03.08.2011, 13:12 Uhr
Deutschland ist kinderärmstes Land Immer weniger Nachwuchs: Besonders in Ostdeutschland ist die Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stark zurückgegangen.
In Deutschland leben immer weniger Kinder. Besonders in Ostdeutschland ist die Zahl stark zurückgegangen. Neben anderen Ergebnissen geht das aus einem heute vom Statistischen Bundesamt in Berlin vorgestellten Bericht über die Lebenslage von Kindern in Deutschland hervor.
Nach den Ergebnissen des Mikrozensus lebten im Jahr 2010 rund 13,1 Millionen minderjährige Kinder in Deutschlands Haushalten. Vor zehn Jahren, im Jahr 2000, war diese Zahl um 2,1 Millionen höher. In Westdeutschland ist die Zahl der Kinder seit 2000 um zehn Prozent, in Ostdeutschland um 29 Prozent gesunken.
Damit sei Deutschland das "kinderärmste Land Europas", so Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, auf der Pressekonferenz zum Bericht "Wie leben Kinder in Deutschland?" In keinem anderen Land Europas wachsen, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so wenig Kinder und Jugendliche auf wie in Deutschland. Nur 16,5 Prozent der über 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind jünger als 18 Jahre.
Jedes vierte dieser Kinder lebt im übrigen als Einzelkind, stellte das Bundesamt fest. Knapp die Hälfte der Kinder hat einen Bruder oder eine Schwester. Etwas mehr als ein Viertel der Kinder hat zwei Geschwister oder mehr.
Im Nachbarland Frankreich liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung bei über 22 Prozent. Dort wird bereits seit den frühen 80er Jahren versucht mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Aber auch Großbritannien, die Niederlande sowie die skandinavischen Länder kommen auf einen Anteil von über 20 Prozent.
Die meisten Kinder und Jugendlichen in Europa leben in der Türkei. Fast jeder dritte (31,2 Prozent) der über 72 Millionen Türken ist laut der Übersicht jünger als 18 Jahre.
Doch Deutschland hat auch noch in einem anderen Sinne mit "Kinderarmut" zu kämpfen: Denn jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Nach dem Bericht des Statistischen Bundesamtes gelten 15 Prozent der gut 13 Millionen Kinder und Jugendlichen als armutsgefährdet. Das bedeutet, dass das Netto-Einkommen in ihrem Elternhaus unter dem Schwellwert von 11.151 Euro pro Jahr liegt.
Die meisten armutsgefährdeten Kinder leben in Haushalten von Alleinerziehenden. Mehr als jedes dritte Kind, dass nur von Mutter oder Vater betreut wird, gilt als armutsgefährdet.
Insgesamt wächst jedes sechste Kind (17 Prozent) mit nur einem Elternteil auf. Mehr als drei Viertel der Kinder leben hingegen bei verheirateten Eltern (76 Prozent) und sieben Prozent der Kinder bei Paaren ohne Trauschein. Dabei ist der Anteil der Alleinerziehenden in Ostdeutschland (24 Prozent) erheblich höher als in der alten Bundesrepublik (15 Prozent). Kommt es zu einer Scheidung, streiten die Eltern seltener als früher um das Sorgerecht. Nur noch in einem von zehn Fällen kam dies 2010 vor, im Jahr 2000 waren es noch drei von zehn Fällen.
Bei der Hälfte der Kinder in Deutschland (51 Prozent) sind außerdem beide Eltern erwerbstätig. Nur ein Elternteil ist bei 38 Prozent erwerbstätig, bei elf Prozent der Kinder arbeitet kein Elternteil.
Beinahe eine halbe Million Kinder nahmen laut dem Bundesamt im Jahr 2009 Erziehungsberatung in Anspruch oder bekam andere Hilfe beim Heranwachsen. Die Gründe reichten nach Angaben von Egeler von Verhaltensauffälligkeiten über "eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern" bis hin zur "Gefährdung des Kindeswohls". Von den insgesamt rund 474.000 Kindern, die diese Hilfe erhielten, waren 56 Prozent Jungen. Die häufigste Form der Hilfe war eine Erziehungsberatung, zehn Prozent der Kinder gingen sogar in stationäre Behandlung.
Doch Egeler konnte auf der Pressekonferenz auch Erfreuliches berichten: "Während im Jahr 2000 insgesamt 577 Kinder an Verletzungen, durch Unfälle, Selbstmorde oder Gewalt zu Tode gekommen sind, waren es 2009 nur noch 281 Kinder", sagte er. Das entspreche einem Rückgang um 51 Prozent.
Auch das Unfallrisiko im Straßenverkehr sank. Im Jahr 2000 verunglückten noch 576 Kinder und Jugendliche tödlich, fast dreimal so viele wie 2010 (205 Kinder).
Laut dem Statistischen Bundesamt werden zudem Jugendliche in Deutschland heutzutage später flügge als früher. Dabei blieben die Jungen länger im "Hotel Mama" als die Mädchen, sagte Egeler. "Mit 25 Jahren wohnte 2010 nur noch jede fünfte junge Frau im elterlichen Haushalt." Bei den Jungen waren es 38 Prozent. Einen längeren Zeitvergleich konnte das Bundesamt mit Zahlen aus dem früheren Bundesgebiet ziehen. "Hier wohnten 2010 rund 30 Prozent der 25-jährigen mit ihren Eltern unter einem Dach. 1980 lag der Wert bei 21 Prozent", so Egeler.
Quelle: AFP , dpa , dapd
tommes-123 schrieb:
am 4. August 2011 um 15:33:07
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Kinderarmut
@banki mood
Nee Junge das siehst Du aber falsch von der Ausbildung profitiert der Staat genauso wie meine Kinder. Denn nur ein
gebildeter Staat ist Überlegen. Und dann noch eine Frage an Sie über Rohstoff Verschwendung von Kindern, Sie haben doch ne Lampe am brennen oder?
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komment incredible schrieb:
am 4. August 2011 um 13:47:55
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ein guter Kommentar
Mein Cousin ist mit 45 Jahren im oSTEN Arbeitslos geworden, unverschuldet.Dann ab in eine Leiharbeitsfirma.Meinen Sie
wirklich das er mit 4,60 Netto nochmal Kinder wollte?Das höchste Gut Deutschlands wird doch schon abgewürgt dass sich unsere Blindenregierung nicht einmal auf einen Mindestlohn einigen kann.Ausserdem;Bei der Merkel ist es besser sie hat keine, wie die wohl gehänselt würden, ein Alptraum.
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Incredible schrieb:
am 4. August 2011 um 12:56:12
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Kinderarmut
Erziehung und Bildung hat in unserer Regierung keine Lobby, obwohl Merkel vom "höchsten Gut Deutschlands" spricht, aber
das wars dann auch schon. Wer möchte noch Kinder , wenn der Staat Hungerlöhne zulässt, sodass zwei Verdienste nicht reichen, um vernünftig zu leben, wenn Kinderfeindlichkeit gefördert wird und statt dessen für Hunde Spielplätze, Schulen, und Reinigungsdienste finanziert werden, wenn die erdrückende Schuldenlast eine unheilvolle Zumutung für kommende Generatio
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