03.05.2011, 15:18 Uhr
Burnout wirkt in der Familie weiter. (Quelle: imago)
Kinder von Eltern, die an Burnoutleiden, sind weit häufiger als ihre Alterskollegen von schulischem Burnout betroffen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der finnischen Universität Jyväskylän, die das Syndrom erstmals generationsübergreifend bei 1100 Eltern mit Burnout und ihren 15-jährigen Kindern untersucht haben. Burnout wirkt in der Familie weiter, schreiben die Forscher im European Journal of Developmental Psychology.
Als Begründung dieses Zusammenhangs nennen die Forscher um Katariina Salmela-Aro mehrere Faktoren. "Eltern mit Burnout widmen den Kindern weniger Aufmerksamkeit und haben oft einen negativen Erziehungsstil", so die Studienleiterin. Auch finanzielle Probleme der Familie dürften eine Rolle spielen, da sie den Schweregrad des Burnouts oft mitbestimmen. Die Übertragung des Syndroms geschieht besonders zwischen Mutter und Tochter oder zwischen Vater und Sohn. Das gleichgeschlechtliche Elternteil liefert für Kinder das wichtigste Rollenvorbild und gebe auch die Entwicklung des Burnouts weiter, so die Erklärung der Forscher.
Das Burn-out-Syndrom ist bei heranwachsenden Kindern ebenso wie bei Erwachsenen eine Folge von chronischem Stress. Er kann sich auf verschiedene Weise zeigen, berichtet Elfriede Wegricht vom Berufsverband österreichischer Psychologen. "Oft sind erste Anzeichen ein deutlicher Leistungsabfall in der Schule, der Verlust des Interesses, Depressionen oder psychosomatische Beschwerden", so die Expertin. Häufig sind auch eine distanzierende Haltung gegenüber dem Schulbesuch, Zweifel an der Fähigkeit, Aufgaben zu bestehen oder das Beschreiten von Nebengleisen wie Spielsucht.
Wie weit verbreitet Schulstress bei Jugendlichen ist, zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag der Krankenkasse DAK bei zehn- bis 21-jährigen Deutschen durchgeführt wurde. Jeden dritten aus dieser Altersgruppe plagen Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafprobleme und Gereiztheit. Besonders häufig ist dies der Fall bei Schülerinnen, bei einem schlechten Klassenklima sowie bei Jugendlichen, die Problemen lieber aus dem Weg gehen als sie aktiv zu lösen. Verschlimmernd wirkt oft fehlende Erholung durch außerschulischen Stress, deren Ursachen oft im übertriebenen Ehrgeiz der Eltern liegen.
"In der Schule ist Stress oft Folge fehlender Organisiertheit und Disziplin, besonders wenn Aufgaben stets aufgeschoben und dann in Summe nicht mehr bewältigt werden können", so Wegricht. Lehrer würden sich oft zu sehr darauf konzentrieren, das Optimum an Wissen statt Motivation und Lernstrategien zu vermitteln. "Gestresste Schüler lernen schlecht, denn die Emotion ist immer Basis für Kognition. Zur Unterstützung dieser Ebene können Schulpsychologen einen wertvollen Beitrag leisten", so Wegricht.
Ebenso wie in der Schule sei die offene Atmosphäre auch zu Hause wichtig, etwa für die Bewältigung von Schulstress. "Ist man als Elternteil unfähig, auf das eigene Kind einzugehen, so sollte man etwas für sich selbst tun. Es ist keine Schande, den Rat eines Freundes, Lehrers oder Psychologen zu suchen, besonders wenn dieser die Probleme mit mehr Fingerspitzengefühl erkennen kann. Schlimm ist es jedoch, wenn man andere in den Burnout mitreißt", so die Wiener Psychologin.
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