07.09.2011, 12:29 Uhr | rev; DGKJ
Übergewichtige Kinder: Trotz leicht rückläufiger Zahlen ist Präventionsarbeit weiterhin dringend nötig. (Quelle: imago)
Seit den 80er Jahren steigt die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger in Deutschland kontinuierlich an. Nun scheint dieser Trend zumindest gebrochen, stellt die Arbeitsgruppe von Professor Martin Wabitsch von der Universitätskinderklinik in Ulm nach Sichtung der Untersuchungsergebnisse von 607.444 Abc-Schützen aus allen Bundesländern fest. Wo der prozentuale Anteil an übergewichtigen oder adipösen Kindern in Deutschland jedoch am größten ist, können Sie unserer Karte entnehmen.
Die Wissenschaftlerin Dr. Anja Moß kommt nach der Auswertung der Schuleingangsdaten aus 2008 zu dem Ergebnis, dass nahezu alle Bundesländer einen Rückgang der Zahlen für Übergewicht und Adipositas bei Schulanfängern verzeichnen konnten. Diese Zahlen reichen von einem Rückgang bis zu drei Prozent für Übergewicht und bis zu 1,8 Prozent für Adipositas. Von dieser Entwicklung ausgenommen sind Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo ein leichter Anstieg zu registrieren war.
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Diese Stagnation beziehungsweise Reduktion der Zahlen bei Schulanfängern ist erstaunlich, da über viele Jahre - seit Mitte der 80er Jahre - ein deutlicher Anstieg der Häufigkeiten für Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) im Kindesalter zu dokumentieren war. Zum Beispiel zeigte ein Vergleich von Gewichtsdaten Ulmer Schulkinder von 1975/76 mit Daten aus dem Jahr 2006 einen 2,5-fachen Anstieg der Zahl Übergewichtiger.
Mögliche Gründe für die jetzt rückläufige Entwicklung sehen die Autoren der Studie maßgeblich in der Aufklärungs- und Präventionsarbeit verschiedener regionaler und bundesweiter Institutionen. Aber auch die Veröffentlichung von Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder könne die positive Entwicklung mit herbeigeführt haben.
Professor Martin Wabitsch von der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sieht allerdings trotzdem weiterhin Bedarf an wissenschaftlich abgesicherten Präventionsprogrammen für Kinder, denn "diese erfreulichen Zahlen dokumentieren zwar einen Rückgang von Übergewicht und Adipositas, aber dennoch bleiben die Prävalenzraten übergewichtiger und adipöser Einschüler in Deutschland auf einem hohen Level." So gelten 11,9 Prozent der Schulanfänger in Bremen und Thüringen als übergewichtig, und im Saarland wird 5,4 Prozent der Erstklässler gar eine Adipositas bescheinigt.
Wie es in den anderen Ländern 2008 aussah, zeigt die Tabelle:
Bundesland | Datenbasis 2004 in Prozent |
| Datenbasis 2008 in Prozent |
| Vergleich 2004-2008 in Prozent |
|
| Übergewicht | Adipositas | Übergewicht | Adipositas | Übergewicht | Adipositas |
Baden-Württemberg | 9,3 | 3,7 | 9,6 | 3,7 | + 0,3 | +/- 0 |
Bayern | 9,0 | 3,6 | 8,6 | 3,4 | - 0,4 | - 0,2 |
Berlin | 12,0 | 5,0 | 11,4 | 4,5 | - 0,6 | - 0,5 |
Brandenburg | 11,5 | 5,1 | 8,5 | 3,3 | - 3,0 | - 1,8 |
Bremen | 12,4 | 5,3 | 11,9 | 4,9 | - 0,5 | - 0,4 |
Hamburg | 11,8 | k.A. | 11,4 | 4,9 | - 0,4 | k.A. |
Hessen | 11,3 | 4,8 | 10,5 | 4,3 | - 0,8 | - 0,5 |
Mecklenburg-Vorpommern | 13,6 | 6,1 | 11,8 | 4,7 | - 1,8 | - 1,4 |
Niedersachsen | 10,9 | 4,8 | 10,0 | 4,7 | - 0,9 | - 0,5 |
Nordrhein-Westfalen | 11,3 | 4,8 | 10,7 | 4,4 | - 0,6 | - 0,4 |
Rheinland-Pfalz | 10,1 | 3,8 | 10,9 | 4,9 | + 0,8 | + 1,1 |
Saarland | 11,7 | 5,6 | 11,6 | 5,4 | - 0,1 | - 0,2 |
Sachsen | 9,4 | 3,9 | 8,4 | 3,3 | - 1,0 | - 0,6 |
Sachsen-Anhalt | k.A. | k.A. | 11,2 | 4,7 | k.A. | k.A. |
Schleswig-Holstein | 11,0 | 4,7 | 9,8 | 3,9 | - 1,2 | - 0,8 |
Thüringen | 12,8 | 5,6 | 11,9 | 5,1 | - 0,9 | - 0,5 |
Die aktuelle Auswertung zu Übergewicht und Adipositas bei deutschen Schulanfängern wurde auf Basis der bundesweit obligaten Schuleingangsuntersuchungen von Anja Moß und weiteren Fachautoren erstellt und erscheint demnächst im European Journal of Pediatrics.
Quelle: t-online.de
ellobo schrieb:
am 7. September 2011 um 19:54:48
(37)
(30)
Wo sind sie denn dick?
Im einen Land sind sie bei 9,8% noch nicht dick, im anderen ist man bei 11,8% dann schon dick. Ok, zwei Dicke mehr auf
Hundert. Die Mathematik nennt sowas noch nicht signifikant! Die Karte ist einfach Quark. Es hätte gereicht zu sagen, dass es bundesweit zurückgeht.
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locke schrieb:
am 7. September 2011 um 19:44:28
(27)
(38)
Statistiken
schon toll für was es alles Statistiken gibt, die sonst keiner braucht - wo aber Sommerlöcher gefüllt werden.
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,, schrieb:
am 7. September 2011 um 19:37:42
(37)
(25)
..
Naja Gewicht ist auch nicht alles. Laut Bodymassindex wäre ich auch zu Dick, aber das ist eben kein Fett sondern einfach austrainiert sein.
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