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Nicht alle Untersuchungen sind notwendig zur Vorsorge. (Foto: Archiv)
Die Schwangerschaft ist festgestellt, der Mutterpass ausgestellt – jetzt geht die Rundum-Betreuung los: Blutabnahme, Urinprobe, Ultraschall, das gehört zum Schwangersein dazu.
Wunderbare Augenblicke: Das erste Ultraschall-Foto. Schreckliche Momente, der Arzt-Kommentar „Da ist etwas auffällig“. Hoffnung kann zu monatelanger Sorge werden, wenn klar wird, dass Vorsorge nicht gleichbedeutend mit Diagnose und Früherkennung ist. Eine Diagnose heilt nämlich nicht. Modernste Untersuchungstechnik und häufige Diagnose-Termine sind nicht gleichbedeutend mit guter Vorsorge. Bewusste Vorsorge verlangt von den Eltern zu bestimmen, was sie wissen wollen, welche Risiken sie testen wollen, was sie überhaupt vor der Geburt wissen wollen und wie sie sich auf eventuell auffällige Ergebnisse vorbereiten können. Nicht jeder machbare Test ist gut und notwendig.
Stiftung Warentest hat in dem Ratgeber „Untersuchungen zur Früherkennung“ einen Überblick zu rund 63 Untersuchungen zusammen gestellt, gegliedert in Untersuchungen zu Schwangerschaftsverlauf und Entwicklung des Kindes, zu Untersuchungen auf Krankheitserreger und zu Untersuchungen auf anlagebedingte Störungen. Das Buch beschreibt die Auffälligkeit und den entsprechenden Test. Er bietet sachliche Informationen zu den aktuellen medizinischen Früherkennungstests, deren Treffsicherheit und deren Kosten, es setzt neben die Nutzen-Risiko-Abwägung Impulse zum Umgang mit eventuellen Konsequenzen eines Testergebnisses. Mit dem Zeitplan möglicher Tests haben Eltern die Chance, sich auf anstehende Entscheidungen rechtzeitig vorzubereiten. Im Anhang sind weiterführende Ansprechpartner und Verbände genannt.
Das Buch gibt werdenden Eltern das Wissen, fundiert über notwendige Untersuchungen während der Schwangerschaft zu entscheiden und selbstbewusst Gespräche mit Ärzten und Hebammen zu führen. Das Buch bestärkt Eltern in ihrem Recht, Information und Rat zu fordern, um entscheiden zu können, welche Untersuchungen sie durchführen lassen wollen und auf welche sie bewusst verzichten. Denn die Grenze zwischen Vorsorge und pränataler Diagnostik ist nicht immer scharf zu ziehen.
Fazit: Ein sachlicher Wachmacher für werdende Eltern mit transparenten Bewertungskriterien. Eine kritische Darstellung der Möglichkeiten zur Früherkennung, die Eltern viel Stoff zum Nachdenken gibt und ausreichend Argumente, bewusste Entscheidung zu treffen und sich im Zweifel Rat zu holen.
Stiftung Warentest, Untersuchungen zur Früherkennung. Für Schwangere. Nutzen und Risiken, Berlin 2007, 24,80 Euro
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