11.01.2012, 17:33 Uhr | Manja Greß, dpa
Fast selbst noch ein Kind: Teenager müssen erst einmal damit klar kommen, bald Mutter zu sein. (Quelle: dpa/tmn)
"Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!" Diese Nachricht, übermittelt von einem Arzt, sorgt bei erwachsenen Frauen meist für Glücksgefühle. Für einen Teenager bedeutet so ein Satz den Super-Gau. Allein die Vorstellung, ein Kind zu bekommen, löst bei Mädchen Panik aus. Wie soll ich das schaffen? Wer hilft mir? Und vor allem: Wie sag ich's meinen Eltern? Auch wenn das Gespräch mit den Eltern gefürchtet ist, sollten Betroffene diese Situation nicht mit sich alleine ausmachen. Beratungsstellen können dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.
Jedes Jahr werden laut Pro Familia in Deutschland 13.000 Mädchen unter 18 Jahren schwanger. Etwa 6000 von ihnen tragen ihr Kind aus. Ohne umfangreiche Hilfsangebote und viel Organisationstalent sei die Doppelbelastung mit Schule und Kind aber kaum zu schaffen, sagt Julia Jakob von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Wer ein Kind hat, ist nicht mehr nur für sich selbst, sondern auch für ein Baby verantwortlich." Ein Kind könne zwar eine große Bereicherung für das eigene Leben sein, koste aber auch viel Zeit und Energie.
Wichtig sei, sich möglichst genaue Vorstellungen darüber zu machen, wie das Leben mit Kind aussehen könnte und wo es Hilfe gibt, sagt Jakob. "Daher sollten sich junge Mädchen, die gerade erfahren haben, dass sie schwanger sind, so früh wie möglich an eine Beratungsstelle oder das Jugendamt wenden", rät Jutta Stiehler, Leiterin des Dr.-Sommer-Teams der Zeitschrift "Bravo" in München. Dort bekämen sie alle wichtigen Informationen. "Zum Beispiel erfahren sie, was zu tun ist, um Unterhaltszahlungen des Vaters zu bekommen, was ihnen an staatlichen Hilfen zusteht und wo das Geld beantragt werden kann", erklärt die Pädagogin.
Bei der Suche nach einem Platz im Mutter-Kind-Heim kann das Jugendamt mit Adressen weiterhelfen. "Mädchen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, sollten sich möglichst früh zu einem Beratungsgespräch anmelden", rät Jakob. Ein Abbruch sei unter bestimmten Bedingungen nur bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei. Eine Beratung sei in diesem Fall verpflichtend, stellt sie klar. Doch vorher steht bei den meisten Mädchen in klärendes Gespräch mit den Eltern an. Davor haben viele Angst. "Vermutlich werden die Eltern nicht erfreut sein, sondern eher erschrecken oder mit Unverständnis reagieren", sagt Stiehler.
Wichtig sei, den passenden Zeitpunkt für solch ein wichtiges Gespräch zu wählen, sagt der Kommunikationstrainer Karsten Noack aus Berlin. Es sollte ein Moment sein, in dem eine möglichst vertraute Stimmung herrscht. "Also besser nicht nebenbei beim Einkaufen", erklärt er. Er rät Mädchen, während des Gesprächs beschreiben, wie es ihm geht und was sie sich von den Eltern erhoffen. Die unvermeidliche Belehrungen auszuhalten, fällt Jugendlichen in dieser Situation nicht leicht. Manche Erwachsene müssten erst das "Wie konntest du nur?" loswerden, um dann das Kind in den Arm zu nehmen, so Noack.
Wer sich allein nicht traue, könne sich für das Gespräch mit den Eltern Hilfe holen, sagt Stiehler. "Der Vater des Babys ist genauso verantwortlich. Er kann einem bei dem Gespräch den Rücken stärken." Meistens gibt es in der Familie oder dem Freundeskreis Menschen, denen sich schwangere Mädchen eher anvertrauen als den Eltern. "Das kann die Oma sein oder die Mutter einer Freundin", sagt Stiehler. Auch die Mitarbeiter von Beratungsstellen für schwangere Mädchen könnten beim Gespräch mit den Eltern dabei sein.
Wichtig sei, mit vertrauten Menschen über die eigenen Gedanken und Gefühle zu sprechen und damit nicht allein zu bleiben, ergänzt Stiehler. Man sollte sich anhören, was sie zu sagen haben und sich dann seine eigene Meinung bilden. Letztlich gehe es aber darum, selbst eine Entscheidung zu treffen. "Auch die Eltern dürfen nichts erzwingen. Ein 16-jähriges Mädchen darf und kann allein entscheiden, ob es das Kind austragen oder die Schwangerschaft abbrechen will", sagt Stiehler.
Schwangere Mädchen haben verschiedene Möglichkeiten, sich beraten zu lassen. "Das Angebot reicht von der persönlichen über die telefonische bis hin zur E-Mail-Beratung", sagt Julia Jakob von der BZgA. "Nur wer einen Schwangerschaftsabbruch erwägt, muss sich persönlich beraten und einen Beratungsschein ausstellen lassen." Über die Beratungsstellensuche der BZgA können die Mädchen gezielt nach Anlaufstellen in ihrer Nähe, aber auch nach bestimmten Beratungsarten suchen.
Quelle: dpa
Mama schrieb:
am 7. Februar 2012 um 22:49:06
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Teenieschwangerschaft
Würden manche Eltern so offen über das Thema Sex und Verhütung reden wie ich es mit meiner Tochter mache ,dann
würden weniger schwanger werden. Viele glauben dass die Aufklärung in der Schule ausreicht aber das stimmt nicht. Als ich meinen ersten Freund mit 18 hatte wusste ich noch nicht mal wie man Kondome überzieht. Setzt euch hin und nehmt euch Zeit für eure Kinder,zeigt ihnen dass das Thema zum Leben dazu gehört und was passiert wenn man nicht verhütet.
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verheiratet schrieb:
am 7. Februar 2012 um 12:04:33
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Unschuld ist kostbar
Mit 21 Jahren war ich noch nie mit einem Mann zusammen gewesen, meine Mutter kam aus einem anderen Land. Dafür, daß
sie mich das gelehrt hat, bin ich ihr sehr dankbar. Eine Erzieherin warf mir, als ich 19J. alt war, vor, "mein Verhältnis zu Männern sei abnorm". "Alte Jungfer" nannte ein Lehrer mich, da war ich 18J. Ich habe auf diese gutgemeinten, aber schlechten Ratschläge gehört, und bin heute noch traurig, daß ich das Wertvollste, das ich hatte, so aufgegeben habe.
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Liebe, Ehe schrieb:
am 7. Februar 2012 um 11:44:08
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Mutterschaft
Wenn also 13000 Mädchen schwanger werden und 6000 ihr Baby austragen, dann werden die anderen Kinder abgetrieben. Wieviel
Kummer könnte man den jungen Mädchen ersparen, wenn man sie lehren würde, mit Sexualität bis zur Ehe zu warten, oder wenigstens, bis man verlobt ist. Heute ist alles viel zu früh, viel zu viel, Sexualität wurde von Liebe, Ehe und Mutterschaft (das heißt ja nicht, daß man zehn Kinder haben muß)abgekoppelt. Ich meine, daß es uns schadet. Es fehlt das Geheimnisvolle.
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