sie will mehr als sonst, er weniger. Darauf weist die Ärztin Babett Ramsauer vom Vivantes Klinikum Berlin Neukölln hin, sie ist Expertin für Perinatale Medizin.

Schwangere Frauen sind "unersättlich"

Schon ein Blick in entsprechende Internetforen bringe Erstaunliches zu Tage, sagte die Frauenärztin. Entgegen der sonst passiveren Rolle, dem im Vergleich zu Männern nicht so häufigen sexuellen Verlangen der Frauen, äußern Schwangere in den Foren ein lustvolles, "unersättlich" erscheinendes Bedürfnis, das von ihren Männern nicht befriedigt werde. Die Schwangerschaft scheint die sexuelle Welt auf dem Kopf zu stellen.

Neues Selbstbewusstsein steigert sexuelles Verlangen

Ramsauer hat zahlreiche Paare zu dem Thema befragt. Dabei stellte sich heraus, dass sich Frauen in der Schwangerschaft als attraktiver und anziehender empfinden. Sie scheinen endlich einmal mit ihrer Figur zufrieden zu sein und sich wohl zu fühlen, trotz der Veränderungen ihrer körperlichen Proportionen: kein Lamentieren über "zu" große oder "zu" kleine Brüste, runde Formen und eingeschränkte Beweglichkeit, sogar dicke Füße gehören halt dazu. Dieses Selbstbewusstsein scheint einen weitreichenden Einfluss auf das sexuelle Verlangen zu haben. Die Frauen fühlen sich anziehend und sind lustvoll.

Männer sind angstgesteuert

Die medizinische Seite ist dabei sicher nur ein Aspekt der Erklärung: Durch hormonelle Umstellungen entsteht eine vermehrte Lubrikation (Feuchtigkeit in die Scheide), die zu einer gesteigerten Erregbarkeit auch schon vor direktem sexuellen Kontakt führt. Die Rolle des Mannes hingegen ist zunehmend von Angst gesteuert. Werdende Väter reden gerne von Gefahren wie vermeintlich mögliche Verletzungen des Kindes, Auslösen von Blutungen, Verursachung eines Blasensprunges oder Auslösen von Wehentätigkeit durch Sex. Spätestens mit der ersten Wölbung des Babybauches kommt es bei nicht wenigen Männern zu einer vollständigen sexuellen Blockade. Und das zu einem Zeitpunkt, wo eventuelle anatomische Besonderheiten, die eine gewisse Kreativität bei Sexualpraktiken verlangen, überhaupt nicht akut sind.

Eigentlich könnte doch dabei jetzt ein anderer Aspekt in den Vordergrund treten: Sexualität nun endlich unbeschwert zu genießen. Es ist passiert, was vielleicht das Ziel der letzten Monate war; oder es ist das passiert, was zwar nicht gewollt, aber nun Realität ist – eine Schwangerschaft ist eingetreten. Man hat sich mit dieser neuen Situation arrangiert. Vorbei die Zeit der lästigen Verhütung, des auf der Hut sein, damit "nichts passiert" oder des auf der Hut sein, dass etwas passiert, vorbei Sex nach Kalender und Uhrzeit, getimt nach dem vermuteten Einsprung. Das alles müsste eine Erleichterung sein, spiegelt sich aber im männlichen Verhalten nicht wider.

Mythen entlarvt: Sex schadet Babys nicht

Aufklärung kann zumindest teilweise weiter helfen. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien die belegen, dass Sexualität in der Schwangerschaft einen Schaden verursachen könnte und besser unterbleiben sollte. Mythen lassen sich schnell entkräften.

  • Im Sperma sind Prostaglandine enthalten, die Frühgeburten auslösen: Die Menge an Prostaglandinen im Sperma ist zu gering, um eine Geburt auszulösen. Frühgeburt durch Sex ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Durch mechanischen Reiz und Orgasmus der Frau kommt es zu Geburtswehen: Auch diese Theorie ist durch Untersuchungen nicht zu belegen. Weder Penetration noch Petting mit nachfolgendem Orgasmus führt zu Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur und in der Folge zu Wehen.
  • Durch Sex bekommen Frauen vermehrt Infektionen in der Schwangerschaft: Belegt ist zwar, dass in sozial schwächeren Gesellschaftsschichten Genitalinfektionen grundsätzlich häufiger vorkommen. Der "Ping-Pong-Effekt" beschreibt die wechselseitige Ansteckung der Sexualpartner. In diesen Partnerschaften liegt eine Infektion aber gehäuft bereits bei Eintreten der Schwangerschaft vor. Für eine Neuinfektion in der Schwangerschaft, außerhalb dieses Risikokollektives, ist die Ursache vielmehr in einer individuellen Veranlagung als in der Ansteckung durch den Partner zu suchen.

Keine medizinische Frage

Somit sei Sexualität in der Schwangerschaft keine medizinische, sondern eine partnerschaftliche, gesellschaftliche, geschlechtsspezifische und religiöse Frage, sagte Babett Ramsauer. Hier sei ein Blick in die muslimische Welt interessant. Der Koran schreibt in mehreren Suren über Sexualität und auch über Sexualität in der Schwangerschaft. Sexualverkehr mit ihren schwangeren Frauen ist demnach nicht nur erlaubt, sondern auch die Pflicht der Ehemänner. Eine Befragung der muslimischen Frauen zu diesem Thema ist nur eingeschränkt möglich und kann nicht repräsentativ sein. Aber es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die "keusche, demütige" muslimische Frau ein befriedigendes Sexualleben vor allem in der Schwangerschaft hat. 

Unser westlich orientiertes, kaum noch durch Religion geprägtes Denkschema gerate durcheinander, eklärt die Frauenärztin. "Schwangere Frauen bei uns werden von ihren Männern enttäuscht. Zur Rolle von Gynäkologinnen und Gynäkologen gehört es durchaus, ihre Patientinnen zu beraten, wie ihr sexuelles Verlangen gerade in der Schwangerschaft befriedigt wird."

Auch Ärzte nicht frei von Aberglauben

Die Rolle des Gynäkologen sollte jedoch nicht wieder die des "Gottes in Weiß" - quasi als Religionsersatz - sein. Den Männern könne die Angst vor Sexualität in der Schwangerschaft ihrer Frauen durch eine gute Aufklärung genommen werden. Und wo Gynäkologen übereilte Sexverbote bei fast jeglicher Form einer Risikoschwangerschaft aussprechen, spiegele das meist mehr deren Angst wider als wissenschaftliche Erkenntnisse.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (10)

zum Forum

Thema: "Sex in der Schwangerschaft: Mythen und Fakten"

Ballonsaite schrieb: am 26. April 2012 um 12:44:15
(7) (3) dann lieber digital
für diese Monat muss Mann halt auf Handbetrieb umstellen, hinter der Küchentüre, braucht er dann auch nicht zärtlich
sein und kein freundliches Gesciht schneiden.
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Rudi schrieb: am 26. April 2012 um 10:27:53
(17) (12) schaut euchdas Bild an
und dann Männer sagt mir ehrlich, wer da geil wird? Hat der nicht einen "hängen" Also bei mr geht da nix.
Und dann noch die Streifen und der Nabel. Äußerst abstoßend, finde ich, tut mir Leid Mädels, im Prinzip mag ich euch ja, aber halt nicht um jeden Preis.
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Peter Hüsges schrieb: am 26. April 2012 um 09:52:43
(26) (9) nui nui Horst
Also ich konnte schon nicht mehr, wenn meine Schnecke sagte: oh ja mach mir ein kInd - da war "er" mit der Minute
Wech!!!!!!!!!!!!! Richtige Ekelgefühle liefen mir durchs Rückenmark. Ich kann alle Männer verstehen, die keine Kinder machen und haben wollen. Und die Bäuche? In Amerika gibt es ja Männer die Füttern ihr Mädels dick, Puuuuuuuuuuh, das muss man auch nicht haben. Also ich , nui nui nui.........
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