05.02.2009, 10:19 Uhr | rev
Bewegung fördert Motorik und Konzentrationsfähigkeit von Kindern. (Bild: Archiv)
Der neunjährige Tim ist ein großer Fußballfan. Er verfolgt nicht nur die Bundesliga im Fernsehen, sondern bolzt auch in jeder freien Minute mit seinen Freunden herum. Am Wochenende steht er in der E-Jugend auf dem Fußballplatz. "Kinder bewegen sich von Natur aus gern", sagt Christine Graf, Leiterin der Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Damit dies so bleibe, sollten Eltern ihren Nachwuchs von Anfang an unterstützen.
"Babys lernen ihre Welt durch Bewegung kennen, zuerst natürlich beim Krabbeln", berichtet Graf. Diesen natürlichen Drang können Erwachsene fördern, indem sie ihren Kindern "Bewegungsfreiräume" schaffen. Dazu gehöre etwa, dass ein Baby in der Wohnung möglichst viel frei krabbeln kann und auch draußen nicht länger als nötig im Kinderwagen sitzen muss. Durch die Aktivität könne sich der Nachwuchs körperlich und geistig besser entwickeln. Die Bewegung fördere zum Beispiel die Motorik und Koordination eines Kindes und verbessere seine Konzentrationsfähigkeit.
Heute sei es nicht mehr so üblich wie früher, dass Kinder allein draußen herumtoben dürfen. "Viele Eltern sind übervorsichtig und würden ihr Kind am liebsten immer an die Hand nehmen", sagt die Medizinerin. Dabei sei es wichtig, dass Kinder möglichst viel ausprobieren können und auch Fehler machen dürfen. Hinfallen sei schließlich normal, wenn man zum Beispiel das Hüpfen, Balancieren oder Klettern übe.
"Meist braucht es nicht viel, um Kinder zu motivieren", sagt Graf. Häufig reiche es zum Beispiel schon aus, wenn der Sprössling mit anderen Kindern herumtoben könne. Auch sollte man eine kleine Auswahl an Spielgeräten zu Hause haben. Je nach Alter könnten dies etwa Bälle und eine kleine Rutsche sein, später vielleicht Springseile oder ein Diabolo. "Wenn Kinder allerdings die direkte Wahl zwischen Spielen und Fernsehen haben, setzen sie sich lieber vor das TV-Gerät", sagt die Sportwissenschaftlerin. Insofern sollten Eltern solche Alternativen möglichst vermeiden.
Für den "aid infodienst" hat Graf die "Kinder-Bewegungspyramide" entwickelt. Diese geht davon aus, dass Kinder durchschnittlich zwei Stunden pro Tag körperlich aktiv sein sollten. Die Basis der Pyramide bilden Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen oder Radfahren, im Mittelfeld liegen die Spiele in der Freizeit, während intensiver Sport in der Schule oder im Verein die Spitze bildet.
Quelle: ddp
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