08.12.2011, 10:49 Uhr | rw
Skiurlaub: Viele Skigebiete sind auf Familien mit Kindern eingestellt. (Bild: Archiv) (Quelle: t-online.de)
Mit Vollgas die schwarze Piste hinabschießen oder im eleganten Schwung durch den Tiefschnee-Hang wedeln - auf ihren Winterurlaub freuen sich Skifahrer das ganze Jahr. Familienväter und -mütter haben dabei nur ein Problem: Wohin mit dem Nachwuchs, während sie selbst sich auf der Abfahrt austoben, die für die Kinder noch zu schwierig ist? Viele Skiregionen bieten deshalb mittlerweile Betreuungsmöglichkeiten an. Skikindergarten, Spielhaus und Zwergenslalom - die Skigebiete lassen sich einiges einfallen, um die kleinen Kunden bei Laune zu halten.
Michael Berner vom Deutschen Skiverband (DSV) beobachtet, dass sich die Wintersportorte immer stärker auf die Bedürfnisse von Familien einstellen: "Es gibt Skigebiete, die leben davon." Allerdings könnten einzelne Städte und Gemeinden nicht das ganze Besucherspektrum abdecken. So seien Orte, die für ihre Après-Ski-Party berüchtigt sind, eben meist weniger familienfreundlich. Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Skigebiet sollten Eltern also auf ein qualitativ hochwertiges und möglichst vielfältiges Angebot für Kinder achten.
Ist der Nachwuchs noch zu klein, um selbst auf die Bretter zu steigen, sollten am Urlaubsort gute Betreuungseinrichtungen mit ausgebildeten Kindergärtnerinnen und Erziehern vorhanden sein. Ist der Nachwuchs schon etwas älter, empfehlen sich Wintersportorte mit spezialisierten Ski-Kindergärten oder Kinder-Skischulen, wo die Kinder im Kreis von Gleichaltrigen und unter Aufsicht von ausgebildeten Skilehrern ihre ersten Versuche im Schnee unternehmen können. Beherrschen die Kinder bereits den Umgang mit den Brettern, empfiehlt Berner, den Urlaubsort nach der Vielfalt der Pisten auszuwählen. Der DSV-Experte warnt Eltern vor falschem Ehrgeiz: Sie täten ihren Kindern keinen Gefallen damit, sie schon allzu früh auf schwarze Pisten mitzunehmen. Mehr Spaß hätte der Nachwuchs meist auf den einfacheren Hängen. Wichtig ist Berner zufolge auch, dass Kindern am Ort noch andere Aktivitäten geboten werden. "Das Schlechteste wäre, wenn man meint, man müsste seine Kinder zum Skifahren zwingen."
Ob Zwergenslalom für die Kleinen oder die Tubingbahn, auf der ältere und mehr an Action interessierte Kids auf Gummireifen die Piste hinuntersausen können: Die Palette an Angeboten, die sich an den Bedürfnissen von Familien mit Kindern ausrichten, ist groß. Wie gut die Angebote angenommen werden, hängt laut Torsten Kirstges stark davon ab, wie alt die Kinder sind. Laut dem Professor für Tourismuswirtschaft an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven nehmen deutsche Winterurlauber besonders Betreuungsangebote für Kleinkinder in einem Alter, in dem sie selbst Ski fahren können, gerne an. Sind die Kinder noch jünger, seien sie dagegen eher zurückhaltend. "Die Deutschen haben eine andere Mentalität als etwa die Franzosen, die Kinder schon ganz früh abgeben", erklärt Kirstges.
Bestimmend sei der Gedanke, im Urlaub mit der Familie etwas gemeinsam zu unternehmen. Das Bedürfnis, "dass man Kinder los wird, damit man in Ruhe Skifahren kann", sei eher gering. Gefragt seien allerdings Skikurse, bei denen Skilehrer dem Nachwuchs den Umgang mit den Brettern beibringen. Solche Angebote kämen den Bedürfnissen vieler Familien entgegen: Während die etwas älteren Kinder vormittags für zwei Stunden Skiunterricht haben, können sich Mama und Papa die anspruchsvollen Pisten hinabstürzen. Und nachmittags unternehmen dann alle wieder etwas gemeinsam, widmen sich zum Beispiel zusammen den etwas einfacheren Hängen, auf denen die Kinder ihre frisch erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Quelle: dpa , t-online.de
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