25.03.2011, 15:14 Uhr | mmh
Teenager: Aufgedonnert zur Schule. (Foto: Archiv)
15 oder 25? Die Schminke vertuscht das Alter. Warum schminken sich junge Mädchen, um auszusehen wie junge Frauen? Und Frauen, um auszusehen wie junge Mädchen? Ist Kosmetik wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung? Eltern von Teenagern fragen sich, ob sie ihren Töchtern das Schminken erlauben sollen, wenn ja, ab wann und zu welchen Anlässen.
7:30 Uhr morgens – die Straßenbahnen sind voll mit zukünftigen Topmodels. Gebräunt, gestylt, geschminkt. Nicht auf dem Weg zum Set, sondern in die Schule, das gepuderte Näschen ins Schulbuch vergraben. Mädchen und junge Frauen zwischen 13 und 25, schwer zu schätzen, welches Alter, der Look macht sie alterslos.
Warum schminken sich schon ganz junge Mädchen? „Das machen alle!“ Heißt die Standard-Antwort. Klar, alle haben ein Handy, alle haben einen MP3-Player – und jetzt: alle schminken sich. „Bei Heidi Klum stylen sich die Mädchen so toll, dann wirken sie gleich viel selbstbewusster, ungeschminkt sehen die oft gar nicht so gut aus.“ Oder „Das macht einfach Spaß“ und „Das ist doch toll, mal ganz anders auszusehen, nach dem Schminken wische ich es oft gleich wieder weg, denn auf die Straße traue ich mich so nicht.“, das sind Meinungen von Teenagern aus einer siebten Klasse. Mädchen wollen sich schminken, es gehört zum Erwachsenwerden dazu. Die Topmodels und die Superstars, anfangs Mädchen wie sie, machen es vor. Und es braucht Übung. Also sind Mamas Kajal-Stifte stumpf, die Wimperntusche ausgetrocknet, der Lippenstift verschmiert, der Puder auf den Fliesen zerbröselt. Denn der angesagte Lidstrich flutscht einer Zwölfjährigen noch nicht so aus dem Handgelenk - ohne Visagist. Um geschminkt so auszusehen, als ob man natürlich so schön wäre, das ist die Kunst, die geübt sein muss.
Viele Mütter junger Teenager fragen sich, ob es ein Alter gibt, ab dem man sich schminken „darf“. Und wie alles in der Pubertät kommt auch das zu früh: „Habe ich sie nicht neulich noch als einen süßen Schmetterling geschminkt, einen niedlichen Tiger – und jetzt will sie mit zwölf aussehen, wie eine Zwanzigjährige?“, klagt eine Mutter. Der Sprung ist rasant. Und gemeint ist nicht das rosarote Schminkköfferchen für kleine Prinzessinnen. Der Pickel wird zum Gesprächsthema am Esstisch, die Diskussion über das passende Waschgel zur Beilage. Der verrutschte Lidstrich zur Katastrophe.
Aber diese Phase scheint vorübergehend zu sein. Ein weiterer Blick in das Stadtbild: Die meisten Frauen um die 40 und 50, also die Mütter der nächsten Topmodels, sind dezent, kaum oder gar nicht geschminkt. „Ich durfte mich zuhause als Schülerin gar nicht schminken“, erzählt eine 44-jährige Mutter am Rande eines Elternabends „mein Vater fand das ordinär.“ Andere schminkten sich nur für Parties und zum Ausgehen. „Wir trugen Birkenstock-Schuhe und Latzhosen, da passten höchstens dunkler Kajal und hennarote Haare“, erzählt ihre gleichaltrige Freundin. „Und die anderen, die Modepüppchen, wie wir sie nannten, trugen blauen Lidschatten, das war`s.“ - „Nein entgegnet eine andere: Ich hatte grüne Haarsträhnen, lila Wimperntusche und blaue Fingernägel. Ich habe mich richtig ausgetobt."Eine ungeschminkte Frau erzählt: "Meine Mutter war Vertreterin für Kosmetik-Produkte, ich hatte schon als Kind alle Arten von Produkten durchprobiert. Ich habe heute genug." So gelassen reagieren nicht alle Eltern, aber es ist wohl die gesündeste Einstellung, solange es nicht zu wilde Auswüchse zeigt. Es als Phase zu nehmen, die selbstregulierende Wirkung hat.
Und heute ist die Auswahl an Styling-Produkten enorm. Sogar zahlreiche Bio-Produkte und Naturkosmetik-Serien gibt es, weltberühmte Make-up-Namen reihen sich nebeneinander in meterlangen Regalen mit Kosmetikserien aller Preissegmente in den Drogeriemärkten. Die besten Tipps erhält man - auch als Erwachsener - am frühen Nachmittag am Kosmetik-Regal. Dann tauchen die Scharen junger Mädchen auf. Belauscht man sie, erfährt man wertvolle Styling-Tricks. Beispielsweise Mascara immer die teure, Puder geht auch der billige, diese Farbe ist bei Eyelinern angesagt, die ist völlig uncool .... Einschlägige Fachzeitschriften der Teenager wie "Bravo" oder "Mädchen" halten dafür die Anwendungs-Tipps bereit. "Schminkschulen" mit Styling-Ideen beispielsweise rund um den aktuellen Lidstrich sind im Internet abrufbar.
Kosmetikprodukte pflegen. Ein geschminktes Gesicht kann wie eine Maske wirken, kann Unsicherheit verbergen. Geschminkte Frauen wollen schön sein und sich zeigen, dies senden sie als Signal aus. Vielleicht hängt es mit dem Paarungsverhalten zusammen, wie Verhaltensforscher vermuten? Wie balzende Vögel, die ihr buntes Gefieder zeigen? Aber halt - da sind es ja die Männer.
Aber Achtung: Ausprobieren macht Spaß und hilft, den eigenen Stil zu finden. Doch wenn etwas juckt oder sich nach dem Schminken Pusteln oder Ausschlag bildet, lieber Finger weg von den Produkten. Apotheken bieten sanfte Produkte für Allergiker. Das Sortiment ist kleiner, die Preise nicht ganz klein, aber jeder Trend ist dabei.
An englischen Schulen ist es den Schülern sogar verboten, sich für den Unterricht zu schminken. Viele holen das dann umso stärker in ihrer Freizeit nach: Schuluniform aus und Schminktopf auf.
Warum schminken sich Frauen? Und das schon seit Alters her? Denn schon die Römerinnen und die Ägypterinnen der Antike legten Wert auf Gesichtsfarben, vor allem die Augen wurden betont. Ganz im Trend: Mit Farben aus natürlichen Zutaten. Geruster Kork war Wimperntusche. Salben und Öle wurden als Sonnenschutz gebraucht. Auf Höhlenmalereien sind geschminkte Schamanen zu erkennen. Körperbemalung hing oft mit Fruchtbarkeitsritualen zusammen. Krieger bemalten sich, um ihren Feinden Angst einzuflößen. Heute bemalen sich Soldaten mit Tarnfarben und Fußballfans mit den Farben ihrer Clubs oder Länder.
Im Jahr 1915 wurde der Lippenstift erfunden, damit erhielt die Kosmetikindustrie einen enormen Schub. Make-up ist heute ein anerkannter Körperschmuck. Lippenstift, Lidschatten und Wimperntusche sind die Hauptprodukte. Man schminkt sich, um Besonderheiten zu betonen, wie schöne Augen, oder um Makel zu vertuschen, wie einen Pickel oder eine Narbe. Und natürlich: um schön zu sein, um bemerkt zu werden, um im Trend zu liegen, um den eigenen Stil zu zeigen, um dazuzugehören, um sich gut zu fühlen. Aber auch um zu provozieren, um sich abzuheben von anderen, wie Punks oder Goths.
Und manchmal kann man tatsächlich wie die alten Ägypterinnen zu Naturprodukten greifen: Gurkenscheiben auf gereizte Haut (nach Sonnenbad oder Chlorwasser), Quark mit Honig auf trockene Haut. Erfrischung für die Haut bietet Apfelessig. Und das Abschminken funktioniert mit Olivenöl aus dem Küchenregal.
Lassen Sie Ihre Tochter Freundinnen einladen, mit denen sie Kosmetik-Tricks ausprobiert, am besten als Übernachtungsparty. Stellen Sie mit Ihrer Tochter die nötigen Utensilien zusammen und bereiten sie Snacks für die Pausen vor: Wie wär´s mit Gurkenscheibchen mit Quark-und Honig-Dipp? Experimente sind erwünscht und bleiben im engsten Freundinnenkreis.
Quelle: t-online.de
Lilly schrieb:
am 6. Juni 2011 um 11:57:46
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Was?
Was ist daran so schlimm das wir uns schminken? Mir tun die in England leid...
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Jela schrieb:
am 27. Mai 2011 um 20:40:06
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Normal
Für mich ist es normal, mich zu schminken. Allerdings nervt es mich manchmal, schon am frühen morgen lange vor den spiegel zu stehen
und abends, wenn ich schon müde bin, mich wieder abzuschminken. Ich finde es okay, wenn sich teenager schminken, solange sie sich nicht zu strak schminken und damit nicht schon in der 5ten oder 6ten klasse beginnen.
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Nana schrieb:
am 11. Mai 2011 um 15:21:44
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@Sandy
Klar gefällt uns das und wir haben gar nix dagegen, dass ihr wie Nutten rumlauft. Es kümmert uns dann aber auch nicht, wenn ihr
heulend angekrochen kommt, weil ihr wie eine Nutte behandelt worden seid.
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