30.03.2010, 10:37 Uhr | rev
Der beliebteste Lehrer Deutschlands: Hartmut Jetter. (Bild: Kepler-Gymnasium) (Quelle: imago)
Nach den Halbjahreszeugnissen für Schüler gibt es jetzt wieder Zeugnisse, aber diesmal für Deutschlands Lehrer. Über 490.000 Schüler haben auf der Schülerplattform spickmich.de über die besten Lehrer in den einzelnen Bundesländern abgestimmt. Das Ergebnis: Hartmut Jetter ist mit einem Notendurchschnitt von 1,3 der beste Lehrer Deutschlands.
Insgesamt wurden auf spickmich.de in den letzten sechs Monaten über 18,6 Millionen Einzelnoten in den Kategorien "guter Unterricht", "cool und witzig", "fachlich kompetent", "faire Noten", "faire Prüfungen", "gut vorbereitet", "menschlich", "beliebt", "motiviert" und "vorbildliches Auftreten" vergeben. Über 490.000 Schüler ergriffen die Chance, ihre Lehrer auf diesem Weg zu benoten. Die Durchschnittsnote aller Lehrer in Deutschland liegt spickmich.de zufolge für das Schulhalbjahr 2009/2010 bei 2,7. Spickmich-Gründer Tino Keller gratuliert den Gewinnern: "Wir freuen uns, dass wir bereits im dritten Jahr die besten Lehrer in Deutschland auszeichnen können. Diese Lehrer zeigen, worauf es Schülern ankommt."
Dieses Jahr erhält der beste Lehrer Deutschlands, Hartmut Jetter (51) vom Kepler Gymnasium in Tübingen (Baden-Württemberg), als Preis eine kostenlose Klassenfahrt in eine Stadt seiner Wahl. Eine Durchschnittsnote von 1,3 verhalf Jetter letztendlich zum ersten Platz unter den Paukern 2009/2010 - und das obwohl Jetter mit Physik und Mathematik nicht unbedingt die beliebtesten Schulfächer unterrichtet. In den Kategorien „motiviert“ und „gut vorbereitet“ bekam Herr Jetter die Höchstnote 1,0. Aber auch bei „guter Unterricht“, „cool und witzig“, „fachlich kompetent“, „faire Noten“ setzte es Einser für den Pauker. So wurde Hartmut Jetter schließlich zum Toplehrer Deutschlands.
Jetter, der seit 25 Jahren am Kepler-Gymnasium unterrichtet, erhielt die Nachricht gestern mitten im Unterricht, als Schulleiterin Elke Bleier-Staudt ihm die frohe Kunde überbrachte. Jetter selbst reagierte gelassen auf die Neuigkeit. Er versuche seine Arbeit nun einmal so gut wie möglich zu machen: "Wir kochen alle nur mit Wasser", so Jetter. Zu seinem Unterrichtsstil sagte der 51-Jährige: "Meine Hauptunterrichtsform ist nach wie vor der Frontalunterricht. Zwar werde bei ihm auch hin und wieder in Gruppen gearbeitet, in erster Linie gehe es ihm aber schlichtweg darum, den Schülern Erklärungen und Lösungen zu vermitteln.
Seine Benotungen seien nicht besser als die anderer Lehrer. Im Gegenteil, manchmal erreichten Klassenarbeiten bei ihm nur einen "richtig schlechten Schnitt von 3,8". Besonders gute Noten sind also nicht sein Geheimnis. Jetter selbst erklärt sich seine Beliebtheit ganz einfach: "Ich habe Spaß an meinen Fächern, ich unterrichte gerne und bemühe mich, meine Schüler für Physik und Mathematik zu begeistern." Dabei lege Jetter auch großen Wert darauf, nicht nur bereits begabte Schüler zu fördern, sondern gerade auch jenen zu helfen, die größere Probleme mit dem Unterrichtsstoff haben.
Wenn Jetter die übliche Kritik an Schülern von heute hört, widerspricht er sofort: "Die Schüler sind immer noch wissbegierig und lernbereit, nur manchmal, weil sie heute mehr machen müssen, etwas kaputter als früher." Auch aus diesem Grund plädiert Deutschlands beliebtester Lehrer für kleinere Klassen. Denn bei 31 Schülern pro Klasse könne ein Lehrer gerade mal eineinhalb Minuten für jeden Schüler aufbringen.
Doch neben Hartmut Jetter konnten noch weitere Lehrer bei spickmich.de sehr gut abschneiden. Hier finden Sie die besten Lehrer der jeweiligen Bundesländer:
Bundesland | Lehrer | Schule | Stadt | Note |
Baden-Württemberg | Herr Jetter | Kepler Gymnasium | Tübingen | 1,3 |
Bayern | Frau Vogel | Roth Gymnasium | Roth | 1,3 |
Berlin | Frau Liebrecht | Heinrich-Hertz-Oberschule | Berlin | 1,4 |
Brandenburg | Herr Bauch | Max-Steenbeck-Gymnasium | Cottbus | 1,5 |
Bremen | Frau Künzel | Lloyd-Gymnasium | Bremerhaven | 1,5 |
Hamburg | Herr Schulte | Niels-Stensen-Gymnasium | Hamburg | 1,5 |
Hessen | Herr Moje | Heinrich-Böll-Schule | Hattersheim | 1,4 |
Mecklenburg-Vorpommern | Herr Düsterhöft | Fridericianum | Schwerin | 1,4 |
Niedersachsen | Herr Gerasch | Tellkampfschule | Hannover | 1,4 |
Nordrhein-Westfalen | Herr Woeste | Theodor-Heuss-Realschule | Lüdenscheid | 1,4 |
Rheinland-Pfalz | Herr Kunz | Europa-Gymnasium | Wörth am Rhein | 1,4 |
Saarland | Frau Gorges-Woll | Geschwister-Scholl-Gymnasium | Lebach | 1,8 |
Sachsen | Frau Kruschel | Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium | Leipzig | 1,4 |
Sachsen-Anhalt | Herr Wolf | Domgymnasium-Naumburg | Naumburg/Saale | 1,9 |
Schleswig-Holstein | Herr Lange | Ernestinenschule zu Lübeck | Lübeck | 1,5 |
Thüringen | Herr Hause | Gustav-Freytag-Gymnasium | Gotha | 1,4 |
spickmich.de ist eine interaktive Schülerzeitung. Über die Benotungsfunktion bekommen Schüler eine Stimme: spickmich-Nutzer können ihren Lehrern und Schulen online Noten geben und ihnen Zeugnisse ausstellen. Mittlerweile sind über 1,6 Millionen Schüler auf spickmich.de registriert. Allerdings ist die Internetplattform auch alles andere als unumstritten und bot in der Vergangenheit Juristen Anlass die Frage des Persönlichkeitsschutzes bei Veröffentlichungen im Internet zu diskutieren. Noch 2009 musste sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem entsprechenden Fall auseinandersetzen. Eine Lehrerin hatte gegen spickmich.de geklagt. Die Kernfrage lautete damals: Ist das Persönlichkeitsrecht der Frau verletzt, weil sie in einem wenig nachprüfbaren und noch dazu anonymen Verfahren mit schlechten Zeugnissen an den Pranger gestellt werden kann? Am 23. Juni 2009 wurde die Klage endgültig vom BGH zurückgewiesen.
Quelle: ots
Spektrum schrieb:
am 20. August 2010 um 09:24:54
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"spick.mich" und "der beste Lehrer Deutschlands"
Überhaupt nichts gegen Herrn Jetter, aber warum wird nicht die mit der Note 1,3 in der
Bewertung gleiche Frau Vogel aus Bayern genau wie er ausgezeichnet??? "spick.mich" ist und bleibt für mich eine absolut nicht objektive Umfrageplattform wie zum Beispiel eine Umfrage unter Autofahrern "Welches Auto ist das beste?"!
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Schwedenbernd schrieb:
am 1. April 2010 um 11:15:43
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Schule in "D"
@ Rossi u. Mama, das Problem ist das kleine Klassen mehr Leherer bedeutet und das bedeutet mehr Kosten. Das kleine Land
Schweden mit ca. 9,2 Millionen Einwohnern gibt 7 mal so viel für Bildung seiner Kinder aus wie Deutschland und liegt deswegen auch im europäischen Vergleich (siehe Pisa) weit vorne. Da die deutschen Regierungen es vorziehen lieber die Wirtschaft und Banken mit Milliarden unterstützen wird Deutschland zwangsläufig vor die Hunde gehen, denn Bildung ist die Zukunft eines Lande
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Mama schrieb:
am 1. April 2010 um 08:49:51
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Gratuliere
Ein Lehrer der die Zeit erkannt hat. An unseren Schulen im Ort gibt es nur noch kleine Klassen. Bei meiner Großen sind gerade mal
16 Schüler in der Klasse was man auch merkt obwohl Hauptschule haben 80 % der Schüler den Notenschnitt erreicht ihren Realschulabschluß zu machen. Und das eben nur weil die Klasse so klein ist und sie so besser lernen können.
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