04.07.2011, 16:29 Uhr | rev
Besonders unter Kindern und Jugendlichen sind Tics weit verbreitet. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Tics sind plötzliche, ungewollte und ungewöhnlich heftige Bewegungen oder Lautäußerungen, die entweder einzeln oder in Serie auftreten. Man unterscheidet zwischen motorischen Tics wie zum Beispiel Augenzwinkern, Schulterzucken oder Kopfnicken und vokalen Tics wie Husten, Bellen oder das Herausbrüllen von obszönen Wörtern. Besonders unter Kindern und Jugendlichen sind Tics weit verbreitet. Laut der "Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie" leiden bis zu zwölf Prozent der Grundschulkinder an solchen Störungen. Jungs trifft es dabei dreimal häufiger als Mädchen. Wie zeigen sich Tic-Störungen typischerweise und wie können Eltern ihr Kind unterstützen?
Neben typischen Tic-Störungen, die sich in Form von häufigen Augenzwinkern, Schulterzucken oder zum Beispiel Husten zeigen, können Tics auch aus komplexen Handlungen bestehen wie beispielsweise Hüpfen, auf die Schenkel klopfen und anschließend in die Luft hauen. Andere betroffene Kinder wiederholen zwanghaft ganze Wörter und Sätze. Eine spezielle, jedoch eher seltene Tic-Störung ist das sogenannte Tourette-Syndrom: Hier verbinden sich Bewegungs-Tics und oft obszöne oder sehr aggressive Lautäußerungen miteinander. Tics treten bei starker emotionaler Erregung wie zum Beispiel Freude oder Wut öfter auf als im entspannten Zustand. Sie häufen sich in Stresssituationen.
Tics treten vor allem im Kindesalter bis zur Pubertät auf. Die genaue Ursache konnte bisher nicht geklärt werden. Experten gehen jedoch von einer Erkrankung des Gehirns als Auslöser der Tics aus. Da sich auch eine Häufung innerhalb von Familien zeigt, sind auch genetische Gründe denkbar. Zudem treten Tics oft im Zusammenhang mit einer Zwangserkrankung oder dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) auf. Wissenschaftler unterscheiden zwischen einer chronischen Tic-Störung, die länger als zwölf Monate andauert, und einer vorübergehenden Form, die nach maximal einem Jahr wieder abgeklungen ist. Bei 70 Prozent der betroffenen Kindern handelt es sich um eine vorübergehende Störung, die auch ohne Behandlung - meistens nach der Pubertät - wieder von selbst verschwindet. In anderen Fällen kann eine Therapie helfen. Auf jeden Fall sollten Eltern mit dem Kinderarzt sprechen, wenn sie bei ihrem Kind vermeintliche Tics bemerken.
Bei besonders schweren und lang anhaltenden Störungen kommt es dann zur Behandlung. Hierfür können verschiedene Therapiemöglichkeiten miteinander kombiniert werden: Zum Beispiel kann das Erlernen von Entspannungstechniken dem Kind helfen, die Anzahl der auftretenden Tics zu verringern. Dazu gibt es auch komplexe Verhaltenstherapien, bei denen die Kinder lernen, den nicht willkürlichen Bewegungen oder Äußerungen entgegenzuwirken. Notfalls kann auch eine medikamentöse Behandlung - insbesondere durch Neuroleptika - eine Linderung der Symptome herbeiführen.
Eltern müssen sich bewusst sein, dass das Kind für gewöhnlich keine Kontrolle über seine Tics hat. Es ist zwecklos, dass Kind zu ermahnen, wenn es wieder mal zuckt oder bellt. Stattdessen sollten Eltern dem Kind das Gefühl vermitteln, dass es trotz seiner Störung geliebt wird. Es ist deshalb sinnvoll den Tics im alltäglichen Umgang so wenig Beachtung wie möglich zu schenken. Immer wird das jedoch nicht möglich sein: Kinder mit Tic-Störungen werden oft von Mitschülern ausgelacht, gehänselt und beschimpft. Schreckliche Erfahrungen, die ein Kind am ehesten mit der Unterstützung der Eltern verarbeiten kann. Die Eltern sollten mit dem Kind über die Erlebnisse reden und auch darüber, wie das Kind am besten auf solches Verhalten von anderen reagiert. Auch ein Gespräch mit dem Lehrer oder mit Eltern von Schulkameraden kann womöglich dafür sorgen, dass dem Kind künftig mehr Verständnis entgegengebracht wird.
Quelle: t-online.de
99pppo schrieb:
am 5. Juli 2011 um 00:20:28
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Zählzwänge
Was hier noch nicht aufgeführt ist sind Zählzwänge wie z.B. das wiederholte Öffnen und Schießen einer Tür in eine
bestimmten Anzahl z.B. 4-mal auf und zu. Ein Freund von mir hatte das als Kind, es ist aber inzwischen weggegangen.
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laulau schrieb:
am 4. Juli 2011 um 23:26:37
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psychisch
@ingelein50...augenzwinkern oder auch augenkneifen kann ein psychisches problem.ich sprech aus erfahrung.wenn es sich jetzt um ein
kleinkind handelt dürfte es nicht so sein.
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Horst schrieb:
am 4. Juli 2011 um 23:24:37
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Husten
Mein Arbeitskollege ist über 50 Jahre alt. Seitdem ich ihn kenne, hustet er ständig. Ist das auch ein Tic? Wenn er nervös ist wird
es schlimmer. Während der Erkältungszeit ist es sehr unangenehm für mich, da er mir gegenüber sitzt. Sonst nervt es auch.
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