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Stillen in der Öffentlichkeit - normal oder obszön?

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Stillen in der Öffentlichkeit

23.09.2011, 15:15 Uhr | mmh

Stillen in der Öffentlichkeit: Nicht immer können sich Mütter zurückziehen. (Bild: Archiv)

Strippen im Einkaufszentrum? Oben ohne beim Friseur? Busenblitzer im Bus? "Skandal" rufen die einen, die anderen ahnen sofort, dass von stillenden Müttern die Rede sein muss und von prüden Ablehnern des Stillens in der Öffentlichkeit. Denn die Meinungen und Empfindungen über das Stillen in der Öffentlichkeit gehen weit auseinander. Was halten Sie vom Stillen in der Öffentlichkeit? Wie sind Ihre Erfahrungen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende des Artikels, um uns Ihre Meinung zu dem Thema mit zu teilen oder besuchen Sie das Diskussionsforum zu diesem Thema.

Stillen in der Öffentlichkeit

Dass Stillen die beste und gesündeste Möglichkeit ist, Babys die erste Zeit ihres Lebens zu ernähren, ist unumstritten. Am besten - so empfehlen Experten - in ruhiger Atmosphäre, wie in einem kuscheligen Nest. Doch wie passt das in unseren modernen Tagesablauf? Der Ess-und Schlaf-Rhythmus des Kindes ist allerdings nicht immer im Einklang mit dem Rhythmus der modernen Mütter. Das Baby hat Hunger, wenn Mama gerade ihren lactosefreien, entcoffeinierten Latte Macchiato genießt oder wenn Mamas Strähnchen-Farbei beim Friseur einwirken soll, in der U-Bahn, auf dem Spielplatz, im Wartezimmer von Ärzten, auf den Fluren von Behörden.

Dezente Stillpause

Meist geschieht es auch äußerst dezent: Stillende Mütter tragen gerne weite Oberteile, unter dem das Köpfchen verschwindet und das Baby nuckeln kann. Manchmal ein kleiner Schmatzer oder ein Glucksen - aber sonst merkt man als Passant kaum etwas. Viele Mütter legen sich ein Tuch über die Schulter, um sich und das Baby vor neugierigen Blicken zu schützen. Viele moderne Einkausfzentren bieten "Lounges" an, um sich im Shopping-Getümmel zurückzuziehen, sei es für erschöpfte Männer oder für stillende Mütter.

Kritiker: Wie Pinkeln

Leider ist der Rückzug nicht immer möglich. Fußgängerzonen oder Supermärkte bieten keine Nischen und Rückzugsräume - mit einem heftig schreienden, hungrigen Baby sind Mütter auch nicht mehr wählerisch, Hauptsache ein Platz zum Sitzen. Doch Kritiker vergleichen das öffentliche Stillen mit wildem Pinkeln, nennen es eklig und obszön. Schließlich sei doch pinkeln genauso wie Hunger ein dringendes Bedürfnis. Stillen sei Erregung öffentlichen Ärgernisses, nackte Brüste obszön. Für einen Eklat sorgte das Social Network "Facebook". Dort wurden Fotos, die eine stillende Mutter zeigten, die sie selbst eingestellt hatte, gelöscht. Die Begründung der Betreiber: Diese Bilder seien obszön und pornografisch und damit ein Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen.

Nur eine Phase

Keine Frau käme wohl außer am Strand oder in der Stillzeit auf die Idee, plötzlich in der Öffentlichkeit ihre Brüste zu entblößen und dies als ganz normalen Akt zu sehen. Es ist tatsächlich im Leben von Müttern nur eine Phase, eben die Stillzeit. Und in diesem Zusammenhang ist es für viele Frauen unkompliziert und völlig selbstverständlich. "Ich wundere mich oft, wie ich das konnte", erzählt eine Frau, deren Kinder inzwischen Teenager sind. "Ich meine, du sitzt als einzige oben ohne inmitten von bekleideten Menschen. Aber in diesen Monaten war es für mich überhaupt kein Problem." Allerdings kennt auch diese Frau Unverständnis: "Familienfeiern waren der Horror! Die prüden Tanten fanden es unmöglich und die Onkel grinsten sich eins." Einmal habe ihr ein Restaurant-Besitzer den Putzraum als Stillraum angeboten.

Prominente Vorbilder

Noch in den 80er Jahren gab es "Still-Inns" oder "Nurse-Inns" Mütter stillten auf Parteitagen oder im Bundestag, Studentinnen brachten ihre Babys in die Unis und stillten im Audimax. Die neuen Stillmütter gingen damals offensiv an das Thema heran, dezentes, intimes Stillen oder Rückzug aus dem Trubel war nicht angesagt . Das erregte die Gemüter, aber brachte das Thema "Stillen" zurück in die Wahrnehmung. Immerhin stillen heute wesentlich mehr Frauen als noch in den 60er Jahren. Die kompetente Unterstützung durch kompetente Hebammen und Stillberaterinnen ist sicherlich ein Grund, aber vor allem prominente Vorbilder halfen, Hemmungen abzubauen und das Tabu "Stillen in der Öffentlichkeit" zu brechen. Beispiele sind TV-Moderatorinnen und Schauspielerinnen, die in Drehpausen das Baby stillen. Oder die beim Stillen entspannt lächelnden Supermamas Angelina Jolie und Selma Hayek.



Quelle: t-online.de

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Kommentare (17)

zum Forum

Thema: "Stillen in der Öffentlichkeit - normal oder obszön?"

Nicole R. schrieb: am 7. Oktober 2011 um 18:42:51
(21) (1) Stillen
Stillen ist doch das natürlichste der Welt,rücklsichtslos finde ich dafür wenn Männer/Frauen auf einen Spielplatz Ihr Bier
trinken und dann um die Ecke Ihre Blase entleeren oder im Park wo man in Familie spazieren geht.Das ist nicht schön und außer dem gibt es noch viele andere Sachen worüber man sich ärgern kann.
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isnogud schrieb: am 5. Oktober 2011 um 21:56:23
(20) (1) Stillen
Man muß das nicht reglementieren. Eine Mutter wird selbst nach einem abgelegenen Winkel suchen. Sie will nicht gestört werden und
wird sich meist diskret verhalten. Verbieten ist undenkbar. Attraktive Ausweichmöglichkeiten, dort wo man es nicht gerne sieht könnten dafür sorgen, daß sich beide Seiten wohler fühlen. Oder: Wie Kinderfeindlich wollen wir sein??
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Karin Rathmann schrieb: am 5. Oktober 2011 um 12:16:48
(19) (1) Stillen in der Öffentlichkeit
Warum soll eine Mutter in der Öffentlichkeit nicht stillen. Warum soll das ein Problem sein. Wer es ist sehen
will soll wegschauen oder einen anderen Weg gehen wenn das nicht möglich ist . Mutter und Kind in Ruhe lassen u. nicht noch rictig hinglotzen. Vielleicht noch einen blöden Kommentar abgeben. Wir Mütter müssen uns ja auch angucken, wenn Fritten in der Öffentlichk. vertilgt werden da sollte man sich viel eher drüber aufregen und die Verpackung einfach wegschmeissen. Mütte macht weiter so.
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